Leserbrief aus Kamp-Lintfort an Ministerpräsidentin Kraft bezüglich Giftmüll

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Kamp-Lintfort Bürgerbewegung gegen Giftmüll

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Kraft,

Sie besuchen am 21.12.2012 das Bergwerk West in Kamp-Lintfort zur letzten Schicht. Viele Kumpel leben mittlerweile in der vierten Generationen von dieser geförderten Kohle und begrüßen Ihr Kommen in diesen Tagen von ganzem Herzen.

Einige dieser gestandenen Bergleute leben aber auch mit ihren Kindern am Eyller Berg, einer Giftmülldeponie in Kamp-Lintfort und benötigen dringend auch Ihre Kompetenz als Landesmutter, wie ich Sie bezeichnen darf.
Öffentliche Aufklärung und Transparenz sind jetzt auch von Ihnen für alle BürgerInnen dieser Umgebung von größter Bedeutung, sonst unterliegen wir im Kampf für unsere Gesundheit gegen Windmühlen des (Müll)Profits an diesem Giftberg.
Diese Giftmülldeponie der Klasse III, direkt an Wohngebieten der Stadt gelegen, ist zur Hölle der dort wohnenden Menschen mit ihren zahlreichen Kindern geworden.
Krankmachender Schwermetallstaub, wie Blei, Cadmium und Nickel waren und sind nicht von Seltenheit. Der Umweltpolitik von NRW fehlt es einfach an Lösungswillen!

Herr Minister Remmel, Ihr zuständiger Minister für Klima, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Land NRW, hat in der öffentlichen Ausschusssitzung im September 2012 über die Giftmülldeponie Eyller Berg in Kamp-Lintfort gesprochen und nur Fakten wiederholt, die wir Anwohner schon wissen und unserer
Gesundheit wegen fürchten.
Er hat die Gefahr dabei nicht erkennen wollen, in der über 3000 Bürger mit ihren kleinen Kindern leben müssen.
Nach seinen Worten im Umweltausschuss wird die Fa. Ossendot ( Betreiber der Giftmülldeponie) spätestens im November die chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage genehmigt bekommen, egal wo diese Anlage steht, ob auf dem Eyller Berg oder in der Luft aufgehängt wird, sie wird nach gültigem Emissionsschutzgesetz der Betreiberin wohl genehmigt werden müssen, so Ihr Minister an diesem Tag. 
Das Ergebnis des Mediationsverfahren zwischen der Bezirksregierung und der Abfallbeseitigungsgesellschaft mbH ist danach abzuwarten.
Diese Rede war eines grünen Umweltminister nicht würdig und spielt nur denjenigen in die Karten, die weiter ungehindert Giftmüll abkippen dürfen und das somit verdiente Geld gegen protestierende Bürger einsetzen können!
Herr Deppe, Sprecher der CDU Landtagsfraktion in diesem Ausschuss, hat es anschließend unter dem Beifall der Zuhörer auf den Punkt gebracht, er sprach von einer unheiligen Allianz der Beteiligten.

Bei seinem Besuch, 4 Wochen nach seiner Rede im Umweltausschuss des Landtages, hat der gleiche Umweltminister im Kamp-Lintforter Rathaus ganz andere Töne angeschlagen. Der Berg ist nach der 69er Höhenregel zu hoch, zu voll und eine Abfallbehandlungsanlage ist deshalb nicht mehr nötig, diese Deponie muss deshalb geschlossen und rekultiviert werden, waren im Rathaus seine Worte.

Was sollen wir Anwohner jetzt glauben?

Diesen Zwiespalt können nur Sie als Ministerpräsidentin und oberste Dienstherrin von NRW ausräumen und die Bürger aufklären. 

Ihre versprochene Politik der Bürgernähe ist uns noch so
nah, bitte informieren Sie sich vor Ort am Eyller Berg und sprechen Klartext zu den betroffenen Menschen.

Persönliche Anmerkung:
Nach über 30 Jahren Wohnen am Giftberg zu Eyll sei mir ein Vergleich mit meinen Emotionen erlaubt, das was hier abgeht könnte schon eine gewisse Diktatur des (Müll)Profits sein.
Profit vor Leben – das darf es nicht geben.

Ich habe nicht nur einen gerichtlichen Maulkorb sondern auch zwei außergerichtliche Stachelhalsbänder von den Frankfurter Anwälten der Gebrüder Ossendot, den Betreibern der Giftmülldeponie, umgelegt bekommen – um zu schweigen – das werde und kann ich so nicht akzeptieren, denn die Meinungsfreiheit ist auch in unserem Grundgesetz festgeschrieben.
Fazit:
Wir werden mit der „Interessengemeinschaft Endlager Mensch“e.V. für eine giftfreie Region am Eyller Berg kämpfen und die notwendigen Aufklärungen der Bürger durch Fachleute in die Wege leiten.
Vielen zuständigen Politikern im Landtag fehlt offensichtlich der Wille Entscheidungen zu treffen, die rein rechtlich in jedem Fall gegeben sind.

Dieser Eyller Berg ist in den letzten 35 Jahren nun einmal zu hoch, zu voll und zu giftig geworden und verträgt keinesfalls noch eine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage mit einer Million Kubikmeter zusätzlicher Giftstoffe über weitere 20 Jahre.

Mensch und Natur sind jetzt schon überfordert und benötigen dringend Ihre Hilfe, Frau Ministerpräsidentin Kraft!

Ihre Antwort mit großem Interesse abwartend, 

mit freundlichen Grüßen aus Kamp-Lintfort

Lutz Malonek
Vorsitzender
Interessengemeinschaft Endlager Mensch e.V.
Mail: lutz.malonek@t-online.de

1 comment for “Leserbrief aus Kamp-Lintfort an Ministerpräsidentin Kraft bezüglich Giftmüll

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