Rating Agenturen – die unbekannten Wesen

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Im Wesentlichen sind es drei Ratingagenturen, die 90% aller Vorgänge abdecken: Fitch, Moody’s, Standard&Poors . Die Agentur DBRS spielt eine kleine Nebenrolle.

Geschichtlich haben diese Agenturen ihre Wurzeln in privaten Informationsmitteilungen beim Bau der Eisenbahnen und der Metallindustrie im 19. Jahrhundert.  Sie gaben Berichte über die Bonität der Unternehmen heraus und dienten so als Informationsquelle. Die Namen Moody, J. P. Morgan tauchten schon hier auf. Etwa 1970 unter Präsident Gerald Ford wurden diese privaten Unternehmen mit staatlichen Hoheiten ausgestattet und von der Börsenaufsicht ESC (Security and Exchange Comission) lizensiert. Als Agenturen wurden sie nach und nach in alle Finanzgeschäfte eingebunden und unternahmen Beurteilungen von Banken, von Investmentfonds, Pensionskassen bis hin in Bereiche der Entwicklungspolitik der UNO und des IWF und auch in die Zentralbank aller Zentralbanken „International Settlements“ in der Schweiz. Eine enge Zusammenarbeit mit den Geschäften der Wallstreet öffnete diesen Weg. In den letzten Jahrzehnten wurden weltweit in den Zentralbanken auch der EZB und in der Deutschen Finanzaufsichtsbehörde (BaFin!) diesen Rating-Agenturen eine gesetzliche Rolle zugewiesen.

Drei wesentliche Eigenschaften der Rating-Agenturen

1. Kunden geben ihre Finanzprodukte zur Begutachtung und zahlen diese selbst. Dies sind die sogenannten „bestellten Ratings“. Nach dem Prinzip: ‚Du machst mir ein gutes Rating, damit ich an die Börse komme und ich bezahle deine Analyse mit 200 Tsd Dollar.’ Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Ratingagenturen personell selbst an der Erstellung der faulen CDO-Pakete mitgewirkt haben.

2. Die Rating-Agenturen führen auch eigene  Ratings vorzugsweise von Staaten durch. Sie finanzieren diese selbst. Ihre Beurteilungen erzeugen eine hohe politische Wirkung (Beispiel der Ratings mit AAA, obige Beispiele, oder das Wirken im europäischen Raum, Irland, Griechenland, Portugal, Spanien nun auch Frankreich). Die Schuldenprogramme im europäischen Raum spülen direkt oder auf Umwegen, mittels Kreditaufnahme, Entschuldung der Staatshaushalte gegenüber den Gläubigern, den Superbanken (!) das Geld 1000-fach vermehrt wieder in die Kassen zurück. Und die Superbanken selbst sind verquickt mit den Rating-Agenturen.

3. Derivate, die höchste Risikogruppe bei Finanzprodukten stehen in keiner Bilanz einer Bank. Es können weder Hedgefonds, noch die Geschäfte der Schattenbanken, der ins Ausland ausgegliederten Filialbanken großer Banken bewertet werden. Doch gerade diese Bankgeschäfte sind die aggressivsten und risikoreichsten.

Bereits ihre Rechtfertigung vor den US-Aufsichtsbehörden wegen ihrer Falschbewertung der CDO’s kennzeichnet ihren Standort. Obwohl Mitarbeiter der Ratings bei der Entwicklung beteiligt waren, sprachen sie sich von jeder Verantwortung frei. Originalton: „Es waren keine finanztechnischen Handlungen, sondern reine Meinungsäußerungen.“

Ebenso bezeichnend waren die Beurteilungen verschiedenster Banken durch die Rating-Agenturen, noch kurz vor deren Zusammenbruch:

AIG erhielt  noch kurz vor der Pleite AAA
ebenso Lehman Brothers AAA
ebenso Fannie Mae und Freddie Mac AAA.

Die Rating-Agenturen sind also keine neutralen Instanzen, sondern Kampfinstrumente der Superbanken mit hohem politischen Einfluss.

Lesen Sie weiter in meiner Informationsbroschüre: 
Download der Broschüre über Zinsschuld und Finanzprofit

mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Theophil

 

Weiterführende Literatur zum Thema Rating-Agenturen: „Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart“ von Werner Rügemer. Sowie die  Dokumentation auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=PV1d8sCulM4

 

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