Familienfreundliche Vernichtung von Familien – neuer Kurs der Frau mit der Stahlhelmfrisur

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Nachdem sich Mutti Merkel nicht um alles kümmern kann, hat sie leyenweise die Ursula als Dienstherrin über die Bundeswehr delegiert, bevor die dereinst ihre Nachfolgerin werden kann. Nachdem Frau Beimler aus der Lindenstraße nicht mehr als Mutter der Nation zur Verfügung steht, musste anderweitig für Ersatz gesorgt werden. Wer wäre da besser geeignet als die zweite Frau im Staate mit eingebauter wetterfester Stahlhelmfrisur? Den Soldaten und Soldatinnen soll es eine Freude bereiten und ein Pin-Up im Spind wert sein. Endlich bekommen sie einen ordentlichen, familienverträglichen Job mit Gleitzeit, Teilzeit, Elternzeit, mit dreizehntem Monatsgehalt und Weihnachtsgeld, Schlechtwetterzulage und zivileren Umgangsformen vielleicht demnächst sogar. Ein Job wie jeder andere, nur eben besser, gerade für Eltern und solche, die es werden wollen. Vorausgesetzt, sie haben ein Faible für Strampelanzüge in Olivgrün.

Vorbei die Zeiten, als der Spieß die Manschaftsdienstgrade ruppig anraunzen konnte: „Schütze Meyer, Hand vom Sack!“ Künftig könnte es heißen: „Ach, wären Frau Gefreite mal eben so nett, die Munitionskiste nach vorne zu tragen?“ Aber gern doch. „Wenn Sie mir Ihren Helm kurz ausborgen wollten, es regnet. Ich möchte mir ungern meine Frisur ruinieren“. Schon wäre das Arbeitsklima so attraktiv, dass an Schnuppertagen selbst hartgesottene Taliban in die Dienste der Besatzerarmee eintreten würden, sofern neben dem Haarnetz nach der Dienstvorschrift auch ein Bartnetz zulässig wäre. Da wäre Musik drin in der Vision einer durchhumanisierten Armee, die noch dazu mit umweltfreundlichen 3-Liter-Panzern patrouillieren würde, um die kahlen Hochebenen ihrer Besatzungsterritorien nicht zu zerklüften. Kuscheln am Hindukusch! Mit tuffigen Wattebällchen. Zumindest aber mit lustigen Luftballon-Spielen im Tarnnetz auf deutschen Kasernenhöfen.

Soweit ist es noch nicht ganz, aber in diese Richtung sollte es gehen nach dem Willen der siebenfachen Vorzeigemutter, die jetzt die fesche Kriegsministerin gibt. Vorderhand könnte immerhin mehr Standortsicherheit für die Lebensplanung (zumindest bis zum berufsbedingt vorzeitigen Ableben) garantiert werden durch weniger willkürliche Versetzungen, mehr Kinderbetreuung in den Kasernen und eventuell Spielplätze direkt neben dem Exerzierplatz, damit Papi oder Mami die kleinen Bamsen beim Stammstehen besser im Blick haben, und die Kleinen beim Marschieren den Eltern mit Papphelmen hinterherdackeln können. Die Truppenübungsplätze ließen sich zu riesigen Abenteuer-Spielplätzen für Groß und (Oberst) Klein um- und ausbauen.

Kennen sie Schnöggeburg : Familiennah, menschennah, realitätsnah 

Tatsächlich ist so etwas ähnliches bereits vorgesehen: Im „Gefechstsübungszentrum“ (GÜZ) in der Colbitz-Letzlinger Heide in der Altmark nahe Magdeburg. Dort entsteht auf einem riesigen Gelände des Rüstungskonzerns Rheinmetall für 100 Millionen Euro derzeit die Phantomstadt „Schnöggersburg“ mit allem, was zu einer Stadt „in Zielgebieten“ dazugehört: Regierungsviertel, Industriegebiet, eine komplette Altstadt, Moscheen und Kirchen, Krankenhäuser, mit einem Elendsviertel und insgesamt 20 km Straßen, U-Bahn, Kanalisation und einem künstlichen Fluss. Sogar ein Autobahn-Teilstück zwischen zwei Ausfahrten wird detailgetreu angelegt mit Verkehrskreiseln und allem Drum und Dran.

Laut Kommandantur soll es eine Modellstadt werden, wie sie „überall auf der Welt stehen könnte“. Künftige Kriege und Aufstandsbekämpfung sollen hier möglichst „realitätsnah“ im gemeinsamen Rollenspiel von Luft- und Bodenmilitärtrupps geübt werden. Soldaten der Bundeswehr-Bodentruppen, die in den Kriegseinsatz gehen, werden an 250 Tagen im Jahr in zweiwöchigen Trainingskursen unter „realistischen Bedingungen“ auf den Häuserkampf vorbereitet. Das Gelände soll zu Übungszwecken auch anderen Armeen der NATO- und EU-Staaten dienen. Da kommt Freude auf in Kinderherzen, auch wenn Kindersoldaten noch nicht direkt im Gefecht mitspielen dürfen. Krieg ist noch längst kein reines Kinderspiel.

Allerdings muss erst die allgemeine Sicherheitslage verbessert werden, das geht natürlich vor. Ursel weiß sich genau den Rat, den ihr Vorgänger noch als 500-Milliarden-Loch hinterließ: Da müssen endlich Aufklärungsdrohnen her. Nur zum Schutz der Soldaten, versteht sich, als Einstieg, das klingt wesentlich menschenfreundlicher als Kampfdrohnen oder gar Killerdrohnen. Die kommen später. Fragt sich nur wozu. Ist der Luftraum über Deutschland so stark gefährdet? Müssen deutsche Kasernen und Schießplätze etwa gegen Feindeinwirkung aus der Luft gesichert werden?

Oder gehört das einfach zur humitären Kriegsführung unter familienfreundlichen Bedingungen, dass der treusorgende Papa während der Überwachung der Hausaufgaben seiner Kinder nebenher am Computer einer afghanischen Familie das Licht ausbläst, die das Pech hat im selben Haus zu wohnen, in dem auch eine als Zielperson zum Abschuss freigegebene „Führungsfigur des Terrors“ residiert? Es könnte auch ein kleines Dorf sein oder eine Hochzeitsgesellschaft, die der Vater ins Visier nimmt, während er dem Sohnemann, der unbedarft fragt: „Krieg ich ein Bonbon?“ Manieren beibringt: „Wie heißt das?!“ Großes Rätselraten. „Das heißt: Humanitäre Aktion ich bitte ein Bonbon!“

Im Endstadium des Projekts könnten die Kinder zur Nachwuchsförderung sogar an die Einsatzorte ins Ausland mitgenommen werden, um frühzeitig ins Militärische hineinzuwachsen und den fertigen Erwachsenen beim Brunnenbauen und Frauenbefreien zuzugucken. Tage der Offenen Tür am Hindukusch mit Dingo-Fahren und Minenausbuddeln wären der Renner. Viele Kinder aus nicht militärischen Elternhäusern würden flehentlich krähen: „Papiii, Mamiii, warum seid ihr nicht beim Bund!?“ Der Fritz von der Soldatenfamilie nebenan hatte letztens seine Mom in die Luft fliegen gesehen. Jetzt ist er der Held im Kindergarten.

Dass es mit der Menschenfreundlichkeit der GroKo im zivilen Sektor noch nicht so ganz klappt, musste die Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) schmerzlich erfahren, als ihr kühner Vorschlag, für Eltern die 32-Stundenwoche einzuführen, pauschal abgebügelt wurde. Immer-noch-Regierungssprecher Steffen Seibert ließ im Namen seiner Chefin kühl ausrichten, sie habe da lediglich einen „persönlichen Debattenbeitrag“ gebracht. Damit war die Diskussion vom Tisch. Wahrscheinlich müssen junge Eltern künftig eben die Uniform anziehen, um optimale Bedingungen für die Nachwuchs-Aufzucht zu genießen. Die Armee als Kinderparadies hätte dann auch weniger Rekrutierungsprobleme. Die Ursel denkt durchaus strategisch.

Ein Beitrag von Ulrich Gellermann.
Artikel Ersterscheinung in Rationalgalerie

http://www.rationalgalerie.de/kritik/mutti-der-kompanie.html

1 comment for “Familienfreundliche Vernichtung von Familien – neuer Kurs der Frau mit der Stahlhelmfrisur

  1. 13. Januar 2014 at 15:47

    das war wohl nix

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