Gero Jenner über Putin, die Ukraine und Europa Teil 1

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Wladimir Putin – ein aufsässiger Schulbub, den der Westen öffentlich maßregeln darf? Was will der neue russische Zar, Wladimir Putin, dieser lupenreine Scheindemokrat? Vermutlich verfolgt er dasselbe Ziel wie die größte derzeitige Supermacht, die Vereinigten Staaten. Diese wollen die eigene Macht befestigen und streben eifrig danach, sie auszuweiten – wenn und soweit es ihnen die Umstände erlauben.

Gero Jenner – Studium der Philosophie, Indologie und Sinologie in Hamburg, später in München, Paris und Rom. Zuvor Aufnahme in die „Studienstiftung des Deutschen Volkes“. Zweitstudium der Soziologie in München und London ebenfalls mit Unterstützung der Studienstiftung. Tätigkeit an der Ecole Française d`Extrême Orient in Kyoto, Japan. Koordinator für Südasienforschung an der Universität Heidelberg. Lektor für Deutsche Kultur und Sprache an der Tohoku Universität Sendai, Japan. Assistent für Indologie an der Freien Universität Berlin. Vorübergehend tätig als Kunstbronzegießer und Übersetzer für Japanisch. Seit 1982 Wohnsitz: Österreich, Puch/ Graz. Tätigkeit als freier Schriftsteller.

Schon Zbigniew Brzezinsky, der Weltschachspieler und ehemalige Sicherheitsberater unter Jimmy Carter, hatte das Rezept dafür im ‚Grand Chessplay’ geliefert. Ohne die Ukraine, so seine Erkenntnis, würde Russland nie wieder zum Imperium werden. Mehr brauchte es nicht, um den Russen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Auf keinen Fall könne Russland dem Westen erlauben, die NATO bis in die Ukraine vorrücken zu lassen. Dann würde das transatlantische Militärbündnis seine Raketen unmittelbar vor Moskaus Tür aufstellen, wie es jetzt schon – unter dem Vorwand, inexistente iranische Langstreckenraketen abzuwehren – solche Stellungen in Polen und Tschechien errichtet.

Zweifelsohne ein Wortbruch. Russland hat nicht vergessen, dass Gorbatschow von George Bush senior zugesagt worden war, die NATO nicht bis in die ehemaligen Staaten des Ostblocks auszudehnen. Dieses Versprechen wurde unter Bill Clinton gebrochen – mit Gründen, die im Nachhinein allerdings durchaus plausibel erscheinen: Polen und die übrigen ehemaligen Ostblockstaaten wollten nie wieder unter der russischen Knute leben und leiden. Die Russen haben diesen Wortbruch stillschweigend hingenommen. Was sie verständlicherweise nicht akzeptieren, war der von westlicher Seite erdachte Coup, der russischen Schwarzmeerflotte die Basis dadurch zu entziehen, dass man die gesamte Ukraine ins eigene Lager lockt. Die Annexion der Krim war ein Völkerrechtsbruch, ohne Zweifel, aber die Ausschaltung der russischen Schwarzmeerflotte in einem Gebiet, dass sich kulturell seit Jahrhunderten den Russen verbunden fühlt, wäre ein Akt der inszenierten Gewalt gewesen, zumal die Krim ihre staatliche Eingliederung in die Ukraine allein der Wodkalaune Chrutschows verdankt .   Gero Jenner

Lesen Sie hier weiter:

Teil1  http://tv-orange.de/2014/04/gero-jenner-ueber-putin-die-ukraine-und-europa-teil-1

Teil2  http://tv-orange.de/2014/04/eine-zerrissene-ukraine-von-gero-jenner-teil-2

Teil3  http://tv-orange.de/2014/04/putins-wurf-von-gero-jenner-teil-3

Teil4  http://tv-orange.de/2014/04/status-quo-oder-sicherung-des-friedens-von-gero-jenner-teil-4

1 comment for “Gero Jenner über Putin, die Ukraine und Europa Teil 1

  1. Dr. Eberhard Grünert
    4. April 2015 at 22:53

    Herrn Jenner hat völlig Recht. Ich wäre dankbar, wenn Sie ihm das übermitteln könnten, zumal ich ihn in den 70-er Jahren in Berlin kennen lernte und dann (leider) aus dem Blick verlor.

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