Klischko – es wird nicht der letzte Kampf – Janukowytsch wartet schon

Samstag, 8. Septemer 2012 boxt Vitali Klitschko gegen Manuel Charr in Moskau. Ursprünglich wollte Klitschko in seinem Heimatland Ukraine boxen, die Regierung des amtierenden Präsidenten Janukowitsch, gegen den Klitschko momentan Wahlkampf führt, untersagte ihm aber dafür die Genehmigung.

Foto: Vitali Klitschko, Klitschko Management Group GmbH, http://www.k-mg.com (copyright holder; the photographer wants to remain anonymous)

Offen ist die Frage, ob dies Vitalis letzter Boxkampf ist, da er mit seiner 2007 gegründeten Partei UDAR (1) politisch in der Ukraine wirken will. Für eine Modernisierung und Annäherung an Europa und vor allem für demokratische und soziale Verbesserungen. Nun alle Politiker sprechen anfangs das Gute vom Himmel. Aber interessant wird diese Sache doch.

Denn Klitschko vermittelt einen persönlich sehr positiven Eindruck:
Einer der nicht klein beigibt.

In einem Interview mit der Welt (2) erzählte er von seinem Umgang mit Gefahr, möglicher Niederlage und eigener Motivation. Auf die Frage „Denken Sie über eine Niederlage nach?“ gab er zur Antwort: „Natürlich nicht. Niederlagen haben in meinen Gedanken noch nie eine Rolle gespielt…. Wer mit solch einem Gedanken in den Ring geht, wird ihn niemals als Sieger verlassen. Und außerdem: Ich liebe das Wort „wenn“ nicht. Es kann immer alles passieren, dessen bin ich mir bewusst. Und jeder Kampf kann auch der letzte sein. Ich bereite mich deshalb auch immer so vor, als ob es mein letzter Kampf wäre. Aber mit negativen Gedanken beschäftige ich mich grundsätzlich nicht. Sonst wäre ich in meinem Leben nicht soweit gekommen.“

Gefragt nach einer demokratischen Erneuerung der Ukraine und sein Verhältnis zu Putin geht Klitschko von einem klaren Plan aus: „Es ist ein riesiges Problem in der Ukraine: Die Regierung macht, was sie will, manipuliert die Gesetze. Das Land bewegt sich auf eine Diktatur zu. Dagegen kämpfen meine demokratischen Parteifreunde und ich. Deshalb hoffe ich, dass die demokratische Opposition die Mehrheit im Parlament bekommt. Dann können wir die nächste Regierung formieren. Nur die neuen demokratischen Kräfte können die Ukraine nach Europa führen…. Mit der Swoboda, der Allukrainischen Vereinigung, und der Timoschenko-Partei, dem Block Julia Timoschenko“ wäre eine demokratische Koalition möglich und vielleicht sogar eine Mehrheit.

Die Mutter der Klitschko-Brüder ist Russin, beide sprechen fließend Russich und haben dort eine riesige Fan-Gemeinde. Aber auch wenn Putin bei dem Boxkampf am Ring säße, zu Putin vebindet ihn nichts. Denn auch „die russische Politik (ist) ziemlich weit von demokratischen Kriterien entfernt… und der Prozess und das Urteil gegen „Pussy Riot“ war knallhart. Die Mädels haben sicherlich etwas überzogen, aber zwei Jahre Haft halte ich für zu hart. Das hat mich überrascht….“

Auch wenn dies sein letzter Boxkampf wird, langweilig wird’s nicht und es wäre sehr positiv, wenn Vitali Klitschko den Zielen treu bleibt, so wie beide Brüder dies seit Jahren mit ihrer Stiftung praktizieren. Für Sport und Bildung der Jugend.(3)

(1) Website der Partei UDAR  http://de.wikipedia.org/wiki/Vitali_Klitschko

(2) Ausführliches Interview in der Welt:
http://www.welt.de/sport/article109013619/Charr-wird-bis-zum-letzten-Blutstropfen-kaempfen.html

(3)  Klitschko Stiftung: http://www.klichkofund.org.ua/

Deutschlandfunk im Juni 2012 http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1792209/

 

1 comment for “Klischko – es wird nicht der letzte Kampf – Janukowytsch wartet schon

  1. 10. September 2012 at 19:32

    klischko du bist der bester und werst immer der beste sein

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