Gegenseitiges Mißtrauen ist ein Herrschaftsinstrument über Menschen (Teil1)

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Wir fordern eure Freiheit ebenso wie die von Assange und Bradley Mannings. Facebook-solidarität für die Polit-Rock Gruppe http://www.facebook.com/PutOutPutin

Kaum ist der Schauprozess in Moskau gegen drei junge Frauen von „Pussy Riot“, darunter eine Mutter, mit einem „Gnadenurteil“ von 2  Jahren Straflager vorbei, beginnen die Mutmaßungen und Verdächtigungen über Beweggründe dieser Frauen und Recherchen über Unterstützer, die ganz andere Motive als Demokratie für Russland hätten. Diese „Recherchen“ gehen schließlich soweit, die Interessen CIA-naher Kreise und ein Netzwerk namens NED (1), welche angeblich auch Vereinigungen wie „Reporter ohne Grenzen“ beeinflussen würden, zur Charakterisierung von „Pussy Riot“ und auch anderen demokratischen Oppositionellen zu machen. (2)

Ein Bärendienst für die totalitäre Politik Putins.

Die jüngsten innenpolitischen Verschärfungen unter Putin, unabhängige Vereinigungen als „Ausländische Agenten“ zu behandeln,  Teilnehmer an regierungskritischen Demonstrationen mit bis zu 25 Tausend € Strafe zu belegen, ungeklärte Morde an unabhängigen Journalisten verdeutlichen eindeutig, wo im Russland von heute die Grenze zwischen Demokratie und Unterdrückung verläuft.

Schon alleine die Art der Schauprozesse, bei denen die Regierungs-Kritiker in Handschellen und dazu noch in einem mit Eisenstangen und Glas geschlossenen Käfig im Gerichtssaal wie Schwerverbrecher vorgeführt werden, widerspricht doch offensichtlich internationalen Normen von Gerichtsbarkeit.

Und auch die Tatsache, dass die drei zu 2 Jahren Straflager verurteilten jungen Frauen und Mutter und auch der gegen das „Riot“ Urteil protestierende Kasparow mit 5 Jahren zu rechnen hat, sollte eigentlich zu denken geben. Wer will schon sein junges Leben und sein Privatleben, das man viel angenehmer gestalten könnte, als Werkzeug einer fremden Macht opfern?

Doch alle diese objektiven Umstände finden bei den „Rechercheuren“ keinen Eingang in ihrer grundsätzlichen Einschätzung von „Pussy Riot“ und der demokratischen Opposition in Russland. Die Geschichte ist voll von Beispielen,  wie diverse politische Kräfte mit ganz anderen Zielen versuchen, auf demokratische und gesellschaftliche Bewegungen Einfluß zu nehmen.

Dies darf aber doch nicht dazu veranlassen im Umkehrschluß diese Bewegungen als fremdgesteuerte Instrumente zu diffamieren!

Es ist doch gerade Aufgabe der demokratisch wirkenden Menschen, ob Journalist, Schriftsteller, Aktivist oder passiver Unterstützer, jede/r nach seinen Möglichkeiten demokratische Bewegungen weltweit zu unterstützen. Genau dieses Engagement, die Solidarität der Unterstützung stärkt die Demokratie und schwächt die Einflußnahme obskurer Kräfte.

Es muss die Frage schon erlaubt sein, welche Ziele solch schräge Recherchen beabsichtigen.

Sie erfüllen auf jeden Fall die Aufgabe die demokratische Opposition in Russland zu diffamieren und zu schwächen und so den totalitären Kurs zu unterstützen. Die „Rechercheure“ sollten sich die einfache und menschliche  Frage stellen, ob sie ihr Leben gerne für 2 oder 5 Jahre in einem russischen Straflager verbringen wollten, und ob sie bereit wären, für ihre moralische und politische Haltung so standhaft zu bleiben, wie es die Frauen von „Pussy-Riot“ sind? Und wenn, wären sie dann auch mißbrauchte Instrumente der Feinde Putins?

Desorientierung durch Schüren von Misstrauen und Erzeugung von Verunsicherung gegenüber dem anderen Menschen scheint mir als zwischenmenschliche Verhaltensweise und Eigenart besonders in den Ländern stark ausgeprägt, in denen Entsolidarisierung sehr stark vorangeschritten ist, und gleichzeitig die allgemeinen Lebensbedingungen gegenüber anderen Ländern noch scheinbar stabil und das gesellschaftliche Klima noch scheinbar demokratisch geprägt ist. In den Ländern, wie Griechenland oder Spanien, in der die Allgemeinheit viel breiter und stärker von Krise, Armut und Not betroffen ist hält man wohl eher zueinander, anstatt sich zu gegenseitig zu belauern.

Unter dem gleichem Titel will ich diesen Gesichtspunkt anhand der Schicksale von Assange und Bradley Manning, des tibetischen Volkes und des Dali Lama und auch zum Drama des syrischen Volkes weiter beschreiben.

(1)  NED ist eine Stiftung in den USA  http://de.wikipedia.org/wiki/National_Endowment_for_Democracy

(2) Dieser erste Teil bezieht sich stellvertretend auf einen Artikel von Alexandra Bader, erschienen in
http://ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2478.

(3) Facebook-solidarität für die Polit-Rock Gruppe  http://www.facebook.com/PutOutPutin

Dieser Anhang scheint mir wichtig zu sein: Eine Rückmeldung eines Lesers belegt meines Erachtens exemplarisch das Problem der Voreingenommenheit, Intoleranz gegenüber anderen Meinungen, starrer Ideologie und Weltanschauung und gerade des tiefsitzendes Misstrauens und der Entsolidarisierung:

Sein Kommentar:
“ Wie kann man so einen Müll glauben und auch noch veröffentlichen: „Es ist doch gerade Aufgabe der demokratisch wirkenden Menschen, ob Journalist, Schriftsteller, Aktivist oder passiver Unterstützer, jede/r nach seinen Möglichkeiten demokratische Bewegungen weltweit zu unterstützen.“ Wo bitte finden sich solche Leute? Die gibt es schon lange nicht mehr. Es geht immer um ein Ziel. Unterdrückung durch die USA. Es wird den Menschen wie Dir und vielen anderen als Freiheit und Demokratie verkauft. Tatsächlich ist es ein weiterer Schritt in die Versklavung.“

Die Absenderadresse des Artikel-Kritikers war zudem leider gefaked – kxxx@web.de unkwown Emailaccount. Auch dies ein Zeichen für null Diskussionsbereitschaft. Die Rückmeldungen auf diesen 1.Artikel beweisen mir, dass genau hier der wunde Punkt angesprochen wird und nachfolgende Artikel genau zu diesem Aspekt sehr wertvoll sind.

2 comments for “Gegenseitiges Mißtrauen ist ein Herrschaftsinstrument über Menschen (Teil1)

  1. 1. September 2012 at 14:46

    Nicht alles ist so wie es scheint

    Ohne dem Autor oder Pussie Riot zu nahe treten zu wollen, würde ich doch gerne auf eine weitere Sichtperspektive hinweisen. Dass Putin schon wieder an der Macht ist, ärgert den Westen enorm, denn Putin ist der Einzige, der genügend Widerstand leistet gegen den Durchmarschversuch der Westmächte hin zur totalen Weltherrschaft. Ohne Putin hätten die USA bereits längst ihre Full Spectrum Dominance erreicht und die Geldkonzerne uns schon längst zerfleischt.

    Daher ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass Menschen wie Pussie Riot instrumentalisiert werden, um andere zu diskreditieren, wie man am Beispiel der beiden jungen Damen sieht, die gegen Assange in Stellung gebracht wurden nachdem sie sich bereits des Sexes mit ihm im Freundeskreis gebrüstet hatten. Seit einiger Zeit schon bin ich sehr, sehr, sehr vorsichtig, Geschichten zu glauben, die über Pressekampagnen lanciert werden. Siehe Frau Timoschenko, Strauß Kahn oder Kachelmann. Auch C. Wulff wurde von der Presse aus dem Amt gemobbt, weil er den ESM- Vertrag nicht unterschrieben hätte. Gauck hat da keine Probleme mit.

    Aus all diesen Gründen bin ich mir auch sicher, dass die Berichterstattung über Pussie Riot beendet sein wird, sobald diese im Bau sitzen. Dann nützen sie unserer Presse nichts mehr und haben zudem ihren Dienst getan, eine Angriffsfläche zu bieten, von der aus der russische Präsident mit Dreck beworfen werden kann.

    • Doris
      1. September 2012 at 16:14

      @denkbonus:“…bin ich mir auch sicher, dass die Berichterstattung über Pussie Riot beendet sein wird,…“
      Da frage ich mich aber: sind wir dann auch zufrieden, wenn die Riot-Frauen in Vergessenheit geraten? Kann dies wirklich unsere Konsequenz sein, dass wir Oppositionelle, nachdem sie den Einen nicht mehr für ihre mediale Ausschlachtung taugen, ebenso fallen lassen. Für solche Art der Überlegung vermisse ich die Basis der menschlichen Sichtweise. Es geht uns doch um Demokratie-Bewegung und nicht um Machtpolitik mit Menschen als Objekten?
      Mit anderen Worten: wird „Pussy-Riot“ von hiesigen Medien und Politik instrumentalisiert, dann bedeutet dies doch nicht, dass sie in deren Dienst stünden. Egal wie man zu Lenin steht und der russischen Revolution. Der „Westen“ steckte sogar Geld und Material zu, damit das Zarenreich durch diese Erhebung, geschwächt wurde. Heißt dies im Umkehrschluß, dass Lenin und die Kader der Erhebung Auftragskiller des deutschen Kaiserreiches waren?
      Ich verstehe diese Logik der „Riot“ oder Assange-Kritiker absolut nicht. Mir ist diese Denkweise fremd.

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