Auf zum letzten Gefecht

Lew Kopelew: Lehrjahre eines Kommunisten

Es sollte ein „Pluralistisches“ Bild abgeben, die Wahl für die Vorsitzenden der „Linke“. Etliche Kandidaten waren zur Wahl angetreten und nahmen denn auch ihre Kandidatur erwartungsgemäß zurück.

Das passte zu den SOS-Reden von Gisy und Lafontaine. Es ging ums politische Überleben dieser Partei, um ihre letzte Möglichkeit und Kipping und Riexinger waren das, wahrscheinlich geplante und gewünschte Paar, um irgendwie noch die Wogen zu glätten.

Gisy und Lafontaine gestanden ein Klima des Hasses innerhalb der Partei und der Fraktion ein. Pathologische Züge hätte dies bereits angenommen. Der mögliche Niedergang wurde von beiden an die Wand gemalt und dies half  – noch einmal.

Nicht überraschend war, dass die eigentlichen Ursachen des Niedergangs der „Linke.“von keinem der Redner und Kandidaten angesprochen war. Denn die innerparteilichen Querelen und Feindschaften werden als nicht politisch eingestuft. Prinzipien von Ehrlichkeit und gegenseitiger Hilfe innerhalb der Partei  – eigentlich ein Element sozialistischer Politik – wurde mit einer Handbewegung abgetan. Eine Partei bestehe nicht aus edlen Menschen, da herrschten auch Gefühle. So Lafontaine. Aber warum sollten Gefühle nur negativ sein? Und wieso soll Politik gefühllos sein?

Eine weitere und wichtigere Ursache besteht wohl darin, dass mittlerweile der „Linke.“ eine weitere Konkurrenz erwachsen ist. Die Piraten, deren wichtigstes Erkennungsmerkmal das Prinzip Ehrlichkeit, Transparenz und Offenheit gegenüber dem Menschen darstellt und sie bei allen Wählerschichten sehr beliebt macht.

Die „Linke.“ verdrängt weiterhin ihre Fehler. Sobald die Piraten-Partei in verschiedenen Themengebieten ein genaueres Profil erarbeitet haben, wird diese Partei „DieLinke.“ das Zeitliche gesegnet haben. Katja Kippings Wunsch nach mehr Menschlichkeit in Ehren, dann sollte die erste Lektüre der Mitglieder ihrer Partei die Lebenserkenntnisse von Lew Kopelew sein. „Und schuf mir einen Götzen“.

 

Drei Artikel zur Auflösung der Partei “die Linke.”

http://tv-orange.de/2012/05/nachruf-auf-die-linke-aufforderung-zum-austritt/

http://tv-orange.de/2012/05/julian-bielicki-ueber-rote-sa-schlaeger-zum-zustand-der-partei-die-linke/

http://tv-orange.de/2012/05/wasg-pds-sed-linke-3-teil-und-vorlaeufiges-ende/

 

2 comments for “Auf zum letzten Gefecht

  1. Tagesspiegel meint
    3. Juni 2012 at 12:43

    Verständigt hat sie sich auf ein Duo, das wie eine Kopie der gescheiterten Parteichefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch erscheint. Die Sächsin Katja Kipping sagt, sie könne als junge Mutter nur Vorsitzende in Teilzeit sein, der Stuttgarter Gewerkschaftsfunktionär Bernd Riexinger bewirbt sich mit einer Rede wie auf einer 1.-Mai-Kundgebung. … Der Reformer Dietmar Bartsch, der die Partei kennt wie kaum ein anderer – abgemeiert. Und die Ex-Kommunistin Sahra Wagenknecht, zweites großes Talent der Partei – sie wollte partout nicht. Die alte PDS ist endgültig tot, und die schwersten Zeiten stehen der Linken erst noch bevor.

  2. Pingback: Neues Personal vor einem alten Scherbenhaufen

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