Der ganz friedliche Eroberungskrieg – die Kolonialstrategie der Hochfinanz

Die Gremien der EU sind nicht nur ein undemokratischer Overkill, in dem über die Köpfe der Menschen Europas hinweg entschieden wird. Sie sind vor allem ein Instrument einer „höheren Ordnung“, die mittels EZB und EU-Ministerrat durch eine demokratische Wahl der EU-Bürger legitimiert zu sein, die Interessen der weltweiten Finanzoligarchie von IWF, EZB, globale Banken von Goldmann/Sachs bis Deutsche Bank durchsetzt.

In „Randgebieten“ wie Afghanistan, Ukraine oder Nahost und Afrika wird diese Strategie politisch durch Bürgerkriege oder internationale Kriege gegen selbstgezüchtete Feindbilder (Bin Laden, IS) oder autoritäre Regimes (Irak, Syrien, Libyen …) verfolgt.

Innerhalb Europas geschieht diese Strategie schlicht durch die €-Vereinnahmung jedes einzelnen Landes. G&S waren die ersten, die Griechenland in die Falle der Finanz-krake hineinzogen.(1).   Und dieses Mittel des nationalen Banken-Ruins und der Zahlungsunfähigkeit wird systematisch eingesetzt bei jedem Land in der EU, das sich gegen die finanzpolitische Eroberung der Gesellschaft wehrt. Hierbei kann der Weg der Einflußnahme von außen über eine Regierungsumbildung oder gar über das Eingreifen des Militärs führen. Die geeigneten Mittel wurden ja allseits bereits erprobt. (Diktatur Griechenland, Portugal … Militärputsch etc.pp.)

Nach Griechenland kann Portugal das nächste Opfer sein !

 Es gibt für eine soziale und freiheitliche Alternative in dieser EU keine Möglichkeit am Teller der Finanzoligarchie mit zu essen. Das Essbesteck der schwächeren Länder ist zu klein. Jegliches Ausbrechen in einen eigenen Weg wird scheitern. Nur ein Austritt aus der derzeitigen Finanz-EU ermöglicht eine demokratische Chance. Ein steiniger und schwerer Weg, aber ein freier Weg.

Sämtliche Appelle aus linken, demokratischen und unabhängigen Bewegungen und Parteien werden scheitern, wenn sie nicht das Hamsterrad des Finanzmarktes grundsätzlich in Frage stellen. Man kann den Teufel nicht mit dem Belzebub bekämpfen, genau so wenig wie man Frieden durch Krieg erreichen kann.

(1) http://tv-orange.de/?s=Griechenland+deutsche+wirtschafts+nachrichten

 

Hier ein Communiqué des Tessiner Forum Alternativo

Griechenland im Würgegriff der Europäischen Union:

höchste Zeit, auf die Strasse zu gehen! 

letztestreichDas Ergebnis des Marathons in Brüssel war zu befürchten: Unter Androhung des Grexit haben  Schäuble und Kameraden Griechenland Privatisierungen im Wert von 50 Milliarden Euro, weitere Lohnkürzungen sowie Kürzungen bei den Renten (die schon jetzt unter dem Existenzminimum liegen) aufgezwungen. Gleichzeitig wurde ein Schuldenschnitt als mögliche Kompensation abgelehnt. Die Maßnahmen werden von den besten Ökonomen der Welt, darunter Nobelpreisträger Stiglitz und Krugman, seit geraumer Zeit als irrsinnig bezeichnet. Und dies alles für ein sogenanntes “Rettungspaket”, das wie auch die vorhergehenden zum großen Teil dazu dienen wird, die von den deutschen und französischen Banken in Hellas aufgebauten Schulden zu decken. Hier drängt sich der historische Vergleich mit Deutschland auf: Wären Deutschland (das in wenigen Jahrzehnten mit zwei Weltkriegen immerhin 100 Millionen Tote verursachte) nach dem Zweiten Weltkrieg dieselben Bedingungen auferlegt worden, würde das Land heute noch am Hungertuch nagen. Stattdessen hat man Deutschlands Schulden komplett annulliert und das Land mit dem Marshall-Plan mit Milliarden überschwemmt. Das geschah aus politischen Gründen: Es sollte verhindert werden, dass ganz Deutschland sozialistisch wird. Die Menschen hatten damals nämlich verstanden, dass der Nazismus eine Folge des Kapitalismus ist. Sie wollten deshalb ein System aufbauen, das eine Wiederholung des Nazismus verhindert.

Wir müssen uns bewusst sein, dass die Entscheidungen des Marathons von Brüssel grundlegender politischer Natur sind: Indem Griechenland – nun wieder unter der Kontrolle der Gerichtsvollzieher der Troika – die Luft zum Atmen genommen wird, soll Syrizas linke Regierung abgestraft werden. So soll in erster Linie verhindert werden, dass sich ganz Südeuropa in den nächsten Jahren den ihm von Brüssel und Berlin auferlegten drakonischen neoliberalen Maßnahmen widersetzt.

Es ist höchste Zeit, dass die Linke in der Schweiz und Europa geschlossen auf die Straße geht, um gegen die zu protestieren, die das griechische Volk aus politischen Gründen aushungern und sich darum scheren, dass in der Zwischenzeit die Kindersterblichkeit um 10% und die Suizidrate um 20% angestiegen sind. Das Mindeste, das die SP Schweiz – sie hat das NEIN der Griechen und Griechinnen im kürzlich abgehaltenen Referendum mit einem triumphalistischen Communiqué begrüßt – tun könnte, ist, eine Manifestation zu organisieren und damit auch gegen das ungeheuerliche Vorgehen der deutschen Sozialdemokratie zu protestieren, die Schäubles irrsinnige Maßnahmen unterstützt. Vor hundert Jahren haben die deutschen “Sozialdemokraten” mit ihrem Ja zu den Kriegskrediten ihre Prinzipien verraten und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ermöglicht. Hundert Jahre später hat sich ihr Verhalten nicht geändert.

Für das Forum Alternativo Franco Cavalli, Adriano Venuti, Enrico Borelli

http://www.forumalternativo.ch/

3 comments for “Der ganz friedliche Eroberungskrieg – die Kolonialstrategie der Hochfinanz

  1. MaoX
    31. August 2015 at 17:36

    Etwas überlegenswertes zu den Freihandelsabkommen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind.

    Wenn wir schon keine Demokratie haben, so haben wir wenigstens demokratische Standards, die durch das demokratische Prinzip des GG gedeckt sind. Daher kann es nicht sein das durch den aufkommenden Wirtschaftsfaschismus (= marktkonforme Demokratie) die soziale Marktwirtschaft (GG) schleichend beseitigt werden soll.

    Hieraus ergibt sich folgende Frage:

    Auf welcher gesetzlichen Rechtsgrundlage n. deutschem Recht sollen die Freihandelsabkommen (TTIP, CETA usw.) eingeführt werden?

    Liegt die Antwort etwa darin, dass das EU-Recht dem GG übergeordnet ist? Hierzu sagt jedoch das BVerfG, dass das EU-Recht das GG nicht schlechter stellen soll. Es sei denn wir geben formal durch Volkes Stimme (substanzielles Recht) das GG gänzlich auf.

  2. Detlef Karg
    17. Juli 2015 at 06:31

    Ich habe schon immer gesagt das die USA ihre finger im Spiel hat, siehe Goldman&Sachs,(Draghi) Troika, IWF, in der die USA die meisten Stimmen hat, die wollen doch G-land bankrott sehen.
    Meiner Meinung nach ist Goldman&Sachs eine skrupelose Bank, Mitgefuehl kennt sie nicht. Ich habe einen Bericht ueber G-S gelesen, wie die, die Kunden betruegen, eine Schande fuer Amerika.
    Ich wuensche mir, dass das Griechische-und Deutschvolk aufwacht, bevor es zu spaet ist. G-land ist nicht das letzte Land welches vor dem bankrott steht. Eine letzte Frage, warum senkt die Troika die USA nicht runter auf BBB, MIT 18 BILLIONEN defizit, „weil die Troika amerikanisch ist!!“

  3. Detlef Karg
    17. Juli 2015 at 06:28

    Ich habe schon immer gesagt das die USA ihre finger im Spiel hat, siehe Goldman&Sachs,(Draghi) Troika, IWF, in der die USA die meisten Stimmen hat, die wollen doch G-land bankrott sehen.
    Meiner Meinung nach ist Goldman&Sachs eine skrupelose Bank, Mitgefuehl kennt sie nicht. Ich habe einen Bericht ueber G-S gelesen, wie die, die Kunden betruegen, eine Schande fuer Amerika.
    ich wuensche mir, dass das Griechische-und Deutschvolk aufwacht, bevor es zu spaet ist. G-land ist nicht das letzte Land welches vor dem bankrott steht. Eine letzte Frage, warum senkt die Troika die USA nicht runter auf BBB, MIT 18 BILLIONEN defizit, weil die Troika amerikanisch ist!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.