I-Tüpfele Scheisser und kulturelle Toleranz oder die Kopftuchjäger

Festveranstaltung, klassisches Konzert, hundert Hochdekorierte in Schleppe, Schlips und Kragen sitzen gar fromm lauschend der Worte. Da heulte der Wulff, der Islam gehört zu Deutschland und man klatscht. Da philosophiert Gauck, Muslime sind Teil von Deutschland und man klatschte wieder. Merken sie einen Unterschied? Es lohnt nicht, sich darüber Gedanken zu machen, solange dies alles bei Worten und Akklamationen bleibt.

Da liest sich schon besser was in Hamburg auf den Weg gebracht wurde. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz legte Entwürfe der Verträge der Stadt mit den muslimischen Verbänden und der alevitischen Gemeinde vor. Ein Fortschritt zweifellos. Unterschiedlicher Religionsunterricht und Ausübung der Religion wird nun endlich akzeptiert. Noch wichtiger dürfte sein, dass Muslims und Alaviten sich zu Grundgesetz bekennen und die Gleichberechtigung der Geschlechter, zwischen Mann und Frau respektieren wollen!

Aber wir wären nicht in Deutschland, hätten die „i-Tüpfele Scheisser“ nicht wieder im Unrat gerührt. Ein Passus zum Tragen von Kopftüchern fehlt !

Noch heute rennen katholische Ordensschwestern fast vollkommen verschleiert in der Öffentlichkeit umher und niemand stört sich daran. Und auch die alten Mütterchen der zugezogenen „Wolga-deutschen“ mit ihrem bäuerlichen Kopftüchlein juckt niemanden.

Aber für die ewig gestrigen sind die Kopftücher der Musliminnen nach wie vor ein rotes Tuch. Auch dann, wenn die Frauen dies selbst gerne tragen wollen. Schlimm derjenige, der Böses zu unterstellen versucht. Aber irgendwie riecht das nach wie vor nach Rassismus, Herr Stolz. Wir sind doch im 22 Jahrhundert und haben in 2 Weltkriegen erlebt, wohin uns Misstrauen, Vorurteil, geschürte Angst und Fremdenhass führt.

Manchmal zeigt sich an einem kleinen Stück Stoff der Geisteszustand einer ganzen Gesellschaft. Wann endlich verstehen wir, dass der Reichtum in der Vielfalt liegt?

Sagen wir doch einfach mal:

Schön dass du anders bist !

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