Gezielte Stimmungsmache gegen das Betreuungsgeld!

Wenn Argumente nicht mehr zählen müssen Halb-Wahrheiten herhalten.

Ja, zurzeit gibt es eine Unisono-Koalition zwischen den politischen Wortführern gegen das Betreuungsgeld und den meisten Medien-Vertretern. Es erinnert fast an das traute Zusammenspiel zwischen dem Polit-Büro der Einheitspartei und den gleichgeschalteten Presseorganen ehemaliger Ost-Staaten. So klingt es aus allen Ecken der Republik unisono: ‚Das Geld soll der staatlichen Betreuung zufließen’, ‚der Unsinn muss gestoppt werden’, das Betreuungsgeld schafft nicht hinnehmbare falsche Anreize’, ‚Herdprämie fördert Stubenhocker’ usw.. Die Ergebnisse wissenschaftlich wirkenden sollenden Untersuchungen werden so verkauft, wie es der eigenen Ideologie entspricht. Auf die skandinavischen Länder wird nur geschaut, wenn es ins eigene Kalkül passt. Und die Öffentlichkeit wird täglich neu mit Halbwahrheiten oder in eine falsche Richtung weisen sollende Informationen versorgt.

Unklar verwendete Begriffe führen zu unbrauchbaren bzw. falschen Antworten!

Was bei der Diskussion insgesamt auffällt: Die Gegner sagen permanent: Eltern die ihre Kinder nicht in die staatlich geförderte KiTa schicken wollen, würden dann das Betreuungsgeld erhalten. Auch wenn diese Info auf den ersten Blick nicht falsch zu sein scheint, sie ist auf keinen Fall richtig. Schon Theodor W. Adorno hat mitten in de 68ziger Umbrüchen unmissverständlich das Halb-Richtige als den Todfeind des Wahren herausgestellt. Fakt ist, dass die meisten Menschen mit KiTa den Kindergarten für die ab Dreijährigen verbinden. Da der Kindergarten – mit Recht – ein gutes Image hat, wird also die Verweigerung von Eltern gegenüber einer KiTa-Betreuung als negativ angesehen, was in den meisten Fällen in Bezug zur Förderung sozialer Kompetenz auch so sein wird. Die Wortkombination ‚staatlich gefördert’ lässt Assoziationen einer pädagogischen Förderung entstehen, obwohl damit nur das Fließen von viel Zuschuss-Geld in Richtung Krippe verbunden ist. Außerdem wird so verschwiegen, dass das Betreuungsgeld für die ersten zwei Lebensjahre gezahlt werden soll. Zwischenfazit: Die Menschen werden durch solche unrichtigen Infos direkt zu falschen Schluss-Folgerungen veranlasst. Wenn jedoch informiert würde: Das Betreuungsgeld ist ein Ausgleich für jene Eltern, welche ihre Babys und Kleinst-Kinder bis zum Alter von 2 Jahren nicht in die Krippe geben, sondern selbst erziehen, wäre die Info sachlich und juristisch richtig und die meisten Menschen würden ganz anders reagieren.

Tendenziöse bzw. aussagelose Meinungs-Befragungen als Basis von Meinungs-Mache?
Ein eklatantes Bespiel, welches Assoziationen in die Richtung: ‚Glaube nie einer Statistik die du nicht selbst gefälscht hast’ aufkommen lässt, ist die aktuelle „Befragung zur umstrittenen Herdprämie“ des Online-Dienstes einer großen deutschen Wochenzeitschrift. Hier der Original-Fragebogen.

„Die Koalition hat das Betreuungsgeld beschlossen – doch nun ringt Schwarz-Gelb seit Monaten um die Umsetzung. Was meinen Sie: Ist die Leistung sinnvoll?

O  Ja. Wer sein Kind zu Hause betreut und keinen Platz in der Kita in Anspruch nimmt, sollte
vom Staat finanziell unterstützt werden.

O  Nein. Die 1,2 Milliarden Euro, die für das Betreuungsgeld veranschlagt werden, sollten
lieber in den Kita-Ausbau gesteckt werden.

O  Ich habe mir zu diesem Thema noch keine Meinung gebildet.“

Die Frage an den kritischen Leser: Was kann oder soll unter dem Gesichtpunkt einer sachgerechten Diskussion mit dem wahrscheinlich als Schlagzeile genutzten ‚Ergebnis’ wirklich angefangen werden? Wenn das Ausdruck demokratischen Denkens ist, dann befinden wir uns politisch in der Steinzeit.

Nur Ideologen spielen häusliche Erziehung gegen Krippen-Betreuung aus.

Würden die Gegner des Betreuungsgeldes die Bevölkerung fragen, ob sie es gerecht finden, dass Eltern, welche ihre Kinder in die Krippe geben, monatlich vom Staat mit Beträgen zwischen 1.000- bis 1.200,- Euro pro Monat gefördert werden und die anderen Eltern, welche sich der Aufgabe der Kindererziehung selber stellen, leer ausgehen sollen, dann würden die Mehrheit klar sagen, dass dies eindeutig ungerecht sei. Und würden weiterhin gefragt, ob 30% der Krippen-Eltern zu Lasten von 70% nicht die Krippen nutzen Eltern bevorzugt werden sollen, wäre auch hier die Antwort klar. Auch eine Auseinandersetzung darüber, ob die vielgerühmte öffentliche Betreuung mit ihrem häufig wechselnden Personal und meist zu großen Gruppen einer kontinuierlichen Erziehung durch die Eltern zu bevorzugen ist, täte dem Thema – abseits von ideologischen Grabenkämpfen – wirklich gut. Und wenn die Politik dann auch noch den Mut hätte, die Eltern, welche ihrer Erziehungsfunktion nur ungenügend nachkommen, mit geeigneten Maßnahmen gezielt in die Verantwortung führen würde, dann wäre dem Kindeswohl wirklich gedient.

Nicht eine Betreuungs-Form, sondern die Qualität von Erziehung und Bildung ist zu fördern.

Stattdessen versuchen Politik und Medien in netter Einigkeit, unterstützt von Wirtschaft- Lobbyisten  und Frauen-Verbänden, durch eine tendenziöse Sprache, verpackt als Sach-Info, die Menschen auf eine falsche, sprich ihre Fährte, zu lenken. Dass totalitäre Herrschafts-Systeme so agieren, ist weltweit zu beobachten. Dass sich Menschen und Organe innerhalb einer demokratischen Gesellschaftsordnung so verhalten, ist dagegen alarmierend. Und wenn dann SPD-Chef Gabriel zur Umsetzung des Betreuungs-Urteils des Bundesverfassungs-Gerichtes publikumswirksam äußert: „Natürlich wird eine rot-grüne Bundesregierung den Unsinn mit dem Betreuungsgeld zurücknehmen“, dann wird deutlich, in welcher Phase des Kampfes der schon vor Jahren reklamierten ‚Lufthoheit über den Kinderbetten’ wird uns befinden. Weiterführend im Sinne des so oft beschworenen Kindeswohles kann nur sein, nicht eine bestimmte Form der Betreuung, sondern jede zukunftstaugliche Erziehung und Bildung gleichermaßen zu fördern, unabhängig davon, ob sie im eigenen Elternhaus, bei einer Tagesmutter oder in einer Krippe gewährleist wird.
Copyright: Dr. Albert Wunsch, 41470 Neuss, Im Hawisch 17

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