Atomgift exportieren – Die Moral der Bundesregierung

Als Bürger eines Staates, der für die eigene Bevölkerung den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat (wenn auch nur auf die Katastrophe in Fukushima und auf politischen Druck hin), verlange ich von der Regierung, dass sie nicht dazu beiträgt, die Bürger anderer Staaten durch ebendiese Atomenergie zu gefährden, indem sie eine Bürgschaft für das (schon im Bau befindliche) Atomkraftwerk ANGRA 3 in Brasilien abgibt.

Treffen Sie keine politische, sondern eine vernunftgemäße Entscheidung, die davon ausgeht, dass der Standort nicht sicher ist wegen der Gefahr der dort häufig vorkommenden Erdrutsche, der dichten Bevölkerung, der Nähe der Stadt Angra dos Reis und noch nicht einmal die Sicherheitsstandards des ältesten deutschen Atomkraftwerks Grafenrheinfeld erfüllt sind geschweige denn die neueren Sicherheitsstandards nach der Katastrophe von Fukushima.

Ich erwarte von einer Bundesregierung und von den sog. Volksvertretern, dass sie die Interessen der Menschen vertreten, die sie gewählt haben und nicht die der Lobbyisten. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie diese Bürgschaft nicht leistet!

Mit freundlichen Grüßen

E u.W.B      Der Redaktion bekannt.

Dieser Protestbrief Rheinstettener Bürger wurde versand an:

buero-vc2@bmwi.bund.de;
simone.dohms@bmz.bund.de;
Ministerbuero@BMWI.bund.de;
pressestelle@bmwi.bund.de;
philipp.roesler@fdp.de;
bettina.schmidt@bmz.bund.de

Machen Sie es doch einfach genauso ! Werden Sie bitte aktiv !

Erläuterungen zu dem AKW „ANGRA 3“ in Brasilien – Auszug aus Campact.de

„Das in Brasilien geplante Atomkraftwerk Angra 3 birgt ein Katastrophen-Potential, das sogar Fukushima übertreffen könnte. So lautet das Ergebnis eines Gutachtens im Auftrag unserer Partnerorganisation „Urgewald“, über das der Spiegel am 4. März 2012 berichtete. (1) Wegen massiver Sicherheitsmängel wäre Angra 3 einem Tsunami praktisch schutzlos ausgeliefert. Trotzdem will die Bundesregierung den Bau von Angra 3 mit einer Bürgschaft fördern.

Anfang Februar 2010 erteilte die Bundesregierung dem französisch-deutschen Atomenergiekonzern Areva NP/Siemens (heute: französischer Staatskonzern Areva NP) eine grundsätzliche Bürgschaft für das brasilianische Atomkraftwerk Angra 3 im Umfang von 1,3 Milliarden Euro. Damit hat sie das von der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2001 eingeführte Ausschlusskriterium für Atomexporte wieder aufgehoben. Als Hermes-Bürgschaften bezeichnete Exportkreditgarantien werden deutschen Unternehmen gewährt, um diese in sogenannten ‚schwierigen Märkten’, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, gegen die Zahlungsunfähigkeit lokaler Besteller abzusichern….“ (2)

(1) http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,819132,00.html
(2) http://www.campact.de/atom2/info/5min10

 

1 comment for “Atomgift exportieren – Die Moral der Bundesregierung

  1. 26. April 2012 at 22:55

    Es ist noch schlimmer: Deutschland ist ein Liferant von Material, das als abgereichertes Uran ahnungslose Menschen (Soldaten und Bevölkerung) in „chirurgischen“ Kriegen verstrahlt: Es härted den Mantel von Explosivwaffen, sodass diese tiefer in Bunker und Panzer eindringen können; es ist eine profitable ‚Entsorgung‘ von Atommüll und es tötet Menschen schleichend, die man zu schützen vorgibt, etwa in Ex-Jugoslawien, am Golf und vermutlich auch in Libyen. Das Uran kommt unter anderem aus der Anreicherungsanlage in Gronau/NRW.
    Zu diesem Problem gibt es den Aufklärungsfilm ‚Todesstaub‘ von F.Wagner, der seit Fertigstellung des Filmes Opfer der Mainstream- Meinungsmacher ist und der keinen Auftrag mehr erhält; für die Filmproduktion hat er mangels Unterstützer seine Lebensversicherung geopfert.
    http://www.youtube.com/watch?v=VkKveJFdUjM
    Bei Wikipedia lesen wir dazu:
    Abgereichertes Uranhexafluorid wird unter anderem nach Russland, Frankreich, Großbritannien und Schweden geliefert. Es wird vom Bundesumweltministerium nicht als radioaktiver Abfall, sondern als Vorstufe zu neuem Kernbrennstoff angesehen, ist also gewissermaßen ein Rohstoff. Für seinen Transport und seine Lagerung werden die gleichen Behälter benutzt wie die für das Uranhexafluorid verwendeten. ( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Urananreicherungsanlage_Gronau)

    Wir können schlussfolgern, MeinungsMachern und vielen tragenden Politikern (sowie Militärs) aus NATO, Bundesregierung und Koalition, sowie aus zwei Oppositionsparteien in diesen Zusammenhängen mindestens sehr skeptisch entgegenzutreten.

    Atomausstieg ohne Ende der Anreicherungsanlage für den Rüstungs- und Weltmarkt ist halbherzig bis geheuchelt; gesauso verlogen ist es, in anderen Erdteilen AKWs zu entwickeln…

    Die Moral der Verantwortlichen mag bestechlich sein. Wir sind dafür verantwortlich, dass Verantwortungsträger solche Dinge nicht mehr beschließen können, weil die Öffentlichkeit das demokratisch verhindert.

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