Korruption in Deutschland und ihre strafrechtliche Kontrolle

Eine empfehlenswerte Lektüre sei hier vorgestellt. „Dunkelfeld Korruption“ der Vereinigung „Netzwerkrecherche“. (1) Es werden  nicht nur viele Korruptionsfälle beleuchtet, sondern auch die Frage behandelt, wie verschiedenste oder vielleicht ob alle Ebenen von Staat und Gesellschaft systematisch davon befallen sind.

Aus dem Vorwort eine kurze Passage:

„Unsere Strafrechtspflege funktioniert nur bis zu einem bestimmten Grad der Kriminalität“, das ist das Fazit des im Dezember pensionierten Berliner Generalstaatsanwaltes Dieter Neumann. …

Die Richter am Bundesgerichtshof sind noch im Dienst. Aber sie haben in einer Anfang des Jahres bekannt gewordenen Urteilsbegründung die gleiche Warnung ausgesprochen. Die Justiz verfolgt die zunehmenden Korruptions-Delikte nicht mit der für einen Rechtsstaat angemessenen Konsequenz. Viele Kriminelle im weißen Kragen kommen im Schatten von PersonalEngpässen und Überforderung ungeschoren davon. Auch in Frankfurt schlug die Justiz Mitte Februar ‘leise’ Alarm: diskutiert wird über eine „Stillegung“ von  Korruptionsverfahren….

Korruption hat meist keine Gesichter, man riecht sie nicht und schmeckt sie nicht. Weder Täter noch Opfer sind leicht zu identifizieren, weil sie bei diesem Delikt unter e i n e r Decke stecken. Korruption schafft keine Emotionen, der Schaden für die Allgemeinheit ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Zugespitzt: Das Thema „Korruption“ erfüllt nicht die heute meist
geltenden Nachrichtenfaktoren, die ein Thema erst zu einer Story machen….“


Hier können Sie das Buch online lesen und speichern. http://www.netzwerkrecherche.de/files/nr-werkstatt-03-dunkelfeld-korruption.pdf

(1) http://www.netzwerkrecherche.de

4 comments for “Korruption in Deutschland und ihre strafrechtliche Kontrolle

  1. Bulli Papst
    30. März 2018 at 23:34

    Es wird immer unerträglicher! Vorsicht bei „Belästigung“ der so genannten Ordnungshüter. Könnte teuer werden. Strafanzeigen verpuffen da „keine strafbare Handlungen erkennbar“. Wie Richter Fahsel riet. EU-Kommission einschalten und Behördenwillkür offen an den EuGH übersenden. Mal sehen ob ich wie Dr. Udo Ulfkotte auch bald einen Herzkasper bekomme. Das schlimmste ist wenn Gerichte ihre eigenen Gesetze vorgehalten bekommen. Das tut weh!!! Wollen doch mal schauen was der Advokat im Hintergrund rausfindet. Und wenn nix strafbares „erkennbar“ ist, dann eben P. 839 BGB i.V.m. 34 GG, Tatbestand der groben Fahrlässigkeit, gem. P. 249 BGB, Naturalrestitution.

  2. Rainer Grauer
    17. November 2012 at 23:01

    Ihr SUPERREICHE der Welt. Vereinigt Euch… und wacht auf…. Folgt Eurem Gewissen und fördert Projekte von unten von Menschen für MENSCHEN. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, nicht der Mammon.

  3. eve
    7. November 2012 at 11:17

    Korruption verläuft immer von oben nach unten, denn das, was „die da oben können“ können die da unten auch!

  4. 31. Mai 2012 at 10:53

    Seit vielen Jahren erinnere ich diverse Abgeordnete aller Parteien an die Ratifizierung dieser Konvention, gegen die sich besonders CDU/CSU/FDP besonders vehement wehren, während sich die anderen Parteien auch nicht schnelelr bewegen.

    Die Antwort von Dr. Volker Wissing (FDP) werte ich als besonders pikant: „Das Thema unterliegt der Diskontinuität!“

    Friss dieses Wort dummer Souverän! Insofern ist der Aufruf zur Herausgabe der Vorlage ein Griff in die Glückskiste, hoffentlich durch baldigen Erfolg gesegnet.

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