Putins Wurf – von Gero Jenner Teil 3

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Putin hat das Ruder herumgeworfen. Er hat nichts anderes getan, als was die Bürger überall auf der Welt von ihren Politikern erwarten: nämlich dass sie zuerst und vor allem die Interessen der Bevölkerungsmehrheit schützen. Genau das hat Putin getan, er hat den Ausverkauf des Landes an westliche Interessen verhindert. Daher sein Rückhalt. Andererseits hat er die Presse geknebelt, seine Gegner systematisch ausgeschaltet, die Demokratie zu einer Scheinveranstaltung gemacht. Russland ist ökonomisch gesehen, eine drittrangige Macht. Insofern hat er seinem Land geschadet. Aber es ist nicht die Sache der Europäer darüber zu lamentieren. Russland ist – und das sollten wir nicht einen Augenblick lang vergessen! – eine Atommacht, deren Präsident genauso wie sein amerikanisches Gegenüber die Erde mit einem einzigen Knopfdruck in einen Feuerball zu verwandeln vermag.

Wenn die NATO militärisch in der Ukraine eingreift, dann würde – so Putin in einer unlängst erfolgten Verlautbarung – Russland seine Atomwaffen einsetzen, um sich gegen die Übermacht zu wehren. Sind die USA und Europa wirklich so von allen guten Geistern verlassen, dass sie sich von ein paar durchgeknallten Politikern der Ukraine (die laut mit dem Dritten Weltkrieg drohen) in eine so brandgefährliche Situation hineintreiben lassen?

Henry Kissinger – gewiss keine Friedenstaube aber ein besonnener Staatsmann – hat keinen Zweifel daran gelassen, was in dieser Situation zu tun ist. Der Westen muss Russland eine Garantie dafür geben, dass die Ukraine auf keinen Fall zum  NATO-Land wird. Selbst der große Weltschachspieler Brzezinsky hat sich neuerdings zu eben dieser Lösung bekannt. Putin ist ein rücksichtslos, aber auch ein kalt und nüchtern denkender Kopf. Gewiss, bevor er die militärische Annektion der Ukraine durch den Westen duldet, wird er selbst dort einmarschieren. Er weiß, dass man ihm dann im eigenen Land so zujubeln wird wie schon bei der Einverleibung der Krim. Aber Putin ist sich auch bewusst, welchen Preis er dafür zahlen müsste: Summen, welche die russische Wirtschaftskraft weit übersteigen, denn die Ostukraine ist ökonomisch ausgeblutet. Das Land hinge dann am russischen Tropf. Auf den Jubel würde sehr bald das bittere Erwachen folgen, schon die Einverleibung der Krim wird die russische Wirtschaft außerordentlich belasten.

Lesen Sie hier weiter:

Teil1 http://tv-orange.de/2014/04/gero-jenner-ueber-putin-die-ukraine-und-europa-teil-1

Teil2 http://tv-orange.de/2014/04/eine-zerrissene-ukraine-von-gero-jenner-teil-2

Teil3 http://tv-orange.de/2014/04/putins-wurf-von-gero-jenner-teil-3

Teil4 http://tv-orange.de/2014/04/status-quo-oder-sicherung-des-friedens-von-gero-jenner-teil-4

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