Nachruf auf „die Linke“ – Aufforderung zum Austritt

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Gerade ein/e Linke/r sollte dies einmal gelesen haben: Lew Kopelew "Und schuf mir einen Götzen"

Die Partei „die Linke“ war schon zum Zeitpunkt ihrer Gründung erledigt. Ein Konglomerat von EX-SED Mitgliedern und Anhängern sowie Gewerkschaftsfunktionären unangenehmer Art, die die Hoffnung und das Engagement vieler ehrlicher und engagierter  Menschen auf- und aussaugten.

Machtbesessene Funktionäre nutzten zur Unterdrückung freier Rede und freier Meinung sämtliche bekannten Methoden menschlicher  Niederungen:  Intrigen, Mobbing, Nachrede, Diffamierung … Neider, Mißgünstlinge, Denunzianten fanden sich genug. Es fehlte nur noch die Zuspitzung des persönlichen Nachstellens, wie sie im „freien Fall“ des erfahrenen Fallschirmspringers Jürgen Möllemann, oder den ungeklärten Morden an Petra Kelly und Gerd Bastian wohl zur Geschichte von Parteien gehört.

Das Programm der Linke war und ist: „Demokratie“ unter Kontrolle von Funktionären. Verteidigung demokratischer Rechte nach dem Leitbild ihres Fidel Castro. Unterdrückung von Menschenrechten innerhalb und außerhalb der Partei. (1)

Außenpolitisch hatte die Linke keine Skrupel, den arabischen Frühling zu verraten, und die Menschen in Libyen dem Schlächter Gaddafi auszuliefern, indem sie zusammen mit Gaddafi  gegen eine sogenannte NATO-Aggression argumentierte.  Die Linke hatte keine Gewissenbisse gegen die Flugverbotszone über Tripolis zu zu wettern. Und diese Haltung wiederholt sich auch in der Frage zu Syrien, indem eine Verurteilung des Assad-Regimes ausgeklammert wird. (2)

In Fragen der Europa und Finanzpolitik zeichneten sich ihre Standpunkte durch ein Nachplappern dessen aus, was unabhängige, gesellschaftskritische Bewegungen an klaren Forderungen erarbeiteten. Ansonsten betätigt sie sich mit dem Versuch der Infiltration von parteifreien Bewegungen wie Attac, Occupy oder den Anti-Acta Protesten, um frisches Blut für ihren Apparat zu zapfen.(3)

In Nahost, zu Israel, Palästina, Syrien verweigerte man bis heute eine konsequente Hilfe für die Menschen, die um ihr Lebens- und Freiheitsrecht beraubt sind. Weder den Menschen in Gaza, noch in Syrien steht man konsequent bei.  Wie auch  Joschka Fischer, will man es sich mit der Israelischen Regierung nicht „versauen“ und hält sich „diplomatisch“ und verlogen von einer eindeutigen Parteinahme für die vertriebenen Palästinenser zurück. Einzelne Mitglieder wie Annette Groth wurden wegen ihres Engagements für die Menschen in Gaza zurückgepfiffen und diffamiert.

Diese scheinheilige und einseitige Bekenntnis zum Staat Israel entspricht Merkels Linie. Wirkliche aktive Sühne für die Verbrechen zur Nazi-Zeit wäre die Pflicht zur Wahrheit, auch und insbesondere dem Opfer dieser Verbrechen gegenüber. Wirkliche Reue würde darin bestehen, nicht mehr die Augen vor vergangenem und gegenwärtigem Unrecht zu verschließen. Es ist die moralische Pflicht in einer Freundschaft für die Wahrheit einzutreten. Aber genau dies verhindert das Prinzip: Die Partei hat immer Recht!

Der nächste Parteitag der Linke“ ist der richtige Zeitpunkt, dass alle verbliebenen Demokraten und aufrechten, engagierten Menschen dem Götzen Partei und Apparat (4)  den Rücken kehren und sich selbstlos, aber selbstbestimmt in der verbleibenden Legislaturperiode als unabhängige Parlamentarier für eine transparente, basisdemokratische Politikkultur einsetzen, wie es die Piraten derzeit vorleben.

Parteigehorsam wie sie der „gefallene“ und angefeindete ehemalige EU-Parlamentarier Andre Brie vertritt, nutzt nichts. Andre Brie war wegen seiner Kritik an Castro in Ungnade der „Linke“ gefallen. Genauso wie er in den letzten Tagen der DDR durch Krentz persönlich in den Knast gesteckt wurde. Was also braucht ihr noch Götzen! (5)

Im Mittelpunkt steht der Mensch und seine gesamte Umwelt, das Recht jedes Einzelnen Menschen auf der ganzen Erde, das eigene Leben selbst zu bestimmen.

Aller guten Dinge sind drei.

Drei Artikel zur Auflösung der Partei „die Linke.“

http://tv-orange.de/2012/05/nachruf-auf-die-linke-aufforderung-zum-austritt/

http://tv-orange.de/2012/05/julian-bielicki-ueber-rote-sa-schlaeger-zum-zustand-der-partei-die-linke/

http://tv-orange.de/2012/05/wasg-pds-sed-linke-3-teil-und-vorlaeufiges-ende/


 

(1)     http://tv-orange.de/2011/08/die-partei-die-linke-outet-sich-hrt-links-bei-rechts-auf/

(2)    http://tv-orange.de/2012/05/die-syrische-revolution-imperialistische-rivalitaet-und-die-linke/

(3)    http://tv-orange.de/2012/03/occupy-deutschland-fuer-eine-freie-bewegung-gegen-partei-okkupation/

(4)   http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/1721151/

(5)    Lew Kopelew Und schuf mir einen Götzen“ – Empfehlenswerte Lektüre: „…Meine Zweifel, mein nagendes Gewissen, Mitleid und Scham wurden von rationalistischem Fanatismus unterdrückt. Dieser Fanatismus hatte nicht nur geistige Quellen: Bücher und Zeitungen. Vielmehr hatten mich Menschen überzeugt, Menschen, die für mich unsere Wahrheit und Gerechtigkeit verkörperten, die durch ihr ganzes Leben bestätigten, dass man die Zähne zusammenbeißen und alles ausführen muss, was Partei und Sowjetmacht befehlen….“ 

Erst spät erkannte Lew Kopelew, dass er seinem Gewissen mehr trauen musste als der allmächtigen Ideologie und ihrer Partei. Angesichts seiner eigenen Verstrickung in den Apparat äußerte er in seiner 1979 erschienenen Autobiografie „Und schuf mir einen Götzen“ Reue und Scham.

3 comments for “Nachruf auf „die Linke“ – Aufforderung zum Austritt

  1. 27. Dezember 2012 at 15:00

    Guter Beitrag – allerdings weniger von oradmin, sondern von Tobias D. und auch Uwe Kulick.
    Ich könnte noch einige weitere recht spannende Details über meine eigenen Erfahrungen weitergeben, die mich von den Grünen her kommend zum Linken werden liess; weil es darum geht, den aktuellen gesellschaftlichen Trends eine etwas andere Sicht der Dinge entgegen zu stellen, welcher längst sowohl die Grünen wie der SPD angehören.
    „Die Linke … erledigt!“? – Welcher Partei sollen sich Mitglieder der Linken anschließen? Doch bitte nicht jener Pseudoprotestpartei, oder den anderen, die nur immer vor Wahlen links blinken, um danach rechts zu überholen!

  2. Tobias D.
    31. Mai 2012 at 23:32

    Hallo,

    der Artikel ist leider etwas einseitig. Die Linke ist nicht die SED sondern ein Zusammenschluss der WASG und der PDS. Zu behaupten dass es nach dem Zusammenbruch in der SED nur alte Apperatschicks vertreten gewesen wären, ist falsch. Sarah Wagenknecht dürfte hier ein prominentes Beispiel sein, welche selbst in der DDR nicht studieren durfte, sich aber kurz vor dem Ende der DDR der SED anschloss, weil sie die Grundideen des Sozialismus/Kommunismus für gut und erhaltenswert hielt und immer noch hält. Es gab auch Bestrebungen innerhalb der DDR Bürgerrechtsbewegung einen modernen sozialistischen Staat zu errichten, mit Demokratie, Meinungsfreiheit und allem was zu einer modernen Gesellschaft so dazugehört.
    Was man gerne bei der Debatte um die böse SED vergisst, dass es auch noch die CDU und die FDP innerhalb der Blockparteien gab, diese schlossen sich ihren Schwesterparteien im Westen direkt an. Sie trugen das Regime auch mit und man kann sicher sein, dass die meisten von diesen Personen sehr gute Kontakte zur Stasi pflegten. Deren Parteivermögen ging übrigens auch an diese Parteien über. Soviel mal zum ganzen Teil der Geschichte, der gerne mal wieder unterschlagen wird, wenn es um die böse Linke geht. *g*

    Zu Castro und Kuba. In Kuba läuft ohne Frage vieles falsch, trotzdessen ist die kubanische Revolution für Linke ein Symbol des Widerstandes gegen die übermächtige USA. Es ist tatsächlich ein Wunder, dass dieser kleine Inselstaat sich gegen diese Weltmacht behaupten konnten. Ein sachlicher Umgang mit Kuba wird nur von der Linken gefordert, warum wird dieser nicht von denen gefordert, welche sich weiter für die Blockadepolitik gegen Kuba einsetzen? Ein Wirtschaftsembargo trifft immer nur Bevölkerung und nicht deren politische Führer ausserdem ist der kalte Krieg ist doch längst vorbei.

    Die Linke hat die Prinzipien des arabischen Frühlings nie verraten. Hier wird jetzt so getan, als würde die Linke diese Regime stützen, doch das ist nicht der Fall. Die Regime welche dort momentan fallen, wurden von den Europäern wie auch den Amerikanern gestützt. Waffen haben natürlich fleissig die Deutschen geliefert, mit Rückendeckung der verschiedenen Regierungen. Die Partei die Linke setzt sich aktiv dafür ein, dass aus Deutschland keine Waffen mehr geliefert werden.

    Die Linke verweigert auch keinen Menschen die Solidarität, wenn sie benötigt wird. Die Kriegsfrage ist keine einfach Frage und wie ich dem Artikel entnehme hat sich der Autor wohl kaum mit dieser befasst. In Syrien und damals auch in Libyen herrscht Bürgerkrieg, die Ausseinandersetzung war von Anfang an eine bewaffnete von Seiten der Rebellen. Das ist ein klarer Unterschied zu den Revolutionen in Tunesien und Ägypten!
    In solch einen Konflikt einzugreifen ist schwierig, weil man selbst zur Kriegspartei wird, auch wenn es sich nur um eine Flugverbotszone handelt. Auch ist hier zu bedenken, dass ein Krieg immer eine humanitäre Katastrophe nach sich zieht und ob es nicht klüger wäre über andere Strategien nachzudenken, um solche Konflikte zu lösen.
    Die Nato ist bei der Linken auch nicht beliebt weil sie schlichtweg zu einem Instrument geworden ist, um die geostrategischen Interessen unserer Eliten zu befriedigen. Das Verteidigungsbündnis welches die Nato einmal war, ist es leider längst nicht mehr. Darüber können auch die windigen Nato-Mandate nicht hinwegtäuschen.

    In Fragen der Finanzpolitik plappert die Linke nicht alles irgendwelchen Bündnissen nach. Oskar Lafontaine ist aus der SPD ausgeschieden, als er als Finanzminister den Deregulierungskurs innerhalb der Finanzwirtschaft, nicht mittragen könnte. Attac kann nichts anderes ausser Finanztransaktionssteuer und Occupy Deutschland kriegt nicht mal koordinierte politische Arbeit hin. Soll man den Attacis jetzt nen Orden umhängen wegen der Finanztransaktionssteuer? Ausserdem setzt sich Schäuble auch für diese ein und Heiner Geisler als CDU´ler ist auch bei Attac. Hat Attac jetzt ein CDU/CSU Problem?
    Die Linke hat auch eigene Konzepte, wie das Belegschaftseigentum oder die Vergesellschaftung der Energie- und Wasserversorgung. Ausserdem können außerparlamentarische Bündnisse froh sein, wenn ihre Standpunke und Konzepte, auch im parlamentarischen Betrieb zur Sprache kommen. Wir können hier auch mal das Fass aufmachen, dass Leute von NGO´s auch gerne in die Politik wechseln, um an gut bezahlte Posten zu gelangen.

    Jetzt noch die leidige Israel Debatte, die mir schon langsam zum Hals raushängt, weil hier permanent Unwahrheiten verbreitet werden. Zu Anfang wäre es dem Autor anzuraten, sich mit dem Phänomen der Antideutschen, als Strömung innerhalb des linken Spektrums, zu befassen. Diese Strömung ist ein Problem innerhalb der gesamten linken Szene und nicht nur bei der Partei die Linke.
    Es gibt innerhalb der Partei den Bundesarbeitskreis Shalom, kurz BAK Shalom genannt. Dieser versucht seine israelunkritische Positionen durchzudrücken. Die Antisemitismusdebatte innerhalb der Medien, wurde auch von diesem angezettelt.(Im Fall von Günther Grass gab es breit Solidarität, warum nicht mit der Linken zu dieser Zeit?) Die Tragik an dieser ganzen Geschichte ist, dass durch diese Positionen, welche im BAK Shalom vertreten werden, der Antikriegskurs unserer Partei aufgeweicht werden soll. Dies wird leider von einem Teil unserer Partei, welche sich Reformer nennt, mitgetragen. Ich hoffe dem Autor ist bewusst, dass man hier in DE nur tatsächlich an die Macht kommt, wenn man Kriege für geostrategische Interessen mitträgt. Mit dem Geschrei in diesem Artikel, nach Flugverbotszone und Krieg in Syrien, stärkt man diese Kräfte innerhalb der Partei.
    Es gibt sehr viele Genossen in Ost und West, welche die derzeitige Politik Israels sehr kritisch sehen. Wenn ihr wollt, dass diese Menschen aus der Partei austreten, ja dann gute Nacht. *g*

    Die Piraten mit ihren sexistischen und unausgegorenen Standpunkten, sind für mich die Katze im Sack. Bei der Linken weiss ich woran ich bin und stehe zu dieser Partei. Mich aus ihr zurückzuziehen und den Genossen die Unterstützung zu verwehren, welche gute Arbeit leisten, sehe ich nicht ein.

    LG
    T.D.

  3. 29. Mai 2012 at 15:17

    Korrigierter Beitrag:

    Warum wurden der große Entsozialdemokratisierer Schröder nicht mit Schimpf und Schande von angeblichen “Parteilinken” wie Nahles und dem Heuschreckenmahner Müntefering verjagt? Wenn die SPD für echte Linke keine Heimat mehr ist, sondern linke Gesellschaftskritik nur noch aus Tradition folgenlos als leere Worthülsen in den Raum stellt wie die Heuschreckenkritik, muss es zwangsläufig eine linke Partei außerhalb der SPD geben!

    Warum werden die Parteien CDU und FDP, die an der Demokratieaushöhlung durch ESM und Fiskalpakt basteln, nicht als verfassungsfeindlich verboten?

    Diejenigen, die sich in Wahlkämpfen für alle diese Parteien auf die Straße stellen, müssen sich alle gelegentlich schämen für das, was ihre Altvorderen an Partei- und Real-Politik verzapfen. Das ist der Grund, weshalb unsere repräsentative Demokratie basisdemokratisch runderneuert statt EU-bürokratorisch gelähmt gehört: Wenn das Volk selbst die Politik mitverzapft, lernt es, dass es die Fehlentscheidungen mitverantwortet. Würde z.B. statt S21 aufgrund einer erfolgreichen Bürgerinitiative K21 gebaut, würde das Volk lernen, dass K21 nicht wesentlich billiger würde. Der ursprüngliche Bürgerwille, die hohen Kosten von S21 zugunsten wichtigerer Bahnprojekte im Rheintal zu vermeiden, würde also nur sehr unzulänglich erreicht, und vielleicht sogar nur dadurch, dass Geißler mit seiner S21Plus-Lösung S21 noch teurer gemacht hat. Gerade der grüne MP Kretschmann hat ja durch seine Mitwirkung bei der Schlichtung (noch als Abgeordneter) die K21-Illusion mitbefördert. Sollte man deshalb zum Massenaustritt aus der grünen Illusionistenpartei aufrufen?

    Ja, rufen wir auf zum Massenaustritt aus den bürgerlichen Parteien Linke, SPD, Grüne, FDP, CDU und Piraten, aber was dann?

    Radikal-hayekistisch-libertäre Marktfetischisten, radikal-nationalistische Xenophobiker, stalinistische Marxisten? Abschaffung der gewählten Politiker zugunsten von “Experten-Regierungen”, Diktatoren, Zeitgeist-Technik-Fetischisten oder bestenfalls medienwirksamer populistischer Polit-Nullpen wie Berlusconi? Die Gesellschaft auf inhumane Denkmodelle politischer Sekten fokussieren, oder auf die Bewunderung des Machismo eines deutschen “Sforza Germania”-Führers?

    Angesichts solcher alternativer Perspektiven halte ich den Aufruf zum Massenaustritt aus der Linken für verkehrt. Eine Demokratie ohne bürgerlich-linke Partei ist nur noch eine Veranstaltung eines langweilig schröderianisch mittig ausgerichteten Blockflötenparteispektrums, das die Bürger eben nicht mehr repräsentiert.

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