Jauchs Thema der Woche : Bespitzelung von wem durch wen ?

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Wer wird bespitzelt? Warum? Die „Linke.“ stellt sich als verfolgte Vereinigung hin. Nicht nur, dass BND-Agenten in der rechten Szene mitmischen, nein auch ein anderer Umstand sollte den Staatsbürgern zu denken geben. In vielen staatlichen Stellen, in Behörden , in politischen Parteien sind auch heute noch und wieder die Personen aktiv, die in der DDR ein diktatorisches Regime betrieben und gestützt haben.

Kein Zweifel der Nationalsozialismus und seine Verbrechen stellen an Grausamkeit alles Andere in den Schatten. Aber die Frage, ob wir über uns mit einer Diktatur auseinandersetzen, hängt nicht davon ab, dass es noch schlimmere gab.

Die vielen ehemaligen Mitglieder der SED, auch eine junge Sarah Wagenknecht, die sogar noch im Zerfallsjahr 1989 in die SED eintrat, sollten sich allen Ernstes die Frage stellen, ob nicht der eine oder andere Spitzel, der ihnen jetzt nachstellt, damals in der DDR schon dieses Handwerk der Stasi ausübte. Spitzel, Nachrichtendienstler, Geheimpolizisten und Terrorgruppen bleiben Ihren Kameraden immer treu – das steckt im Blut.

Ein erschreckende Bilanz über die Transformation der Hardliner, der MfS und IMS (1) und der Stasi-Leute aus der DDR in Institutionen der Bundesrepublik Deutschland beschreibt Uwe Müller in seinem brisanten Buch „Vorwärts und vergessen“.

Kurzbeschreibung des Buches: Vorwärts und vergessen

Die DDR ist vor zwanzig Jahren untergegangen. Und doch will sie nicht verschwinden – das Gedankengut und die Ideale des sozialistischen Staates leben im vereinten Deutschland in beängstigender Weise fort. Uwe Müller und Grit Hartmann zeigen, wie die mangelnde Aufarbeitung der SED-Diktatur dazu beigetragen hat: Der Rechtsstaat war unfähig, die Staatsverbrechen der DDR zu ahnden, nur vierzig Täter wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die politischen Häftlinge hingegen haben nie eine angemessene Entschädigung erhalten. Gleichzeitig nehmen ehemalige SED-Funktionäre, CDU-Blockflöten und Stasi-Spitzel wieder Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Medien ein. Der friedlichen Revolution ist eine stille Restauration gefolgt. Der Westen weigert sich standhaft, seine Komplizenschaft mit dem SED-Staat aufzuklären. Weil man peinliche Enthüllungen fürchtet, lehnt es die Politik ab, die Verstrickungen früherer Bonner Abgeordneter mit dem DDR-Geheimdienst untersuchen zu lassen. So wirkt das Erbe der SED-Herrschaft auf fatale Weise fort: Die Linke, die als Nachfolgerin der Diktaturpartei erneut Gleichheitsideale propagiert, feiert Wahlerfolge im ganzen Land – und der Westen droht zu verrosten. Eine schockierende Bilanz nach zwanzig Jahren Einheit…“

Über den Autor

Uwe Müller, geboren 1957 in Wiesbaden, studierte Volkswirtschaft und Soziologie in Frankfurt am Main und begann seine journalistische Laufbahn als Redakteur bei der Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt. 1990 wurde er Ostdeutschland-Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, für die er seit 2002 als Reporter tätig ist. Uwe Müller lebt in Leipzig und Berlin.
Grit Hartmann, geboren 1962, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete bis zum Ende der DDR beim Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 1990 war sie Mitbegründerin des Forum Verlags Leipzig. Seit 1994 arbeitet sie als freie Journalistin und war u.a. an der Aufklärung der Skandale um die Leipziger Olympiabewerbung beteiligt. Mehrere Buchveröffentlichungen, darunter „Goldkinder. Die DDR im Spiegel ihres Spitzensports“ (1997).

 

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Inoffizieller_Mitarbeiter

(2) Das Buch über die Stasi – damals und heute – wie die DDR in die Bundesrepublik hinüberwuchs:
http://www.amazon.de/Vorw%C3%A4rts-Vergessen-Komplizen-gef%C3%A4hrliche-SED-Diktatur/dp/3871346233

 

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