Offener Brief von Frau Evelyn Hecht-Galinski an den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

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Frau Evelyn Hecht-Galinski bittet unseren Bundespräsidenten Herrn Joachim Gauck, bei seinem anstehenden Staatsbesuch in Israel, sich für Frieden und Freiheit auch der Menschen Palästinas auszusprechen. Klare und deutliche Worte der Wahrheit, denn Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden kann nicht durch Verschweigen von Unrecht erreicht werden. Das lehrt uns die Geschichte zweier Diktaturen auf deutschem Boden. Wahrheit ist unsere Pfllicht.

Evelyn Hecht-Galinski ist die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. (1)

 

Offener Brief anlässlich Ihrer Reise nach Israel

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

Ihr bevorstehender Staatsbesuchs nach Israel Ende Mai veranlasst mich, Ihnen zu schreiben.

Ich bitte Sie ganz herzlich, diesen Besuch, der Sie auch in die besetzten Gebiete führen soll, dazu zu nutzen, für die Menschenwürde auch in Israel und Palästina einzutreten.

Die gleichen hohen Maßstäbe, die Sie gegenüber der Ukraine anlegten, sollten genauso für Israel gelten, das gegen jedes geltende Recht immer noch Palästina besetzt hält. Gewiss ist die Ukraine wie viele andere uns nahe stehende Staaten ein zu kritisierendes, nicht unseren demokratischen Gepflogenheiten entsprechendes Land, aber auch Saudi-Arabien, Bahrain, China oder Weißrussland – um nur ein paar aufzuzählen.

Auf Ihrer Reise nach Israel und in die besetzten palästinensischen Gebiete (Gaza?) sollten Sie ihre israelischen Gesprächspartner ermahnen, sich nicht nur immer und überall als „einzige Demokratie im Nahen Osten“ zu bezeichnen, sondern dies nun endlich auch in die Tat umzusetzen!

Verehrter Herr Präsident Gauck, können sie es mit Ihren vielen Reden zum Thema Freiheit und Gerechtigkeit vereinbaren, dieses Thema nur in Israel nicht ansprechen?

Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde wird dem palästinensischen Volk von Beginn an – seit Gründung des Staates Israel – vorenthalten. Können Sie mir ein anderes Land auf der Welt nennen, das sich selbst als Demokratie bezeichnet, aber als Land ohne Verfassung und feste Grenzen von Beginn an, also seit Gründung, ein anderes Volk vertrieb und enteignete und das unter den Augen der Weltöffentlichkeit? Gerade als Präsident der Bundesrepublik Deutschland, sollten Sie es als besondere Verpflichtung sehen, nicht nur des Holocausts und der Schuld gegenüber der sechs Millionen jüdischen Opfer zu gedenken, sondern auch der anderen Opfer des Holocausts und damit der gemeinsamen Vergangenheit zu gedenken und endlich auch Gerechtigkeit und Freiheit für die Palästinenser einzufordern!

Wenn sie in Yad Vaschem sind, der Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, sollten Sie im Gedächtnis haben, dass Sie direkt „Vis a Vis“ nach Deir Yassin schauen, auf den Ort des Massakers, das israelische Terroristen in diesem Dorf verübten und mit dem die Nakba, die Katastrophe des palästinensischen Volkes begann.

Seien Sie ein mutiger Präsident und treten Sie ein für Freiheit und Gerechtigkeit für die Palästinenser, auch in Israel!

Gerade als Deutsche sollten wir uns gemeinsam zur Solidarität gegen das Unrecht, das man an den Palästinensern begeht, bekennen. Derzeit sind in israelischen Gefängnissen an die 5.000 Palästinenser/innen inhaftiert – unter ihnen Frauen, Kinder und gewählte (!) Parlamentsabgeordnete, und seit vierzehn Tagen befinden sich nahezu 2000 Häftlinge im Nafha-, Ashkelon-, Gilboa- und anderen Gefängnissen in Israel im Hungerstreik, unter ihnen vier Gefangene in akuter Lebensgefahr! Da braucht Israel Druck, gerade auch von deutscher Seite, um diese Praktiken zu beenden.

Setzen Sie ein kraftvolles Zeichen für Freiheit und Gerechtigkeit und nehmen Sie den Chef der Charité, Prof. Einhäupl, mit einem Notfall-Team zu diesen Häftlingen mit nach Israel! Warum nur in die Ukraine zu einer prominenten Oligarchin, nur weil sie die besseren Beziehungen zu Deutschland hat? Das entspricht sicher nicht Ihrem Verständnis von Freiheit und Gerechtigkeit.

Die meisten von diesen palästinensischen Gefangenen sitzen in sogenannter „Administrativhaft“. Damit erlaubt sich Israel, die inhaftierten Palästinenser praktisch unbegrenzt und ohne Anklageerhebung festzuhalten. Viele von ihnen – besonders die aus dem Gazastreifen – dürfen keinen Besuch empfangen und haben schon seit Jahren ihre Familien nicht gesehen.

So wie ich meinte, es nach Ihren Reden von Freiheit und Gerechtigkeit verstanden zu haben, können Sie das sicher nicht mit Ihrem Gewissen und Ihrem Amt vereinbaren. Sie als evangelischer Theologe und ehemaliger DDR Bürgerrechtler und mit so vielen Posten in Institutionen, die immer so klingende Namen haben, wie: „Gegen Vergessen – für Demokratie“, „Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, und in der sogar nach Ihnen benannten „Gauck Behörde“. Man bezeichnete Sie als Mahner und einer Art gesamtdeutscher Instanz.

Hier können Sie als Instanz ein Zeichen setzten, wenn schon die „normalen“ Politiker in dieser Hinsicht völlig versagen und die Menschenrechte mit zweierlei Maß messen, wenn es um den jüdischen Staat geht. Sie sollten Israel eindringlich darauf hinweisen, dass es mit unserer Unterstützung nur einen „demokratischen“ Staat Israel geben kann für alle seine Bürger, ob Juden, Christen, Muslime!

Auch wäre es eine schöne Geste, wenn Sie das mutige Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass stolz im Reisegepäck hätten und die unterwürfigen Stimmen ignorieren, die aus Feigheit „Gras darüber wachsen“ lassen möchten.

Ihre Stimme wird bei Ihrem anstehenden Besuch in Israel bis in die gesamte arabische Welt und auch in Washington gehört werden, wenn Sie für Freiheit für das palästinensische Volk eintreten – vergleichbar der Rede des israelischen Ministerpräsidenten in Washington vor den Kongress-Abgeordneten: „Ihren Applaus hört man bis in das ewig ungeteilte Jerusalem“. Ihre Rede in Israel wird dann bis in das ewig wiedervereinigte Berlin zu hören sein, wenn Sie für die Freiheit für das inhaftierte, besetzte und gedemütigte palästinensische Volk eintreten.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Evelyn Hecht-Galinski


(1) Heinz Galinski Vorsitzender des Zetntralrates der Juden in Deutschland 1988-1992
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Galinski

28 comments for “Offener Brief von Frau Evelyn Hecht-Galinski an den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

  1. Kristin Herzog
    20. Mai 2012 at 21:27

    Sehr geehrter Herr Bundespraesident Gauck,
    ich schliesse mich dem Schreiben von Frau Hecht-Galinski mit voller Ueberzeugung an. Ich moechte Sie herzlich bitten, sich auch fuer die Menschenrechte der Palestinenser einzusetzen.
    Mit Dank im voraus –
    Kristin Herzog

  2. Anne Fritzen
    17. Mai 2012 at 17:59

    Sehr geschätzter Herr Bundespräsident Gauck,

    das Schreiben von Frau Hecht Galiski, möchte auch ich inhaltlich aus tiefstem Herzen unterstützen. Auch ich bitte Sie eindringlich, sich gegen die unerbittliche Besetzung Palästinas durch die Israelis auszusprechen.Das Unrecht, dass den Palästinensern widerfährt, empfinde ich als Tragödie.Ich hoffe darauf, dass Sie, bei Ihrem anstehenden Besuch in Israel den Mut haben, ein unmissverständliches Zeichen zu setzen. Danke dafür. Mit großem Respekt grüße ich Sie.
    Anne Fritzen

  3. Birgid Diebner
    15. Mai 2012 at 17:30

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

    Die Erwartungen an Sie sind groß. Viel größer aber ist das Leiden der Palästinenser seit Jahrzehnten. Ich muss nicht aufzählen, was Ihnen gewiss (?) auch bekannt ist und was sogar von israelischen Friedensbewegungen recherchiert und veröffentlicht wurde. Aber ich möchte mich dem Appell von Frau Hecht-Galinski anschließen. Vielleicht ist es an der Zeit den Israelis ein in der jüngsten deutschen Geschichte wirkmächtiges Wort zuzurufen: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

    Ich grüße Sie voll Vertrauen und mit großer Achtung

    Birgid Diebner

  4. 14. Mai 2012 at 22:26

    Endlich jemand der sich für eine Wahrheit engagiert, was Israel mit allen Mitteln versucht, seit Jahrzehnten zu verschleiern. Ich werde mit meinen ganz kleinen Mitteln und allen mir gegebenen Möglichkeiten dafür sorgen, meine Mitmenschen aufzuklären. Ein Ende unserer bestehenden Monokultur ist das Ziel, ebenso wie freier und unabhängiger Journalismus. ich stehe mit ganzen Herzen zu den Zeilen von Frau Evelyn Hecht Galinski!!!

  5. Jager, Ernst
    14. Mai 2012 at 16:44

    Die Aktion unterstütze ich aus vollem Herzen und Übereugung. Wann schaffen Politiker den wirklichen Frieden, ein Menschenrecht! – Der Wunsch aller Völker. Noch entscheidet die Politik für Kriege mit viel Leid, Not, Elend und Zerstörung ganzer Infrastruckturen. Damit aufzuhören ist das Gebot der Stunde.

  6. Hartmut Piater
    14. Mai 2012 at 15:59

    Ich unterstütze die Aktion!
    Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit nicht nur für Israel, sondern auch für Palästina

    • Koll Irmgard
      14. Mai 2012 at 21:41

      Ich unterstütze voll diese Initiative. Den Menschen in Palästina darf nicht weiter die Beschneidung ihrerMenschenrechte erlaubt werden, nur um den imperialistischen Interessen der israelischen Regierung zu nützen.

  7. Arno Schäfer
    14. Mai 2012 at 14:37

    Nazi-Deutschland hat gegenüber den jüdischen Menschen unvorstellbare Verbrechen begangen. Dies ist jedoch kein Grund, dass unsere Politiker kuschen und „den Schwanz einziehen“, wenn es um die Verbrechen des nationalistischen Zionismus geht, begangen an dem palästinensichen Volk mit ethnischen Säuberungen, Vertreibungen, Landraub, tausendfachen Mord, Verhaftungen usw. usw. Der internationale Zionismus fügt damit dem eigenen jüdischen Volk einen großen Schaden zu. Man braucht sich nicht wundern, wenn der Hass der Verfolgten zurückschlägt.

  8. Bert Hauch
    14. Mai 2012 at 11:20

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    unterscheiden Sie sich bitte bei Ihrem Besuch in Israel von anderen deutschen Politikern, die nur devot wiederholt haben, an der Seite Israels zu stehen. Sie, dem die FREIHEIT ein so hohes Gut ist, sollten sich auch – deutlich und entschieden – bei Peres und Netanjahu für die Freiheit und für ein menschenwürdiges Leben des palästinensischen Volkes einsetzen. Nehmen Sie bitte in Israel auch mit der israelischen Friedensbewegung Verbindung auf – z. B. mit „Gush Shalom“ und seinem bedeutenden Vertreter Uri Avnery – http://www.uri-avnery.de -. Damit stärken Sie die Friedenskräfte – und tun etwas Wichtiges für einen gerechten Frieden im Nahen Osten.
    Ich setze meine Hoffnung in Sie und grüße Sie herzlich
    Bert Hauch

  9. Harald Neumann
    13. Mai 2012 at 23:20

    1931 geboren und noch 13 Jahre in der NS-Zeit in Deutschland aufgewachsen, belastet es mich , daß meine Eltern das Unrecht und die Verbrechen, die damals geschahen, nicht deutlicher erkannt, verurteilt und gegen sie eine bewußtere Position vertreten haben. Als Christ und Ev. Pfarrer sind mir deshalb Zeichen und Handlungen der Sühne gegenüber Juden, aber auch all den Anderen, an denen sich Angehörige unseres Volkes schwer schuldig gemacht haben, ein Herzensanliegen. Zunehmend belastet es mich aber auch heute, von dem Unrecht und Leiden zu erfahren, das die palästinensische Bevölkerung – besonders in den von Israel besetzten Gebieten – in der Folgenkette unserer Schuld – nun ertragen muß.
    Der Staat Istael rechtfertigt seine „Maßnahmen“ damit, er sich in seiner Existenz bedroht fühlt. Aber nur mit Schritten, die ein Vertrauen stärken, daß auch das Lebensrecht der Anderen geachtet und beachtet wird, kann Frieden wachsen!
    Das zum Ausdruck zu bringen, muß heute auch zu unserem Freundschafts- und Versöhnungsdienst gehören!
    Harald Neumann in Gielsdorf

  10. Christa Zubaidi
    13. Mai 2012 at 19:44

    Sehr geehrter Herr Bundespraesident Gauck,ich lebe mit meiner Familie seit 12 Jahren in Palaestina.Seit 2009 besitze ich den palaestinensischen Pass.Ich habe in der DDR hinter einer Mauer gelebt.Meine Arbeit habe ich verloren,da ich einen Palaestinser kennen gelernt und nach dem Fall der Mauer geheiratet habe.Heute lebe ich wieder hinter einer Mauer.Ich kann die Worte von Frau Hecht-Galinski bestaetigen.Ich habe die 2.Intifada miterlebt.Wir haben unterhalb einer Siedlung gelebt.Wir wurden jeden Abend von Panzern beschossen.Viermal bin ich in die Schussline der Israelis geraden.Wenn Verwande oder Freunde uns besuchen wollen,koennen sie nicht sagen,das sie eine palaestinensische Familie besuchen wollen,da werden sie von den Israelis nicht rein gelassen.Wir bekommen nur einmal die Woche Wasser.Die Siedler bekommen immer Wasser.Wir haben ein Familie besucht.Der Junge 12Jahre sagte mir,das er jetzt aus Solidaritaet mit den Gefangennen in den Hungerstreik treten will.Mit grosser Hoffnung das auch hier die Mauer eines Tages faellt Frau Christa Zubaidi

  11. Edgar Fries
    12. Mai 2012 at 00:57

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

    die Initiative von Frau Hecht-Galinski unterstütze ich voll und ganz.
    Sie repräsentieren, sehr geehrter Herr Bundespräsident, während Ihrer Amtszeit das ganze deutsche Volk mitsamt seiner Geschichte. Dazu gehören neben den dunklen Seiten dieser Geschichte aber auch Lessing und Schiller und Goethe und Kant undundund… Ich bitte Sie daher, daß Sie Ihren Freiheitsbegriff und die Maximen Ihrer Handlungsweisen einmal an Kants Kategorischem Imperativ überprüfen. Ein gewiß hoher Anspruch – aber ich meine, mit der einzigen Stimme, die ich habe, daß ein Deutscher Bundespräsident, der ja über den Zumutungen des politischen Tagesgeschäftes seines Amtes waltet, sich Geringeres nicht abverlangen darf.
    Die angemessene Handlungsweise zum Problem Palästina/Israel ergibt sich dann von selbst.

    Ihnen viel Glück und Erfolg auf allen Ihren Reisen in Deutschland und der Welt!
    Herzlichst
    Ihr
    Edgar Fries

  12. Peter Schur
    12. Mai 2012 at 00:15

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    ich schließe mich voll inhaltlich dem Schreiben von Frau Evelyn Hecht-Galinski an und bitte Sie, bei ihrem Besuch in Israel für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit einzutreten für die Menschen in Palästina.Es darf nicht weiter geschwiegen werden über den Entzug der Menschenwürde für palästinische Menschen. Männer, Frauen, Kinder werden ohne Rechte inhaftiert.
    Ich bin gewiss, dass ihre Stellungnahme eine weltweite Aufmerksamkeit hervorrufen wird, auf die Lage der leidenden palästinensischen Menschen.
    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Peter Schur

  13. 11. Mai 2012 at 17:38

    unterzeichnet

  14. 11. Mai 2012 at 15:47

    Sehr guter Brief! Unterschrieben!

  15. 11. Mai 2012 at 14:59

    Der Brief sagt alles, und ich stehe 100% dazu!

  16. 11. Mai 2012 at 14:38

    Freiheit für Palästina egal ob Jude Christ oder moslem ! Und alle die anders denken vertreten eine radikale Meinung ! Allah sei mit euch allen

  17. W.Behr
    11. Mai 2012 at 11:46

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck.
    Ich bin immer wieder erschüttert über die doppelten Standarts der Politiker der „westlichen Wertegemeinschaft“ was Menschenrechte und Völkerrecht angeht. Der Vergleich der Reaktionen zu den Vorkommnissen in der Ukraine und den um ein vielfaches übleren im besetzten Palästina zeigt das überdeutlich. Bitte durchbrechen Sie diese Linie bei Ihrem Besuch in Israel/Palästina und setzen Sie sich für nichts anderes als Wahrheit und Gerechtigkeit ein. Ich möchte daher den Appell von Frau Galinski voll unterstützen.
    Mit besten Grüssen – W.Behr

  18. Ingrid Buchholtz
    10. Mai 2012 at 18:14

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck!
    Seit fast 50 Jahren beschäftigen mich die Themen Israel und Judentum auf vielfältige Weise. Als Studentin war ich mehrfach zu freiwilligen Arbeitseinsätzen in Isreal, habe enge Freunde dort. Meine Begeisterung für den jungen Staat damals ist im Laufe der Jahrzehnte großer Sorge und Enttäuschung gewichen, wenn ich die israelische Politik gegenüber den Palästinensern verfolge. Wie viele andere wünsche ich beiden Völkern ein Leben in Sicherheit und gegenseitigem Respekt. Ihr Besuch dort, Herr Bundespräsident, ist eine Chance, beiden Seiten ernsthaft ins Gewissen zu reden und gleichzeitig der deutschen aktiven Politik Mut zu machen, jenseits der festgefahrenen Tabus auch bei israelischen Politikern klare Forderungen nach Gerechtigkeit gegenüber den Palästinensern zu stellen. Ich bin überzeugt, dass gerade Ihr Wort diesbezüglich großes Gewicht haben wird und wünsche Ihnen Erfolg für Ihre wichtige und sicher schwierige Reise.
    Hochachtungsvoll
    Ingrid Buchholtz

  19. 10. Mai 2012 at 09:26

    Das Messen mit zweilerei Standards muss endlich ein Ende finden. Deshalb kompromissloses Ansprechen der Situtation der pal. Gefangenen!

  20. Michael Schubert
    10. Mai 2012 at 00:41

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    ich schließe mich den Bitten, die Frau Hecht Galinski an Sie gerichtet hat, uneingeschränkt an. Wer versteht, dass, wer Unrecht begeht, dafür früher oder später einmal bezahlen muss – wir Deutsche der zweiten und dritten Nachkriegsgeneration bezahlen noch immer für die von unseren Vätern und Großvätern an unzähligen Roma, Sinti, Juden und vielen anderen begangenen Greueltaten – kann absehen, welches Unheil sich durch das von Israel an Palästinensern verübte Unrecht über Israel zusammenbraut. Wenn Sie etwas Zukunftweisendes für Israel leisten wollen, sprechen Sie bei Ihrem Besuch die von Frau Hecht-Galinski benannten Missstände an, falls dies Ihrem Demokratieverständnis und Ihrem Begriff von Menschenwürde entspricht.

    Hochachtungsvoll
    Michael Schubert

  21. Günter Schenk
    9. Mai 2012 at 23:14

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    bitte sagen Sie den Freunden in Israel klar und unzweideutig, dass die an europäischen Juden begangene Verbrechen keinesfalls ein Freibrief für neue Verbrechen, dieses Mal begangen an Palästinensern, sein darf. Palästina, das ist auch und vor Allem das Land der Palästinenser, der im Land verbliebenen wie der Palästinenser im erzwungenen Exil. Ihr Einsatz für Frau Timoschenko muss auch für die entrechteten Palästinenser in israelischer Folterhaft gelten. Dort kann Israel unter Beweis stellen, dass es Teil unserer Wertegemeinschaft ist.
    Daran werden aber auch Sie gemessen, sehr geehrter Herr Bundespräsident!
    Günter Schenk, Straßburg, Frankreich, Collectif Judéo-Arabe et Citoyen pour la Paix

  22. Hassan Narallah
    9. Mai 2012 at 22:00

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    seit nunmehr Jahrzehnten wird dem palästinensischen Volk das Recht auf Befriedung Palästinas vorenthalten. Das zionistisch Besatzer-Regime möchte sich nicht der Hamas-Charta unterwerfen. Dies ist eine Beleidigung für das palästinensische Volk, welches unendlich leidet. Unsere Hoffnung liegt in Ihnen, Herr Bundespräsident. Wir sind schließlich seit den späten 1930ern Partner der Deutschen.
    Diese Zusammenarbeit sollte endlich fortgesetzt werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hassan Nasrallah

  23. Karl A.M. Friedrich
    9. Mai 2012 at 18:15

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    als Freund des israelischen Volkes schließe ich mich den Worten
    von Frau Hecht-Galinski voll an. Ich bin bestürzt wie das palästinensische Land und Volk seit 45 Jahren terrorisiert, ausgeraubt und vernichtet wird. Warum ist Frieden und Freiheit in
    diesem Land nicht möglich? Apartheid-Politik ist Menschenverachtend.
    Mit Hochachtung
    Karl A.M.Friedrich

  24. 9. Mai 2012 at 17:25

    Freiheit für Palästina !

  25. Bianka Buddeberg
    9. Mai 2012 at 17:13

    Ich danke Frau Hecht-Galinski für ihre Initiative, den Bundespräsidenten zu bitten, sich für die Freiheit der Palästinenser einzusetzen. Ich bin gespannt, was er zur Mauer, zu den Checkpoints, den bewaffneten Soldaten, die die Palästinenser kontrollieren und schikanieren, sagen wird. Ich war selbst mal mit einer Machsom-Watch-Frau am Checkpoint Kalandia und habe dort Schüsse gehört und gesehen, wie ein junger Mensch gejagt wurde und wie ein anderer junger Mann mit angeketteten Händen auf dem Boden sitzen musste und wir nicht mit ihm sprechen durften. Hoffentlich liest unser Präsident einige Bücher vor seiner Reise, die von Nakba und Okkupation Palästinas berichten, damit er nicht unvorbereitet in das Westjordanland kommt. Der Schock ist groß. (Siehe die deutschen katholischen Bischöfe!)

  26. 9. Mai 2012 at 12:22

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,
    wenn ich die Worte von Frau Hecht-Galinski lese, dann tritt mir all das viele Leid der palästinensischen Menschen seit 1967 vor Augen, von dem ich gehört und gelesen habe. Ich fühle tiefen Schmerz mit ihnen und ihrer Verzweiflung. Ich hoffe, daß sie nicht resignieren und daß der Himmel ihr Geschick doch noch eines Tages auf gerechte Bahnen lenken möge. Dazu aber braucht er uns Menschen als seine Werkzeuge. Fühlen wir uns als wahrhaftige Freunde Israels, so ist es unsere Aufgabe, sie um menschenwürdige und gleichwertige Behandlung ihrer palästinensischen Mitmenschen zu bitten und und uns dafür einzusetzen. Mit Hochachtung und großer Hoffnung
    Lieselotte Kirstein-Mätzold

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