Der Kochtopus, die Teaparty und die Erzkonservativen in den USA


Für viele Auswanderer, die sich in Europa politisch und wirtschaftlich verfolgt und ausgebeutet sahen, war Amerika einst Inbegriff eines fortschrittlichen Freiheitsbegriffes, das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten”. Heute ist es das Land, in dem Alles möglich zu sein scheint. Blieb das Ideal einer brüderlichen Gemeinschaft auf der Strecke, so wird das Prinzip der Freiheit in allen seinen Richtungen und Deutungen ausgelebt. Neben purer Armut und Verwahrlosung, neben der Einkasernierung der ehemaligen Ureinwohner, steht das Imperium der Geldmacht.

Freies Wirtschaften „ohne Zwänge von arbeitsrechtlichen und sozialen Regelungen“ das sind heute die Parolen, mit der die Tea-Party und andere erzkonservative Parteien und Strömungen auftreten. Wir berichteten bereits in dem Artikel „USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt“ über deren Strategie. Nachfolgender Artikel will einen Einblick in die wirtschaftlichen Hintergründe und Zusammenhänge verschaffen. Genau wie die Bankenpleiten der USA Europa direkt berühren, reichen auch die Tentakeln der US-Finanzmacht durch Beteiligung und Sponsoring an wissenschaftlichen Einrichtungen wie S.I.F.E weltweit und auch nach Old Germany.


USA: Ein Portrait der amerikanischen Milliardärsbrüder Koch.

Mit Elementen der Soap-Oper, einer Familienstory und des Polit-Thrillers.

Der „Kochtopus“ werden die Gebrüder „Koch“ gerne genannt. Wegen ihres großen und weitverzweigten Einflusses erhielten die Koch-Brüder von der linksliberalen Presse den Spitznamen „Kochtopus“ – eine Zusammenziehung der Wörter Koch („Coke“ ausgesprochen, Anm.) und des mit vielen Tentakeln ausgestatteten Octopus. Das reimt sich zudem beinahe auf eine in den USA geläufige Bezeichnung für den US-Präsidenten, POTUS, Akronym von „President of the United States“. (11)

These: Stalins Morde im Rußland des frühen 20. Jahrhunderts haben das Entstehen der Ultra-Rechten „Tea-Party“ im Amerika des 21. Jahrhundert mitbegründet.

Der Vater, Fred C. Koch: Um die Zusamenhänge zu verstehen, muss man etwas zurück in die Vergangenheit reisen. Der Reichtum und der Zwang, Amerika und die Welt in die Koch’sche politische Weltsicht zu pressen haben ihren Ursprung in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das stalinistische Russland spielt darin eine Rolle und der unbändige Wunsch Fred C. Kochs, als Unternehmer grenzenlos, frei und unbeschränkt sein zu können. Alles fängt mit dem begabten Chemiker und energischen Unternehmer, Fred C. Koch an.

Er ist der Vater der 4 Koch-Brüder und begründete ein Firmenimperium, aus dem unermeßlicher Reichtum erwuchs. In den 1920ern baute Fred Koch eine Technische Gesellschaft in Wichita auf. Er erfand einen verfeinerndern Prozess, der die Ausbeute an produziertem Benzin aus Rohöl steigerte. Als ihn konkurrierende Ölgesellschaften in den USA wegen Patentverstoßes verklagten, zog er kurzerhand in die Sowjetunion um, um Ölraffinerien unter Stalin zu bauen.(6) Als er feststellen mußte, dass Kollegen in den Säuberungsaktionen des Diktators getötet wurden, war Koch entsetzt. Dies war die Initialzündung für seine späteres, wirtschaftspolitisches Wirken. Zu dieser Zeit kehrte er nach Kansas zurück, um sein Geschäft auszudehnen. Er gründete eine Familie, und ist fortan entschiedener Antikommunist.

Fred C. Koch wurde ein Gründungsmitglied der extrem rechten John-Birch-Gesellschaft (4), eine obskure Vereinigung, die selbst US-Präsident Dwight D.Eisenhower für einen kommunistischen Agenten hielt (9). Dieser gesamte Hintergrund, die Erfahrungen aus der Zeit des Kommunismus unter Stalin sorgten dafür, dass sich auch bei allen Koch-Söhnen eine starke Ablehnung gegen Regierungen bildete. Sie wurden seit ihrer Jugend vom Vater dahingehend erheblich beeinflusst und hatten später als selbst superreiche Unternehmer natürlich auch ein erhebliches Eigeninteresse daran, nicht vom Staat und von Gesetzen am Geldverdienen gehindert zu werden. Um diese Interessenlage herum bildete sich eine politische Fortsetzung, die in der Gründung der „Libertarian Party“ seine Entsprechung als dritte politische Kraft in den USA fand.

Die Libertarian Party ist eine politische Partei in den USA, die 1971 gegründet wurde. Sie ist eine der größeren der „Drittparteien“ neben Republikanern und den Demokraten, die seit jeher abwechselnd die politische Macht verwalten. Die Libertären haben ca. 600 Amtsträger im Staat. Die Ziele: Man tritt für eine „Libertäre Politik“ ein: Minimale staatliche Einflüsse, möglichst wenig Regulierung und ein Maximum an „Freiheit“, wie es der eigene Parteislogan sagt. Die Libertarian Party glaubt, dass sich die Republikaner und Demokraten von den libertären Prinzipien der amerikanischen Gründungsväter entfernt hätten – das ist eine zentrale Aussage. Die „Freiheit“, die gemeint ist, bedingt natürlich ein Staatswesen, das sich ganz anders darstellt, als man es in Deutschland oder anderen europäischen Ländern gewohnt ist. Der Staat nach „libertärer“ Ausrichtung würde nicht in die wirtschaftlichen Belange, Grundversorgung, Krankenversicherung, Unterstützung von Bedürftigen usw. eingreifen. Er würde lediglich einen allg. Rahmen im bezug auf Recht, Ordnung und äußere Verteidigung bilden. Gilt der Libertarismus hierzulande als anarchistisches Gesellschaftskonzept, meinen die Amerikaner mit dem Begriff ein Wirtschaftsmodell. Nach dem Vorbild der Trennung zwischen Staat und Religion fordert der Libertarismus amerikanischer Prägung die Trennung zwischen Staat und Wirtschaft, (9) viel weniger Aufsicht und Auflagen für die Industrie – insbesondere in puncto Umweltschutz .

 

Charles und David Koch – Die „Sugar-Daddys“ der Tea-Party

David und Charles Koch leiten das Firmenimperium des Gründers Fred.C. Koch. Koch-Industries ist mit seinen sämtlichen Unternehmen einer der größten Umweltverschmutzer Amerikas. Und die ihnen zugeschriebenen Organistationen tun alles, um das Phänomen des Klimawandels als ein Märchen dazustellen. [Siehe(12) und weiterführend (13)] Politisch nutzen sie Ihren Einfluss seit Jahren, um ihr Gesellschaftsmodell in den Köpfen der amerikanischen Bevölkerung zu implementieren und mit ihrem Sponsoring aller möglichen „Thinktanks“, Stiftungen und Organisationen ist ihr Einfluss seit langem nicht mehr auf die USA begrenzt, sondern international geworden. Viele Mitglieder dieser Vereinigungen wissen häufig noch nicht einmal, wer die Geldgeber dahinter sind. Der 17,5 Mrd $ reiche David scheint die Fäden zu ziehen und Charles, 22Mrd.$ schwer, steuert dazu theoretischen Hintergrund bei – „Die Wissenschaft des Erfolges“ hiess sein Buch aus dem Jahr 2007.

David und Charles haben entsprechend einem 2010 im NewYorker erschienenen Artikel hunderte Mio. Dollar für die rechts-orientierte Bewegung der „Tea-Party“ und für ein Netzwerk von Organisationen ausgegeben. Über die unglaublichen Verflechtungen in den USA und weltweit gibt das interaktive Diagramm Auskunft, das bei Muckety.com erschien. (3) (Das Übersichtsdiagramm befindet sich weiter unten im Text) Es ist empfehlenswert, sich dieses Diagramm, das auf öffentlich zugänglichen Daten und Zahlen basiert, zu Gemüte zu führen (Link dazu im Anhang). Dieses Netzwerk verschaffte ihnen einen ungeheuren Einfluss in der Politik, weit über die Grenzen der USA hinaus. Charles Lewis, der Gründer des „Zentrums für politische Integrität führt aus: „Bei ihnen (Anm. gemeint Charles & David Koch) findet man ein Muster, eine Mischung von Gesetzesbruch, politischer Manipulation und Verschleierung. Seit „Watergate bin ich in Washington und ich habe nie etwas dergleichen gesehen“ (2) Man sagt, David Koch habe sieben Häuser und Anwesen, die alleine einen Gesamtwert von mehr als 100 Mio.$ hätten. Im Jahr 1979 kandidierte David Koch als Vizepräsident für die „Libertarian-Party“.

 

Eine Familiengeschichte – Filmreif wie Dallas oder Denver-Clan
– aber bei weitem nicht so harmlos wie eine Soap-Oper

Zwei Villen, zwei Meilen auseinander, sorgen seit Langem für Gesprächsstoff in Palm Beach, Florida. Die erste der beiden gehört dem superreichen David. Sie befindet sich am nördlichen Ende der „Oceanfront“ im Volksmund „Billionaire’s Row“ genannt. Etwa 3.000 Quadratmeter groß, mit gewölbten Fenstern und einem roten Dach im spanischen Stil. Eine Villa mit einem Tanzsaal aus den 1920germ, in dem einstmals Frauen mit Bubikopf tanzten und an schwarzgebranntem alkoholischen Drinks nippten.

Diese riesige Villa ist David Kochs Urlaubsrefugium. Er wohnt eigentlich in New York und überwintert in Palm Beach. Aber das ist bei weitem nicht der einzige so üppige Hausbesitz, den er hat, wie schon weiter oben beschrieben. Mancher Amerikaner findet das angesichts der vielen durch die Immobilienkrise in Obdachlosigkeit und Not getriebenen Familien obszön.

Meinungen, Einblicke und Aufnahmen der Anwesen der Kochs sind in diesem Video zu finden. http://www.youtube.com/user/bravenewfoundation#p/a/u/0/sNXLWm5FQ74

eingebunden mit Embedded Video

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Von der Frage: „How many houses do you really need?“ „Wie viele Häuser benötigen Sie / benötigt ein Mensch?“ war David sichtlich irritiert und suchte das Weite. Einer seiner Sprecher antwortete für ihn und hatte jedoch wenig Erhellendes beizutragen. http://www.youtube.com/watch?v=cAiTgqarAEA

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Die zweite Villa gehört Bill Koch, dem Zwillingsbruder von David.

Sie ist ein kurzes Stück weiter südwärts in der Billionaire’s Row“ zu finden. Ein enger Streifen Asphalt trennt kolossalen Reichtum vom Ozean. Mit einer offenen Auffahrt und einem großzügigen Rasen hat dieses Haus kaum Ähnlichkeit mit dem „brüderlichen“ Nachbarn oben an der Straße. Die ursprüngliche historische 4000qm große Villa wurde mit viereckigen Fenstern, grauen spitzen Dächern und Freiräumen angepasst, die die Haustüre umrahmen. Der Pool bildet ein riesiges Rechteck und im hinteren Bereich führen Gartenanlagen zum Intracoastal-Waterway. Drinnen befindet sich edles und wertvolles Bildmaterial an den Wänden und Millionen-Dollar-teure Weine werten den hierfür professionell temperierten Keller auf. (6)

Ein Bild der Villa-Bill kann man hier finden:

http://virtualglobetrotting.com/map/william-kochs-house/view/?service=1

oder bei GOOGLE MAPS – INTERAKTIV

http://maps.google.com/maps?hl=en&t=k&ll=26.681553,-80.036716&z=19

Zwei Jahrzehnte sprach der Eigentümer dieser 25,9 Millionen-Dollar Villa nicht mit dem Eigentümer der ersten, obwohl er Davids Zwillingsbruder ist. William genannt „Bill“ Koch ist mit David chronisch verkracht. Eine Fehde über das Familienerbe ließ sich die Brüder für Jahre bei Gericht bekriegen. (1 aaO.) Bill, heute 71, ein zerzauster und weißhaariger Chemieingenieur, wurde in der Presse zum schwarzen Schaf der Familie abgestempelt. Einer der lt. Forbes 400 reichsten Menschen in der Welt und der zweit reichste Mann in Florida, machte Schlagzeilen mit seinen ausschweifenden, „romantischen“ Affairen und seine Vorliebe dafür, seine privaten oder geschäftlichen Gegner jeweils zu verklagen. Man sagte ihm nach, er verbrenne ein Vermögen für seltene Weine und dubiose Sammlerobjekte. Für 2 Millionen Dollar kaufte er z.B. ein Photo von „Billy The Kid“ (Omen est nomen?)

Bill Koch sammelt alles mögliche.
Gemälde, Weine, Gerichtsprozess-Siege, Grundstücke, Ranchland…

Als er gerade einmal nicht damit beschäftigt war, juristische Siege gegen seine Geschwister zu sammeln, sammelte Bill andere, greifbarere Dinge, schreibt Jonathan P. Thompson, ein freier Journalist in seinem Blog. (5) Er gab eine halbe Million Dollar für vier Flaschen Wein aus, der angeblich einmal Thomas Jefferson gehörte (sie erwiesen sich später als Fälschungen). Seine Kunstsammlung schließt Werke von Monet, Degas und Picasso ein. Und 1992 investierte er einen riesigen Haufen Geld, um ein Segelboot aus Kohlenstoff-Faser zu entwickeln, der Start für sein „America´s Cup“ Engagement.

Umweltschützer: Auch auf Bill Koch sind sie zornig. Greenpeace auf die Brüder David & Charles sowieso – aber ganz anders.

Bill zog sich auch den Zorn von Umweltschützern zu. Eine Mine, die seiner Energiegesellschaft, Oxbow, gehört, war in den letzten 11 Jahren der Standort von zwei der drei tödlichen Kohlebergbau-Arbeitsunfällen in Colorado. Bill Koch ließ Millionen von Dollars dafür fließen, Amerikas ersten Offshore-Windpark in Massachusetts zu bekämpfen – Gleichzeitig

versucht er sich aktuell 1.800 acres (ca. 7.300.000qm) Bundesland in Colorado für seine private Ranch zu angeln, während er sich in der Öffentlichkeit gerne als (5 ausführlich) Wohltäter und Umweltschützer geriert. Und im Moment, da Charles und David wegen ihrer „Tea-Party-Aktivitäten“ abwechselnd geschmäht und auch bewundert werden, ist „Wildnis Bill“ Koch für eine seltsam anmutende neue Rolle vorgesehen.

 

Bills neue Rolle: „Der gute Bruder“

Auch Bill ist konservativ, aber doch ganz anders. Er spendet den konventionellen (non-Tea-Party) Kandidaten der Republikaner wie John McCain und dem Texanischen Gouverneuer und möglichem Kandidat der Republikaner Mitt Romney Zehntausende von Dollars (7), aber macht seinen Widerstand gegen Barack Obama gleichzeitig nicht publik. Statt die „Tea-Party“ zu finanzieren, gibt er verarmten Kindern Geld, spendet für Krankenhäuser und Schulen in Colorado, wo er ein weiteres Haus hat. Im September eröffnet er eine private High-School im West-PalmBeach – eine Akademie, die einmal so angesehen wie Oxford oder Cambridge werden soll. „Bill Koch ist nicht Charles Koch, und er ist nicht David Koch“, sagt sein Sprecher, Stift Goldstein. „Er ist nicht der Hüter seiner Brüder.“


Vom Familientrottel zum Ph.D der Chemie

Schon als ein Kind lebte Bill Koch im Schatten seiner Brüder Charles, David und Frederick. Bill war der „Familientrottel“ sagte er einmal über sich selbst gegenüber dem New York Times-Magazin, die die Familie nach ihrem langen Rechtsstreit im Jahr 1986 porträtierte. In Wichita, Kansas wuchs Bill heran. Er war in keinem Sport so talentiert wie Charles und David. Obwohl er selbst recht groß war, war er immer noch kleiner als die beiden. Sie spielten mit ihm, aber schlossen ihn doch irgendwie aus. Als Bill sechs war, war er auf Charles so böse, dass seine Mama sagte, dass sie Charles( damals 11-jährig) in die Internatsschule schicken mussten. „Wir mussten Charles wegen der schrecklichen Eifersucht wegbekommen, die Billy aufzehrte“, sagte Mary Koch in dieser Zeiten. „Billy war immer zu emotional.“ Ganz anders als seine Brüder.


Gefühle, Emotionales stand in der Koch-Familie nicht hoch im Kurs.

Der Vater der Jungen, der weiter oben genannte Fred C. Koch, war ein hartherziger „Monarch“ sagte Familienfreund Goldstein der Zeitschrift „Fortune“ sinngemäß. Er wollte nicht, dass seine Söhne verwöhnte reiche Kinder wurden. Er schickte sie in den Sommerferien zur Arbeit in die Rinder-Farmen der Familie. Er selbst war ein „Self-Made-Man“. Dessen Vater -also der Großvater Bills- leitete eine Kleinstadtzeitung in Texas. Als Fred Chemie-Technik studieren wollte, half ein Geschäftsmann der Gegend, seinen Unterricht im Massachusetts-Institut der Technik zu bezahlen, sagt Goldstein weiter – eine Tat, ein Geschenk an Bills Vater, das später Bills eigene Wohltätigkeit für Schulen wecken sollte.

Bills Koch besuchte die High-School an Culver-Militärakademie in Indiana und schloss sich dann Charles und David beim M.I.T. an, folgte pflichtbewusst dem Weg seines Vaters. Bill errang schließlich den Titel Ph.D. in Chemie-Technik.

 

Frederick Koch – der älteste Bruder – sammelt Schlösser…

Bruder Frederick Koch, der älteste der vier studierte Englisch und Drama in Harvard und Yale und wurde zu einem öffentlichkeitsscheuer Kunstsammler.

Durch den persönlichen Erwerb und die Anschaffungen der von ihm finanzierten Stiftungen brachte Frederick große und wichtige Sammlungen seltener Büchern und literarischer und musikalischer Manuskripte sowie fotographische Werke und Arbeiten vornehmlich des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts zusammen. Frederick hat nie geheiratet. Er hat unendlich vieles gekauft und restauriert und unterhält mehrere historische Gebäude in den USA und im Ausland, einschließlich eines Herrenhauses von Woolworth in Manhattan, New York. (16) Unter anderem gehört „Freddie“ Koch Schloss Bluhnbach in Salzburg, ein ehemaliges Jagdschloss von Erzherzog Franz Ferdinand. (11) Außer in Österreich besitzt er noch weitere Liegenschaften in Monaco und London. Das sind zumindest die bekannteren der Besitztümer.

Das „Kochtopus – Netzwerk“ – Einfluß in Europa gekauft?

Durch die Sendungen des Schweizer Fernsehens und des ZDF, die „Undercover-Recherchen“ des Filmachers Taki Oldham über die Tea-Party und ihre „Sugardaddies“ David und Charles Koch wurde dem europäischen Publikum zum ersten Mal eine Grafik gezeigt, die den Geldfluss und die Verbindungen der Koch-Organisationen untereinander belegen. (17/18) Der Einfluss der braven Koch-Brüder ist groß angelegt, vielseitig und international. Wie weiter oben im Muckety-Diagramm „eine Kartendarstellung von Macht und Einfluß“ dargestellt (3) finanzieren die Kochs als Geber und Spender (Donor/Donator) direkt die S.I.F.E – Students In Free Enterprise, (siehe „Was ist Sife?) Organisationen, deren Vertretungen in Europa Verbindungen zu den höchsten nicht nur konservativen politischen Kreisen haben. S.I.F.E- besitzt Renomee, hat hochqualifizierte anerkannte Experten in seinen Reihen, motivierte Studierende werden gefördert. Bei den Erfahrungen mit dem Koch-fianzierten Organisationen stellt sich eine wesentliche Frage:

Werden Professoren, Dozenten und Studierende in Deutschland vom „Kochtopus“ instrumentalisiert?

Sollte sich der Verdacht des bislang nur in den Grafiken belegten Zusammenhangs als richtig manifestieren, werden völlig arglose Studierende, samt ihrer Professoren und Dozenten im grossen Stil durch SIFE und von denen, die dahinterstehen instrumentalisiert.

Bildungsministerin Schavan (CDU) war dieses Jahr Schirmherrin eines S.I.F.E-Landeswettbewerbs in Deutschland. (8) Ob sie von der Verbindung der Koch-Brüdern zu S.I.F.E. wisse, haben wir vor Wochen schriftlich angefragt. Eine Antwort steht immer noch aus. Doch eine Antwort und eine Stellungnahme dazu wären notwendig.

Ein Artikel von Hans-Udo Sattler

 

WAS IST SIFE? (14/15)

Die mit dem Sloagan “A head for business. A heart for the world” in Deutschland auftretende
SIFE Germany “ für Studierende, Universitäten und Unternehmen” konnte als Schirmherrin für einen Landeswettbewerb niemand geringeren als Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung gewinnen.

SIFE wird durch Bildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan auf der Homepage von SIFE Germany so beschrieben:

„Bei SIFE engagieren sich Studierende und Unternehmen gemeinsam in zahlreichen Projekten, um die Welt im Kleinen besser zu machen. Dabei lernt der Führungsnachwuchs von morgen, was es bedeutet, unternehmerisch Verantwortung zu tragen. Das ist ein wichtiger Punkt in der Ausbildung künftiger Verantwortungsträger. Die Prinzipien Verantwortung und Nachhaltigkeit sind gerade heute fundamental für die Zukunft unseres Landes. Deshalb unterstützen wir den Landeswettbewerb von SIFE Deutschland.“

Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Dennoch beantwortet auch dieses Zitat den komplexen Hintergrund von SIFE nicht hundertprozentig. SIFE, Students In Free Enterprise, wurde ursprünglich in den USA gegründet und hat sich international ausgebreitet. 2003 wurde SIFE Germany ins Leben gerufen, unter dessen Dach alle 34 deutschen Teams (Stand: Dez. 2010) arbeiten.

Zu den nationalen Merkmalen von SIFE zählen verschiedene Events wie:

Der National Cup (NC), der Landeswettbewerb von SIFE

Students meet Enterprises, die Firmenkontaktmesse für SIFE-Studenten

• Trainingscamps und Workshops

Bildquelle http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Schavan_2010.jpg&filetimestamp=20101208160033

 

Quellenverzeichnis – Weiterführende Texte:

(1) Über Bill Koch http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Koch_%28businessman%29

(2) Verdeckte Operationen (New-Yorker) http://www.newyorker.com/reporting/2010/08/30/100830fa_fact_mayer

(3) Die Koch Brüder, die Hintermänner der „libertären“ Politik: Ein Diagramm der Verflechtungen: http://news.muckety.com/2010/08/27/koch-brothers-the-medicis-of-libertarian-politics/27851

(4) Über die John Birch Gesellschaft http://de.wikipedia.org/wiki/John_Birch_Society

(5) Ausführlich über Ranch und Windpark: http://jonathanpthompson.blogspot.com/2011/02/other-koch-brother-same-fortune.html

(6) Quelle zum Artikel über Bill Koch: Lisa Rab„The Other Koch-Brother“: http://www.villagevoice.com/2011-08-24/news/william-bill-koch-the-other-koch-brother-tea-party/

(7) Aktueller Artikel vom 16.09.2011 über Mitt Romney im Österreichischen „DerStandard“

http://derstandard.at/1315006606067/Der-Zahlenmensch-der-die-Wende-verspricht

(8) Bundesministerin Schavan übernimmt Schirmherrschaft für SIFE-Landeswettbewerb: zu lesen auf: http://sife.de/

(9) Im Abschnitt „Noch konservativer als Bush“: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tea-party-finanziers-zwei-maechtige-brueder-1.1067692

(10) Anmerkung: Sugardaddy oder Sugar Daddy (aus dem Englischen: sugar für Zucker oder Süßigkeit und Daddy als Kosename für Vater) werden euphemistisch Männer genannt, welche eine in der Regel sexuell geprägte längerfristige Beziehung zu deutlich jüngeren Partnern unterhalten, die ihrerseits dafür eine materielle Gegenleistung erhalten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sugar_Daddy

(11) Potus und der „Kochtupus“ erschienen auf ORF http://news.orf.at/stories/2045406/2045171/

(12) Greenpeace – „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ http://blog.greenpeace.de/blog/2010/03/31/wes-brot-ich-ess/

(13) Climate-Denial-Machine: http://www.scribd.com/doc/29232967/Koch-Industries-Secretly-Funding-the-Climate-Denial-Machine

(14) Was ist Sife? – Uni Magdeburg: http://www.sife.ovgu.de/Team/Was+ist+SIFE_.html

(15) Frau Schavan über Sife auf: www.sife.de

(16) Über die Koch-Brüder: http://emmaberry.org/?tag=frederick-koch

(17) Schweizer Fernsehen, die Tea-Party-Bewegung
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=cef91b26-5055-4a69-aaae-2767c4d30d34

(18) ZDF, die Revolution der Reichen: http://neo.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8288302,00.html?dr=1

In der Serie über die Erzkonservativen in den USA und die Tea-Party berichtet TV-ORANGE in weiteren Artikeln:

USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt, Erscheinungsdatum 04.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/usa-wie-faschistoides-gedankengut-amerikas-establishment-durchdringt/

TEA-Party in Europa ? Der lange Arm der Koch Industries, Erscheinungsdatum 31.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/tea-party-in-europa-der-lange-arm-der-koch-industries/

TEA-Party Die US-Präsidentenwahl – Mit Rick Perry oder Co – Zurück in die 50ger? Erscheinungsdatum 01.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-die-us-prsidentenwahl-mit-rick-perry-oder-co-zurck-in-die-50ger/

TEA-PARTY Michele Bachmann über Sklaverei : “Wir sind alle Kunta Kinte” Erscheinungsdatum 02.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-michele-bachmann-ber-sklaverei-wir-sind-alle-kunta-kinte/

1 comment for “Der Kochtopus, die Teaparty und die Erzkonservativen in den USA

  1. Hans-Udo Sattler
    3. Oktober 2011 at 09:12

    Nachtrag: Im Weltspiegel-Beitrag vom 02.Oktober 2011 „Klassenkampf von oben“ wird aufgezeigt, in welcher Lage sich die Politik im Herbst 2011 in den USA befindet. Konservative, die nicht der Ultra-Rechten angehören, danken unter Tränen ab, komplette Blockade wichtiger Reformen durch die rechten Ultras. Die Gemäßigten bei den Demokraten und auch den Republikanern finden kaum die richtigen Mittel, um die von den „rechten“ Shows und pseudo Nachrichtensendern wie „Vox-News“ über lange Zeit mit Propaganda-Mitteln manipulierten Massen wieder in die Realität zurückzuholen. Die Entwicklungen in den USA halte ich für sehr bedenklich und ich befürchte, die Gesellschaft befindet sich auf einem Weg in eine Milliardärs- und Wirtschaftsdiktatur ohne Rücksicht auf die eigene Bevölkerung. Was das außenpolitisch und für Europa bedeutet, wird die Zukunft zeigen.
    Weltspiegel vom 02.10.2011- „Klassenkampf von oben“
    http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,wd7f4yulrsfsh3az~cm.asp

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