Grosse Zentralstaaten als Kriegsrisiko – Europa neu entwerfen

Der Historiker Tobias Salander unterzieht in einem Artikel in „Zeitfragen“ (1) das gegenwärtige Europa und die derzeitige Entwicklung der EU-Politik einer scharfen Prüfung.

«Wenn man ein grosses Reich gründet, wie es hier geschaffen werden will, wenn man alle Kräfte anspannt, einen Staat zu gründen, den man jetzt schon nach seiner Anlage einen ‹absolutistisch-monarchisch-militärischen Staat› geheissen hat, von dem in Berlin gesagt worden ist, in ihm ist alles parlamentarische Leben, alle Freiheit aufgehoben – zu einem solchen Werk können wir nicht ja sagen. Wohin führt die Gründung eines solchen Staates? Die Sucht, die Herrschaft über Europa zu bekommen, liegt zugrunde, und diese Anspannung aller Kräfte wird auch in nächster Zeit zum Kriege führen.» (zit. nach Scharnagl, S. 25)

60 Jahre nach dem 2. Weltkrieg - Europas nächste Diktatur ?

60 Jahre nach dem 2. Weltkrieg – Europas nächste Diktatur ?

Grosse Zentralstaaten als Kriegsrisiko

Lehren aus der Geschichte: Kleinstaaten eher zu l Frieden und sozialem Ausgleich geneigt als Grossgebilde – die EFTA als Alternative zur EU

von Tobias Salander, Historiker

Während die EU von einer Krise in die andere taumelt, der Euro als alternativlos und die Bankenrettung als unausweichlich dargestellt werden, ungeachtet der Tatsache, dass viele EU-Länder den Euro gar nicht haben und Grossbritannien gar offen über den Ausstieg aus dem Völkerkerker EU nachdenkt, in dieser krisengeschüttelten Zeit beginnen sich immer mehr Menschen mit Alternativen zu befassen: Das Konzept des Europas der Vaterländer eines Charles de Gaulle wird von immer mehr Bürgern reflektiert, ja ganze Teile von zentralistischen Nationalstaaten beginnen sich selber wieder als selbständige Staaten und Vaterländer zu begreifen: Schotten, Katalanen, Basken, aber auch Bayern sehen durchaus eine neue Form der Kooperation in Europa: jenseits des doppelten Würgegriffs durch die eigene Metropole und jene in Brüssel. In der Schweiz beobachtet man diese Abläufe mit grossem Interesse, würde doch eine Vielzahl von Kleinstaaten nicht weniger, sondern mehr Sicherheit bringen, denn: Kriege gingen noch immer von grossen Machtgebilden aus, kaum je von Kleinstaaten, die auf Kooperation angelegt und angewiesen sind. Auch wäre ein Wirtschaftsbündnis in Freiheit und jenseits der Kommissarwirtschaft von Brüssel schon vorhanden: Die EFTA besteht auch nach über 50 Jahren immer noch – eine echte Alternative auch für alt-neue Kleinstaaten. Das wirtschaftliche Erfolgsmodell Schweiz würde sich freuen, seine europäischen Nachbarn in diesem Verbund zu begrüssen.

Ein Plädoyer für die Kleinstaaten, mit Beispielen aus der Parlamentsdebatte in Bayern im Winter 1871, als man einem Moloch mit Sitz in Berlin einverleibt werden sollte – mit Stellungnahmen von friedensliebenden Patrioten, die in ihrer Klarheit auch 2013 noch volle Gültigkeit haben.

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(1) Zeitfragen.CH http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1302

1 comment for “Grosse Zentralstaaten als Kriegsrisiko – Europa neu entwerfen

  1. 3. Februar 2013 at 18:36

    Die EU auf die Füße stellen heißt Europa umgestalten. Recht auf Selbstbestimmung der BürgerInnen und Einzelstaaten. Ende des EU- und Finanzdiktats !

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