Krise als Chance, gesund schrumpfen, den Gürtel enger schnallen …

Der Spruch „Krise als Chance“ basiert auf geschichtlicher Erfahrung, sagt allerdings nichts über die Qualität einer Chance aus. So nutzten die Faschisten und ihre Hintermänner die Wirtschaftskrise zur Machtergreifung und letztlich zu einem umfassenden Weltkrieg. Nach dem 2. Weltkrieg bot sich erneut eine Chance. Und diese führte zur Gründung der Vereinten Nationen, zur UN-Charta für Menschenrechte, zur Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Der Spruch „Krise als Chance“ beinhaltet also erst einmal keine Wertung in gut oder schlecht für die Menschen. Sehen wir uns die Sache also genauer an.

Krisenzeiten sind auch Chance zur Profilierung politischer Parteien und ihrer Frontmänner -frauen.  Ob nun ein Herr Rösler, der sich wie das Imitat der Sphinx in Weissagungen über den Austritt Griechenlands ergießt oder andere Politiker, die gar zu wissen glauben, Griechenland, Portugal, Spanien und Italien seien in der Eurozone nicht zu halten, weil die einen Staaten zu stark, die anderen aber zu schwach seien, so Herr Aiwanger. Wieder andere wie Gabriel oder Trittin poltern gegen Erpressung durch die Banken, um sich die mit ESM und Fiskalpakt verunreinigten Finger zu waschen.

Der Unterschied zwischen starken und schwachen Wirtschaften in den einzelnen Ländern führt eben nicht automatisch zu einer Krise und auch nicht zum Verfall einer Währung. Die Vereinigung Deutschlands ist da das beste Beispiel. Auch Ost- und Westdeutschland waren absolut ungleich. Dass die Einheit trotzdem mit einer gemeinsamen DM-Währung gelang, lag an der politischen Veränderung und Anpassung in den unterschiedlichen Gesellschaften. Denn alle allgemeinen Regelungen im Bereich Arbeit, Finanzen, Wirtschaft, Soziales, Medizin, Bildung usw. wurden auf eine gemeinsame Basis gestellt.

Die Krux sogenannter Vereinter Staaten von Europa besteht darin, dass die Politik mithilfe einer gemeinsamen €uro-Währung ein „gemeinsames Dach“, ein Verwaltungszentrum EU mit der €uro-Zange errichten wollte und weiterhin errichten will, während sämtliche wirtschaftlichen und sozialen Standards in allen EU-Ländern bis heute ungleich geblieben sind.

Ein Europa von oben, gesteuert mittels des Finanzinstruments Euro.
Das Gebälk des Daches wackelt, weil das Fundament nicht existiert.

In allen Bereichen der Gesellschaft, im Steuerrecht, Staatsverwaltung, Rente, Arbeit usw. wären gemeinsame gesellschaftliche Standards nötig. Ohne gleiche „Spielregeln“, ohne eine gemeinsame Statik gibt es kein gemeinsames gesellschaftliches Fundament. Dies ist die Kritik all derer, die die EU-Verträge wie den Lissabon-Vertrag von Anfang an kritisierten. Eigentlich hätten die Fernsehzuschauer kürzlich im Sommerinterview der ARD von Katja Kipping (DieLINKE) genau diese Frage beantwortet bekommen wollen, als der Moderator Walde sie provozierend fragte, ob nun die arbeitende Bevölkerung Deutschlands, die sich unter der rot-grünen Regierung mit dem Abbau im Arbeits- und Sozialbereich abfand, nun denen helfen sollen, die bereits mit 60 Jahren in Rente gehen. Und genau in dieser Frage liegt der Hase im Pfeffer.

Eine europäische Einigung bedeutet eben nicht, dass ein Schulmeisterkonzept Deutschland über alle Krisenstaaten mithilfe drastischer Spar- und Kürzungsprogramme ausgeweitet werden kann.

Denn dieser Vorgang einer wirklichen Vereinheitlichung der europäischen Gesellschaften müsste demokratisch geschehen und er würde aufgrund der Kraft des Widerstandes besonders der südeuropäischen Bevölkerung dazu führen, dass auch in Deutschland z.B. die unsinnige Rente mit 67 wieder gesenkt, dass anstatt Hartz4 andere Soziallösungen gefunden werden müssten, dass Privatisierungen in Verkehr und Gesundheitswesen zurückgenommen würden und auch die Allgewalt der Finanzmärkte in ihre Bahnen gelenkt würde. Die Mehrheit in Spanien, Deutschland, Griechenland, Frankreich ist gegen die soziale Demontage. Gegen ein Rentenalter von 67+, damit man gleich nach der Arbeit in die Kiste wandert, gegen die Privatisierungen und Personalabbau in Medizin und allen öffentlichen Einrichtungen, wo unsere Leber mittlerweile wie Gänseleberpastete gehandelt wird oder jetzt schon nur gegen €-Cash behandelt wird.

Die €uro- und EU-krise ist das Ergebnis einer chaotischen, einzig aus Finanzinteressen geprägten EU-Politik der einzelnen Regierungen, die sich mittlerweile den 1 000 000 000  €uros (1 000 Mrd.)  nähern, die sie den Superbanken und dem Finanzadel in Europa in den Allerwertesten stecken. Während sie bei uns die medizinische Versorgung korrumpieren und ausbluten, Sozialeinrichtungen streichen und nun diese Zustände in den südeuropäischen Ländern mit der €uro-Brechstange als Sparprogramm der Bevölkerung durchpeitschen wollen.

 „Geld arbeitet nicht“ – es arbeiten die Menschen. Und diesen Menschen gehört Europa, nicht den Strategen aus Finanz- und €uro-Welt und ihren politischen Handlangern aus der Parallelwelt.

Volksabstimmung : Für Banken, die den Menschen dienen.

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