Feindschaft unter Friedensfreunden – ein paar inhaltiche Fragen – Teil 3

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Die bisherigen Aktivitäten der Friedensbewegung – ich nenne sie mal die traditionellen Friedensdemos – waren entscheidend geprägt durch die sogenannte „Linke und kritische Bewegung“. Sie sehen die kriegerischen Konflikte vor allem aus der Blickwinkel des kapitalistischen Profit-Systems, des selbstzerstörerischen Konkurrenzkampfes um Märkte und Rohstoffe. Dies fand seine Bestätigung auch im Irak-Krieg von G.W.Bush. „Kein Blut für Öl“ war die Losung. Die Losungen der neu iniitierten Montagsdemos für Frieden, Freiheit gegen das US-Finanzsystem der FED ist für sie eine unzulässige Einengung, weg vom „Feindbild“ Kapitalismus.

Würden die „linke, kritische Bewegung“ aber die Thesen Lenins über den Imperialismus wahrnehmen, dann hätte sie schon längst die Rolle des Finanzimperiums, das Zins-System der weltweit tätigen Superbanken erkennen müssen. Denn sämtliche strategischen Konflikte der USA, Vietnam-Krieg früher oder heute die anwachsende Konkurrenz gegen Russland und China, geschehen in erster Linie unter dem Aspekt der Vorherrschaft der Dollars als weltweit vorherrschende Währung. Der Import von Gütern aus dem Ausland, die Bezahlung mit Dollars aus dem höchst verschuldeten Haushalt der Welt, ist das einträglichste wirtschaftliche Geschäft der USA. Länder exportieren Waren in die USA und erhalten letzten Endes ungedeckte wertlose Dollars. Die Herrschaft des Dollars als Welt-Leitwährung, organisiert durch den Verbund amerikanischer Privatbanken der FED ist Fixpunkt der gesamten US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik. Und diese Dollar-Vorherrschaft wird mit allen politischen und militärischen Mitteln gesichert und erweitert. Europa ist für die USA hierbei ein „gefundenes Fressen“ und künftiger Kriegsschauplatz gegen Russland, um die Arme gegen China frei zu haben.

Wie wir allerdings in den Kriegen um Rohstoffe („Kein Blut für Öl“) sehen, kann die Ursache der Konflikte und Kriege nicht ausschließlich direkt aus dem Wirken der FED abgeleitet werden. Es geht hier offensichtlich um einen Krieg um Rohstoffe und Märkte billiger Arbeitskraft und des Absatzes für die jeweils nationale Industrie. Ganz deutlich geschah dies auch im 2. Weltkrieg. Die Expansion Nazi-Deutschlands strebte auch die Kolonialisierung des russichen Südens, als Kornkammer und Rohstofflieferant an. Ressourcen, die die deutschen Industrie im Visier hatte. Und diese Aggression des Hitler-Nazi-Regimes diente eben keiner transatlantischen FED. 

Sobald wir also diesen Gesichtspunkt der Profitinteressen der deutschen Industrie außer Acht lassen und den den 2.Weltkrieg aus der Sicht der interessenspolitik für Banken und Geld-Banken-Zins-systeme mit ihrem Kopf der FED erklären, kommen wir zwangsläufig auf die typische Nazi-Geschichts-Interpretation, nicht Hitler sondern das angloamerikanische Finanzkapital sei der Verursacher dieses Kriegs gewesen. Ein typische Argumentation, die von den Verharmlosern  und Verdrängern des Nazi-Deutschland gerne aufgestellt wird. Nur wenn wir dies erkennen, bauen wir der Gefahr vor, dass heute Neu-alte Nazis sich in der Verkleidung des Biedermannes in unsere Bewegung hineinlügen können.

Beide Ursachen, sowohl  das Finanz-Geldsystem als auch die selbstzerstörerische Profit-Konkurrenz gehören zusammen wie der linke und der rechte Schuh. Eine unvoreingenomme, sachliche Diskussion über diese zwei Triebkräfte kriegerischer Konflikte öffnet auch für „traditionell-linke“ den Blick, die Rolle der FED und die Kritik am Geld-Zins-System zu begreifen und nicht als eine Verschwörungstheorie abzutun. Die Wahrheit liegt im ganzen und nicht in einem Teil.

Hier sei ausdrücklich gesagt, dass es Aufgabe einer offenen Debatte sein muss, sämtliche Triebkräfte zivilisatorischer Konflikte und Kriege zu erkennen. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein drittes Phänomen muss angesprochen werden und dies liegt in der menschlichen Psyche. Die Urangst des Menschen in und vor der Natur, die in der bisherigen Kulturgeschichte, Religion oder Religionersatz, Ideologie immer zu einem „(berechtigten oder heiligen) Haß auf den Gegner“ oder zur ewigen  „Suche nach dem Feind“ mißbraucht wurde. Schon immer das geeignete Mittel, womit Dynastien und Diktaturen ihre Herrschaft rechtfertigten. 1914 drängten genauso viele Jugendliche endlich danach Mann zu sein und in den „heldenhaften Krieg“ zu ziehen, wie dagegen waren. Diese Heldensucht, die Bereitschaft, unmenschliche Brutalität gegen die eigene Schwester oder Brüder im anderen Landes anzuwenden, braucht also eine Herrschaft über die Psyche der Menschen.

Die Hefe der eigenen Angst, die Macht und Verachtung über Andere ausüben lässt. An dieser Stelle sei nur kurz auf die schädliche feindselige Kontroverse in den Frinedens- und Montagsdemos hingeweisen. Denn diese Angst beginnt dort, wo die gewaltfreie Kommunikation verlassen wird. Vielleicht gibt es über diese drei Faktoren noch weitere wichtige – eine Diskussion darüber wäre nur wünschenswert. Ja sie ist lebensnotwendig, damit eine überhaupt eine gemeinsame Bewegung entstehen kann.

Teil1 Feindschaft-unter-friedensfreunden-was-ist-das-problem

Teil2 Feindschaft-unter-friedensfreunden-teil2

Teil3 Feindschaft-unter-friedensfreunden-ein-paar-inhaltiche-fragen-teil-3

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