Kommentar – Ukraine geht seinen eigenen Weg gegen jede Einmischung von aussen

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Der Spiegel schreibtDie Krise in der Ukraine brodelt unvermindert. Doch in der EU herrscht Streit über den weiteren Kurs. Lässt sich die Union auf einen Bieterwettstreit mit Putins Russland ein? Lockt sie Kiew gar mit einem Beitritt? Viele hoffen nun auf eine klare Ansage – aus Deutschland….“

Doch diese klare Ansage, oder „klare Kante“ wie die forschen Müntefering-Jünger so gerne sagen, empfinden wir eher als frechen Erpressungsversuch auf staatlicher Ebene, „Putin-like“ und nicht als Unterstützung des demokratischen Willens des ukrainischen Volkes. Und dann gibt es da noch die vielen ausländischen Beobachter, Zaungäste, die ja alles besser wissen als die Ukrainer selbst. In der Ukraine kämpfen Menschen in Eiseskälte für Freiheit und hier sitzen die Kritiker hinterm warmen Ofen.

Was bewegt Millionen in Ukraine trotz Eiseskälte, trotz Drohung mit Folter und Tod zu protestieren. Sie wollen ein Land, in dem mehr Demokratie und staatliche Unabhängigkeit entstehen soll. Eine breite Bewegung, die sich selbst einen Weg zu demokratischen Regeln bahnen will. Und Klitschko ist einer von ihnen, der sein Leben riskiert, weil er dies für sein Land will.

Sowohl Russland, als auch die US-Weltgendarme, auch die „Großen“ aus Europa wollen hierbei mitmischen. Alle diese Mächte möchten Einfluß gewinnen, das ist wohl unbestreitbar.

Umgekehrt wird aber ein Stiefel daraus, wenn man den protestierenden Menschen und ihren Anführern unterstellt, in ausländischer Sache unterwegs zu sein. Das ist plumper Unfug, Kritikastertum von denen, die hinterm warmen Ofen sitzen und mit ihren dogmatischen Ansichten die Welt in Gut und Böse aufteilen. Klitschko wegen seines Kontaktes zur  Konrad Adenauer Stiftung oder des Appells an Europa die gleichen Absichten wie die von Merkel oder Steinmeier zu unterstellen, ist unverantwortliches, theoretisches Herumgeeiere.  Erinnern wir uns nur an Ägypten, dort waren die Demonstranten gegen Mubarak froh, den Kontakt zu ausländischen Organisationen gegen die inländischen Despoten zu haben, auch die zur Konrad Adenauer Stiftung.

Der Opposition in der Ukraine und ihen Anführern, so auch Klitschkogeht es wohl darum, in einem kleinen Land zwischen den Interessensfronten den möglichst unblutigsten Weg zu einer demokratischen Gesellschaft zu finden. Hierzu gilt es alle Widersprüche der großen Mächte taktisch für eine unabhängige und demokratische Bewegung zu nutzen – vergleichbar mit 1989 in Deutschland. Nur da war erstens kein Putin sondern Gorbatschow und die Bewegung hatte nicht die Klarheit und Entschiedenheit wie die des ukrainischen Volkes.

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3 comments for “Kommentar – Ukraine geht seinen eigenen Weg gegen jede Einmischung von aussen

  1. MaoX
    20. Februar 2014 at 15:52

    Wie sollen wir denen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beibringen, wenn unser Staat selber daran mangelt, s.

    1) NSU-Desaster -> sämtliche Behörden haben versagt
    2) NSA-Affäre -> Staatsanwaltschaft kommt dem Begehren der Bevölkerung nicht nach
    3) Aushöhlung der Sozialstaatlichkeit -> das Grundgesetz wird durch das SGB II faktisch ersetzt
    4) Kindermißbrauch -> Jugendämter versagen auch hier
    5) etc., etc.

    Der Grund, Behördenmitarbeiter sind nicht antastbar.

  2. Obermüller
    7. Februar 2014 at 09:52

    Offensichtlich wird in der Ukraine die gleiche Strategie wie in Syrien gefahren. Die politische Spaltung des Landes durch direkte und indirekte Einflussnahme auf gesellschaftliche Entwicklungen durch die Nato, USA und EU , die zu einer Destabilisierung der Machtverhältnisse hinzielen. Ziel ist es, Russland zu schwächen, alle den Hegemonialinteressen der USA und der EU widerläufigen Entwicklungen zu eliminieren. Die Soziopaten innerhalb der Machtstrukturen von Nato, USA und EU riskieren auch gerne eine größere militärische Auseinandersetzung. Vernebelt wird dieser Politik der Einmischung zynisch mit einer durchgeplanten Chorographie der Desinformationen, der Lügen und falschen Behauptungen.
    Die ersten Dekaden des 21. Jahrhunderts weisen einige bedrohliche macht- und wirtschaftspolitische Parallelen zu den des 20. Jahrhunderts auf.

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