USA-Detroit Rekordgewinn für GM – klamme Kasse für die Arbeiterklasse

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Udo Lilischkies berichtet im ARD Weltspiegel über die Lage in Detroit und die Situation der Belegschaft bei GM-Detroit. Über die dort Arbeitenden. Sie sind jetzt in zwei Gehaltsklassen unterteilt. Erst entlassen und dann zu Niedriglohn wieder eingestellt zu 7 Dollar 40 Cent die Stunde. Die Anderen erhalten noch 14 Dollar.

Während GM Detroit die Massenentlassungen 2009 vornahm, schreibt GM landesweit jetzt Rekordgewinne! Alle Zuliefererfirmen wurden während dieser Massenentlassungen in den Strudel des Bankrotts gerissen. In den letzten 10 Jahren verschwanden 50.000 Fabriken und fünf Millionen Industriearbeiter. Detroit ist mit 12 Mrd Dollar Schulden eigentlich als Stadt pleite. Es droht die Zwangsverwaltung durch den Bundesstaat Michigan.

CC Foto der Occupy Bewegung USA

In ganz Detroit sind es ungefähr 80.000 Häuser, die leer stehen.

Und der Moloch Stadt wird immer mehr verwüstet, und in den verlassenen Gegenden bildet sich schon eine Gegenkultur heraus. Wie im leerstehenden Leland, dem einstigen Luxushotel . “Gothic Industrial” heißt diese schräge Szene, Casey ist mit ihren Freunden oft hier. Künstler, Studenten, Computerfreaks, Musiker – sie lieben diese Stadt voller Ruinen.

Es ist ein krasser Gegensatz von Maximalprofit bei GM und das Dahinsiechen von Städten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort wo zynisch für Millionen Mittel- und Arbeitslose und Niedriglohnverdiener der Slogan prangt: vom Tellerwäscher zum Millionär. Während in Deutschland noch auf dem Papier des Grundgesetzes etwas von “Eigentum verpflichtet” steht, produziert der Industriemoloch der USA seine eigenen Klassengegensätze. Die Reichen, die allen Reichtum konzentrieren und die Lohnabhängigen, die trotz 10 Stunden Job kaum noch Zeit und viel zu wenig Geld für ihre Kinder zuhause mitbringen. Die Marktradikalität der USA ist grenzenlos. Die Untergrabung der Normallöhne. Niedriglöhne werden installiert. Und auch in den USA machen die Gewerkschaftsführungen ein verdrießliches Gesicht gegenüber ihren Mitgliedern, bewegen aber nichts, und auch nicht ihren Hintern.

Auch in Europa erleben wir schrittweise die finanzielle Ausblutung des Lebensstandards in den Familien, die Notwendigkeit von Mehrfachjobs, von Nebentätigkeiten, weil der eine Lohn nicht mehr reicht, mit staatlichen H4 Bezuschussungen, weil der Normallohn bereits Armutslohn ist. Der radikale Kurs, dass die einfachen Leute die Zeche und die Lasten der reichen Steuerhinterzieher, der Fehlspekulanten wie im Beispiel Griechenland schultern sollen, verdeutlicht: diese Marktradikalität hat Europa schon längst erfasst. Auch Europa spaltet sich zusehends in reichere Kernstaaten und in EU-Länder zweiter Klasse. Die Bevölkerung Griechenlands spürt diesen Trend hin zu einer Kolonie.

Der Spalt geht mitten durch die Gesellschaft

Üblich sind jetzt 2 oder sogar 3 Jobs, damit das Haushaltsgeld reicht. Kaputtschuften für Minilöhne und minimalen Anteil an den Unternehmensgewinnen. In Deutschland gibt es ja keinen Mindestlohn und die EU-Bürokraten versuchen, wie im Beispiel Griechenland zu sehen, denselben auszurotten, wo es ihn gibt.

Es ist nicht mehr das Europa der “goldenen Sterne” auf blauem Hintergrund, es ist ein Europa der Konzerne und Banken, der Mercedes-Sterne und nicht im geringsten ein Europa der Regionen, geschweige denn der Bürger, oder gar der Chancengleichheit.

(1) http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,ibwicujengk4i45v~cm.asp

(2) Der Film bei ARD http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/329478_weltspiegel/9509242_usa-detroit-als-vorbild-?buchstabe=W

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