US-Vorwahlkampf–Erkennen sie den Unterschied?

 RomnyVSObama

Mitt Romney, der Herausforderer Obamas führt einen ganz anderen Lebensstil als der amtierende Präsident Barack Obama. Mitt Romney, der superreiche republikanische, „sehr konservative“ Herausforderer und Präsidentschaftskandidat gegen Obama, kommt wegen seiner Finanzaktivitäten ins Schleudern.


Ausgerechnet bei der schweizer Pleitebank UPS hatte er bis 2010  3Millionen Dollar seines Familienvermögens gebunkert. Es soll das Geld seiner Frau Ann gewesen sein. In den amerikanischen Medien wird Romney schon als „SWISS MITT“ tituliert, stellt die neue Züricher Zeitung nicht ohne Augenzwinkern fest. (1)

Romney war mit seiner Steuererklärung in Verzug geraten und musste beinahe gezwungen werden, diese nun endlich vorzulegen. Selbst der republikanische Kollege, Mitkandidat und als Lobbyist bekannte Newt Gingrich verlangte bei einem Kandidatenduell man könne von den US-Bürgern nicht stets höhere Steuern verlangen. Beide Kandidaten sind selbst dafür bekannt, „Steuervermeider zu sein“. (2) Während Gingrich dem Kandidaten Romney seinen jährlichen Einkünfte in Höhe von 42,4 Mio $ vorhielt, warf Mitt Romney Gingrich wiederum vor, er sei als Lobbyist der Freddie Mac Hypothekenbank mit 1,6 Mio. $ „unterstützt“ worden. (z.. Vgl. Obamas Einkommen wird auf ca. 2 Mio Dollar jährlich geschätzt) 500 Seiten umfasst Romneys Steuererklärung heute. Er zahlt mit 15% weniger Steuern als mancher Mittelständler. (3)

Mit seinen früheren Aktivitäten als Chef der „Bain Capital“, die im Ruf steht, heuschreckenartig mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen Geld gescheffelt zu haben, wirkt Mitt Romney wie der Anti-Entwurf eines „Präsidenten für die 99%“. Romney der Anti-Potus. (4) Dem Mitkandidaten Gingrich wirft er vor, wegen Verletzung ethischer Richtlinien des Kongresses zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden zu sein.  Gingrich hat übrigens promoviert – sein Thema:  „Belgische Erziehungspolitik im Kongo zwischen 1945 und 1960“.  Ohne je einen Kongolesen gefragt zu haben und ohne Französischkenntnisse hatte er seinerzeit eine Arbeit vorgelegt, die als eine Fleißarbeit, “fad wie ein Zwieback” von Kennern der Materie beurteilt wurde und wenig originelle Schlussfolgerungen erbrachte. (7)

Wegen seiner Verfehlungen „in Ungnade gefallen musste Gingrich schließlich zurücktreten“, sagte Romney. (5) Die Kandidaten der Republikaner starten den Wahlkampf untereinander mit Hauen und Stechen und riesigen Geldetats. Alles wie in einer Soap Oper aus den 80’gern. Es geht um Geldtransaktionen, Steuerlügen, Sex und Ehebruch. Und das ist erst der Beginn eines Wahlkampfs, von dem Obama Fairness verlangte. Während Gingrichs Wahlkampf-Shows die Hallen nur teilweise füllen, punktet Romney mit seiner Kampagne – seine Veranstaltungen sind bis auf die letzten Plätze voll.  (8)

Themen wie Soziale Gerechtigkeit und Hilfe für Millionen Amerikaner, die ohne Krankenversicherung sind und die Tausende,  die ohne Hilfe an behandelbaren Krankheiten sterben, werden von den Republikanern gerne übergangen. Alternativ werden Bemühungen um Humanität als Sozialismus beschimpft und Kritk aus den um die USA besorgten EU-Ländern spöttisch abgetan. Es geht um Geld, Banken, Wirtschaft und darum das Amt zu ergattern. Um die Bürger, deren Belange, Sorgen und Zukunftsängste oder etwa die Umwelt geht es weniger.

Fairness, Stil und Ethik – Begriffe aus einer vergangenen Zeit, in der Amerika noch eine moralische Instanz war? Das spalterische Potenzial der Republikaner der Rechten ist noch nicht erschöpft. Nicht nur ein Riss geht durch die amerikanische Gesellschaft. Wenn es um die Macht geht, riskieren die eigenen Kandidaten auch eine Spaltung der konservativen Partei – und schüren darüberhinaus einen Kampf der Kulturen.

Ein Beitrag von Hans-Udo Sattler

1 -NZZ Online: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/usa_praesidentschaft_mitt_romney_blind_trust_konto_ubs_1.14528387.html

2 -Kurier.AT: http://kurier.at/nachrichten/4482315-usa-steuerkuenstler-versus-lobbyist.php

3 – Kölner Stadtanzeiger: http://www.ksta.de/html/artikel/1326285634247.shtml

4 – Potus: Abk. für President of the United States.

5 – RP Online: http://www.rp-online.de/politik/ausland/us-wahlen/romney-gingrich-ist-kein-anfuehrer-1.2690010

6 -Bildquelle Facebook: „Notice the Difference“ (mit Erlaubnis Naomi Washburrn)  Ihre Erlaubnis zur Verteilung lautete wörtlich: „Share the shit out of this“

7 -Wie Newt Gingrich einmal dem Kongo nahe kam:  http://blog.zeit.de/kongo/2012/01/23/wie-newt-gingrich-einmal-dem-kongo-nahe-kam/

8 – Der Spiegel, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812342,00.html

1 comment for “US-Vorwahlkampf–Erkennen sie den Unterschied?

  1. Info
    2. Februar 2012 at 09:18

    „Kill Obamacare“ – „Tötet Obamas Gesundheitsreform“ ist ein Schlachtruf der Erzkonservativen. Was das bedeutet legt der Bericht des ARD Weltspiegels vom 29.01.2012 eindrucksvoll dar. Es bedeutet „KEINE ÄRZTE FÜR DIE ARMEN“. Ein Zustands-Bericht der den Weg der USA von heute mit verstörenden Bildern unterlegt. Ein Vorgeschmack auf das, was in Europa zeitverzögert kommen wird?

    Bericht zum Lesen: http://bit.ly/yP0LqK
    Direkt zum Filmbeitrag (10Min.):http://bit.ly/xLxQUU

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