TEA-Party Die US-Präsidentenwahl – Mit Rick Perry oder Co – Zurück in die 50ger?

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Michele Bachmann Urheber: David Shankbone

Michele Bachmann Urheber: David Shankbone

Die Ultrakonservativen der USA streben an die Macht. Die Krise einer Demokratie und des demokratisch geprägten Teils der Gesellschaft, der beinahe paralysiert wirkt und eine unzufriedene Masse, die einfache Rezepte der Populisten wählen will – all das erinnert unweigerlich an eine der dunkelsten Zeiten des letzten Jahrhunderts.
Die Namen der Rechts-Aussen der „erzkonservativen“ Tea Party dominieren in der Öffentlichkeit das Rennen um die Kandidatur. Noch nicht einmal gemäßigte, konservative Republikaner klopfen an die Türe.

Die Kreditwürdigkeit der USA ist herabgestuft, trostlose Leere in den Kassen des Staates. Eine schlimme deprimierende Stimmung geht im Land um. Die Sorglosigkeit, für die die Amerikaner bekannt waren, ist verschwunden. Wenn nicht ein Wunder geschieht und die Konjunktur anspringt, sieht es für der amerikanischen Präsidenten Barack Obama trübe aus. Und dass die konservativen Milliardäre und CEOs nur Monate vor der Wahl 2012 sich nun verausgaben, damit es dem Land jetzt besser geht und Obama Aufwind bekommt, ist zu bezweifeln.
Das Gegenteil ist der Fall. Daß die erzkonservativen mit ihrem faschistoid anmutenden Gedankengut so weit gekommen sind, liegt laut Recherchen des schweizer Fernsehens und des ZDFs unter anderem an der finanziellen Unterstützung der Gebrüder David und Charles Koch, Chefs des zweitgrößten nicht börsennotierten Unternehmens der USA. Man sagt, Koch Industries sei der größte Umweltverschmutzer Nordamerikas. Und das sind nur die bekannteren der Finanziers.

Keine Klimagesetze, keine staatliche Regulierung, völliger „Wirtschaftlsliberalismus“ – das ist das Credo der Leute mit dem Geld hinter den Kandidaten mit den radikalen Sprüchen. Mit den Thesen: „Klimaerwärmung: gibts nicht! Alles Unsinn!“, „Geld für Aids-Prävention ist Verschwendung von Steuergeldern!“, „Gesetzliche Krankenversicherung ist Sozialismus!“, „Staatliche Hilfe für Arme ist Kommunismus“, „Weg mit Homosexuellen“ wird alles niedergemacht, was vor deren argumentative Flinte kommt. Das ist Zynismus pur, aber man verklärt diese Sprüche als Nationalpathos.

Es hat den Anschein, daß sich der wenig informierte Mensch auf der Straße sich vom Vox-News-Channel einer Gehirnwäsche unterziehen läßt. Viel Nachdenken ist im Moment nicht angesagt, man will Denkzettel verteilen mit dem plumpen Motto: Es soll alles wieder wie in den 50‘gern sein. So steht zu befürchten, dass jeder Kandidat, der zur Mäßigung und Menschlichkeit und Toleranz aufruft, von den Anhängern der Tea-Party schnell auf den öffentlichen Scheiterhaufen der populistischen TV-Sender verbrannt wird.

Man könnte denken: „Die Stunde der republikanischen Opposition hat geschlagen“. Es fehlt nur noch, dass den Kandidaten der rechts-konservativen, homophoben und realitätsfernen Tea-Party „Der Mohr ist an allem schuld!“ herausrutscht.

Wenn es mal wirtschaftlich schlecht läuft, lässt der Amerikaner gerne seine Wut am amtierenden Präsidenten und dem Weissen Haus aus. Auch wenn ein konservativer Vorgänger namens G.W. Bush die rasante Talfahrt in die Verschuldung verursachte, mit seinen sogenannten Kreuzzügen, mit seinen Militärausgaben.

Rick Perry  Urheber: Gage Skidmore

Rick Perry Urheber: Gage Skidmore

Der neue Kandidat im Rennen, Rick Perry – natürlich ein Rechtsaußen- und Gouverneur von Texas will Amerika in die goldenen Zeiten der 50er Jahre zurückführen. Das weckt ein Gefühl von Stabilität und klingt erst einmal gut. Dass sich die Welt um die USA herum geändert hat, die alten politischen Blöcke in der Welt nicht mehr existieren und sich die politisch – ökonomische Macht in Richtung Asien verschoben hat, dass G.W. Bush den wirtschaftlichen Ruin vorbereitete, all das wird mit Absicht ignoriert. Die Erzkonservativen stellen keine Überlegungen für eine konkrete konstruktive Staatspolitik an, sie führen nur eine Propagandaschlacht mit plumper Stimmungsmache.

 

Sarah Palin Quelle: Saying Goodbye Urheber: FairbanksMike

Sarah Palin Quelle: Saying Goodbye Urheber: FairbanksMike

So wollten die Ikonen der Tea-Party Sarah Palin und Michele Bachmann auch keine Anhebung des Schuldenlimits. Eine der Folgen dieser Haltung: Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA. Was kümmert sie, dass ihre Forderung der berühmte Schritt in den Abgrund gewesen wäre. Für ihre Propagandazwecke ist dies nur Recht!

Die Republikaner Mitt Romney und Jon Huntsman werden als kompetentere Kandidaten gehandelt. Von ihnen hört man wenig oder nichts. Und hinter diesen Erzkonservativen reiben sich die milliardenschweren Strippenzieher und Konzernmanager die Hände. Sie wollen einfach nur dafür sorgen, dass sie ohne jegliche staatliche Behinderung tun und lassen können, was sie wollen.

Wehe, wenn sie losgelassen! Wird nach dem schon bestehenden „Heimatschutzgesetz“ bei der Machtübernahme dieser Politiker-Kaste vielleicht eine Neuauflage eines noch umfassenderen „Ermächtigungsgesetzes“ verabschiedet? Dann ist Ende mit der vielbeschworenen Freiheit und dem „Land of the free and home of the brave..“ Man kann sehr gespannt sein, wie sich Präsident Barack Obama diesen Kandidaten und Anwärtern entgegenstellt. Vielleicht gelingt es ihm und den Vernünftigen in den USA, die Banalität dieser finanzierten „Bewegung“ bloßzustellen. Eine angeschlagene USA, die sich mit diesen geistigen Revolverhelden wappnet, wäre eine fürchterliche Vorstellung.

 

Die Redaktion von TV-ORANGE

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Blogger in den USA über Frau Bachmann:

Um Frau Bachmann war es etwas still in den letzten Tagen – Aber „Die Verrückte ist zurück“ schreiben die Blogger in den USA – Michele Bachmann sagte vor einem Publikum in Florida, dass das Erdbeben, das Washington, D.C letzte Woche erschütterte und dass Orkan Irene, die die Ostküste im Laufe des Wochenendes überflutete und mindestens 16 Menschen tötete, nichts anderes als Gott sei, der die Amerikaner dazu ermuntert, für sie zu stimmen!

„Wenn Michele Bachmann schielt, kann sie den Willen des Gottes sehen.“
mutmaßt das Online-Portal Citypages aus ihrer Heimat Minneapolis, (MN) nicht ohne Ironie. Wer mehr lesen möchte und etwas Englisch kann, erfährt hier mehr, über das, was außer den Naturkatastrophen Amerika noch alles heimsucht.
http://blogs.citypages.com/blotter/2011/08/michele_bachmann_hurricane_irene_earthquake_sent_by_god_obama.php

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In der Serie über die Erzkonservativen in den USA und die Tea-Party berichtet TV-ORANGE in weiteren Artikeln:

USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt,   Erscheinungsdatum 04.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/usa-wie-faschistoides-gedankengut-amerikas-establishment-durchdringt/

TEA-Party in Europa ? Der lange Arm der Koch Industries,    Erscheinungsdatum 31.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/tea-party-in-europa-der-lange-arm-der-koch-industries/

TEA-Party Die US-Präsidentenwahl – Mit Rick Perry oder Co – Zurück in die 50ger?   Erscheinungsdatum 01.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-die-us-prsidentenwahl-mit-rick-perry-oder-co-zurck-in-die-50ger/ 

TEA-PARTY Michele Bachmann über Sklaverei : “Wir sind alle Kunta Kinte”    Erscheinungsdatum 02.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-michele-bachmann-ber-sklaverei-wir-sind-alle-kunta-kinte/ 

 

 

 

 

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