Atomgift exportieren – Die Moral der Bundesregierung

26. April 2012
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Als Bürger eines Staates, der für die eigene Bevölkerung den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat (wenn auch nur auf die Katastrophe in Fukushima und auf politischen Druck hin), verlange ich von der Regierung, dass sie nicht dazu beiträgt, die Bürger anderer Staaten durch ebendiese Atomenergie zu gefährden, indem sie eine Bürgschaft für das (schon im Bau befindliche) Atomkraftwerk ANGRA 3 in Brasilien abgibt.

Treffen Sie keine politische, sondern eine vernunftgemäße Entscheidung, die davon ausgeht, dass der Standort nicht sicher ist wegen der Gefahr der dort häufig vorkommenden Erdrutsche, der dichten Bevölkerung, der Nähe der Stadt Angra dos Reis und noch nicht einmal die Sicherheitsstandards des ältesten deutschen Atomkraftwerks Grafenrheinfeld erfüllt sind geschweige denn die neueren Sicherheitsstandards nach der Katastrophe von Fukushima.

Ich erwarte von einer Bundesregierung und von den sog. Volksvertretern, dass sie die Interessen der Menschen vertreten, die sie gewählt haben und nicht die der Lobbyisten. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie diese Bürgschaft nicht leistet!

Mit freundlichen Grüßen

E u.W.B      Der Redaktion bekannt.

Dieser Protestbrief Rheinstettener Bürger wurde versand an:

buero-vc2@bmwi.bund.de;
simone.dohms@bmz.bund.de;
Ministerbuero@BMWI.bund.de;
pressestelle@bmwi.bund.de;
philipp.roesler@fdp.de;
bettina.schmidt@bmz.bund.de

Machen Sie es doch einfach genauso ! Werden Sie bitte aktiv !

Erläuterungen zu dem AKW “ANGRA 3″ in Brasilien – Auszug aus Campact.de

“Das in Brasilien geplante Atomkraftwerk Angra 3 birgt ein Katastrophen-Potential, das sogar Fukushima übertreffen könnte. So lautet das Ergebnis eines Gutachtens im Auftrag unserer Partnerorganisation “Urgewald”, über das der Spiegel am 4. März 2012 berichtete. (1) Wegen massiver Sicherheitsmängel wäre Angra 3 einem Tsunami praktisch schutzlos ausgeliefert. Trotzdem will die Bundesregierung den Bau von Angra 3 mit einer Bürgschaft fördern.

Anfang Februar 2010 erteilte die Bundesregierung dem französisch-deutschen Atomenergiekonzern Areva NP/Siemens (heute: französischer Staatskonzern Areva NP) eine grundsätzliche Bürgschaft für das brasilianische Atomkraftwerk Angra 3 im Umfang von 1,3 Milliarden Euro. Damit hat sie das von der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2001 eingeführte Ausschlusskriterium für Atomexporte wieder aufgehoben. Als Hermes-Bürgschaften bezeichnete Exportkreditgarantien werden deutschen Unternehmen gewährt, um diese in sogenannten ‚schwierigen Märkten’, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, gegen die Zahlungsunfähigkeit lokaler Besteller abzusichern….” (2)

(1) http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,819132,00.html
(2) http://www.campact.de/atom2/info/5min10

 


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