Pleite, Pech und Pannen – über Wulff, Barschel und Köhler

Nachdem Ex-Bundespräsident Christian Wulff, der nebenbei gesagt jede EU-gemeinsame Schuldenpolitik, so auch die Euro-Bonds strikt ablehnte, will ihn zumindest die bundesdeutsche Öffentlichkeit nirgends mehr sehen. Zur Unperson wird man, wenn man zuerst so aufrichtig und frömmlich tut wie möglich und dann bei jeder Gelegenheit zu Rechtfertigung oder Entschuldigung in eine nächste unehrliche Erklärung verfällt.

Die Presse, die sich auch im Fall Wulff als vierte demokratische Macht aufspielte, setzte alles daran, dass es nur noch schlimmer um Wulff geschah. Aber diese Medien und deren „Enthüllungsjournalismus“ tauchten ab, als der Neue, Joachim Gauck kam. Nichts war mehr zu hören von den ganzen Enthüllungen und dem Protest des „Anstandes“. Wie es sich für Bundespräsidenten ziemt, erhielt Wulff denn auch alles, was ein BP als Abschiedspräsent bekommen kann. Ein Büro, Dienstwagen, Gehalt und Abfindung, dass es sich gewaschen hat.

Da hat kein Mensch aus der Welt der Journalie mehr den Mund aufgemacht. So liegt der Verdacht nahe, dass es nicht um Gerechtigkeit bei der Aufdeckung von Vergehen, sondern einfach um einen Rausschmiß eines andersdenkenden Politikers handelte, der eben dem EU-Kurs Merkels im Wege stand. Der Focus meldet nun kleinlaut, dass scheinbar keine großen Aussichten mehr bestünden, eine Verhandlung gegen Wulf wegen Vorteilsannahme zustande zu bringen.

Auch Herr Barschel fiel in Ungnade, nur bezahlte er diese „Ungnade“ mit seinem Leben. Es waren wohl nicht nur einfache politische Verfehlungen, sondern durchaus Waffengeschäfte im großen Stil, die Herrn Barschel vor 25 Jahren in die Enge trieben. Er habe sich wahrscheinlich das Leben genommen hieß es. im Genfer Hotel «Beau Rivage». Obwohl auch damals schon Barschels Witwe Freya eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt gestellt hatte. Eine Spur, das Haar einer fremden Person war als Beweismittel „verschwunden“. Die Lübecker Anklagebehörde lehnte seitdem weitere Ermittlungen ab mit der Erklärung: «Die Untersuchungsergebnisse bieten keine zureichenden Anhaltspunkte, die es erlaubten, eine Linie zu eventuell tatverdächtigen Personen zu ziehen». Es gab sie also, diese tatverdächtigen Personen ?

Nun nach 25 Jahren – die Möglichkeit der DNA-Analyse lassen es nun mal zu, entgegen des Wunsches der Tatverschleierer – wurden fremde DNA Spuren überall an den Kleidern des eventuellen „Selbstmörders“ und sich angeblich „selbst entkleidenden und in die Badewanne gelegten Mannes“ gefunden. Auch an den Strümpfen, sagte der ehemalige Kieler CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka. Aber die Gegner weiterer Ermittlungen haben trotzdem einen Trumpf im Ärmel:  …die DNS-Spuren seien nicht mehr detailliert genug, um das Geschlecht der unbekannten Person festzustellen…Sie seien aber sehr wohl gut genug, um sie mit möglichen Verdächtigen zu vergleichen …. Waffengeschäfte sind ein sehr „heißes Eisen“ ! (2)

Herr Horst Köhler, auch ein EX-Bundespräsident, der Mann vor Wulff – er ging von selbst aus dem Amt. Man interpretierte in seine Worte das, was die offizielle Bundespolitik vor einigen Jahren noch nicht öffentlich sagen wollte. Aufgrund der „politischen Interessen“ der Bundesrepublik nach dem freien weltweiten Zugang zu Rostoffen und Ressourcen und des Handels, sei der Einsatz militärischer Schutzmaßnahmen durch eingreifende Bundeswehreinsätze eine notwendige Vorrausetzung. Dies sind auch Zielsetzungen, wie sie im Lissabonner EU-Vertrag festgelegt wurden.

Soviel „Offenherzigkeit“ war der Bundesregierung damals noch zu viel. Heute steht die Bundeswehr an vielen Ecken und Enden der Welt. Einsatz zu Wasser und zu Lande in fremden Ländern ist „erlaubt“. Lieferungen mordernster Handfeuerwaffen und modernster Panzer an despotische Regime sowie Überlegungen über den Einsatz von Kampf-Drohnen durch die Bundeswehr machen die Runde.

 

(1) Zum Fall Barschel  http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1343391

(2) Waffengeschäfte:  Die UN-Konferenz vom 28.Juli 2012  für ein erstes weltweites Waffenhandelsabkommen ist wieder gescheitert.

2 comments for “Pleite, Pech und Pannen – über Wulff, Barschel und Köhler

  1. tamara winter
    31. Juli 2012 at 14:13

    warum lassen sie sich treten und prügeln ? Wulff und Köhler …. und warum schweigen sie ????

  2. 30. Juli 2012 at 03:03

    Manipulationen, Täuschungen so weit das Auge reicht..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.