Wenn Fleischfresser das Tier nicht als Wesen würdigen

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Animalspirit APA-OTS berichtet: Auch „lokale“ Tiertransporte sind die Hölle für Tiere

Laaben in NÖ, ein idyllischer Urlaubsort im Wienerwald: Der dort ansässige Tierschutzverein ANIMAL SPIRIT (1) wird heute um 11 Uhr von einer Tierfreundin telefonisch verständigt, daß seit 2 Stunden ein mit Rindern beladener Tiertransporter in der prallen Sonne bei einem lokalen Rindermäster abgestellt ist. Wir fahren natürlich sofort hin, kurz darauf trifft auch bereits die alarmierte Polizei ein, der Amtstierarzt wurde ebenfalls von uns verständigt. Der Transporter wurde zwar – wegen der massiven Beschwerden der Nachbarn – nach mehr als 2 Stunden in den Schatten umgestellt, die Tiere sind aber beim Lokalaugenschein bereits sehr geschwächt und apathisch. Wahrscheinlich hätten sie eine weitere Stunde in praller Sonne und praktisch ohne Lüftung am heißesten Tag des Jahres nicht überlebt. 

Voller Anhänger mit Rindern wurde in dieser Hitze einfach abgestellt.

Dieser Vorgang, daß ein voll beladener Viehtransport-Anhänger der Fleischer-Firma Josef Gradinger aus 3171 Kleinzell einfach bei einem Bauern abgestellt wurde, dürfte dem Vernehmen nach nicht zum ersten Mal passiert sein. Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT und Augenzeuge des Vorfalls: „Daß dieser Herr Gradinger, der sich angeblich wegen seiner besonderen Verladetechnik auch noch als „Viehflüsterer“ bezeichnet, diesen Frevel sogar ungeniert am heißesten Tag des Jahres in praller Sonne begeht, ist als extreme Tierquälerei zu bezeichnen. Wir werden daher diesen „Viehhändler“ und Fleischer umgehend anzeigen und hoffen, daß die Behörden wenigstens in diesem Fall rigoros vorgehen und ihn nicht nur mit einer saftigen Geldstrafe belegen, sondern ihm auch seine Lizenz zum Lebend-Tiertransport ein für alle Mal entzogen wird.

Mäster und Viehhändler: Völlig unsensibel für das Leid der Tiere

Mitschuldig ist aber auch der Landwirt und Rindermäster Eduard Gnant-Budler in 3053 Laaben 22, der diese  Tierquälerei offenbar regelmäßig auf seinem Hofgrund nicht nur duldet, sondern aktiv betreibt. Einige seiner eigenen „Schlacht“-Rinder werden wohl ebenfalls auf den Hänger geladen und dann einfach stehen gelassen, bis das Zugfahrzeug von seiner etliche Stunden dauernden Tour wieder zurückkommt.
Dr. Plank abschließend: „Es wird höchste Zeit, daß Tiertransporte bei diesen extremen Temperaturen tagsüber generell verboten werden und derartige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Zukunft rigoros geahndet werden. Zudem sollte allen KonsumentInnen bewußt sein, daß sie mit jedem Fleisch-Einkauf nicht nur ihre eigene Gesundheit gefährden können, sondern auch derartige tierquälerische Tiertransporte fördern – egal ob dieses nun angeblich aus Österreich oder sonst woher stammt.

aus Newsletter von Animalspirit (1)

Besuchen sie die Seite http://www.animalspirit.at/   und engagieren sie sich für unsere Tiere

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne aus einem Interview mit Richard David Precht „Über Tierrechte und die Grenzen des Menschen“ zitieren. (2)

„[…] Die Forderung das Verhältnis Mensch-Tier-Natur neu zu bewerten und eine dementsprechende Korrektur des vorherrschenden Weltbildes herbeizuführen ist für Sie auch eine Voraussetzung für die Befreiung der Menschen von Rassismus, Unterdrückung und Ausbeutung?

Die Entfremdung des Menschen von der Natur und damit auch jene vom Tier geht Hand in Hand mit religiösen Daseinsbestimmungen und gesellschaftlichen Erklärungsmodellen. Je gewaltiger der Mensch über etwas zu herrschen vermag, desto seelenloser erscheint ihm das Beherrschte. Die fehlende Sensibilität wiederum ist die Voraussetzung für die Entfaltung eines rücksichtslosen Machtsystems. Das schaukelt sich wechselseitig hoch, und ist gewiß nicht einfach zu korrigieren. Denken Sie nur an die Sklaven- und die Frauenfrage. Es dauerte Jahrtausende, bis die Sklaverei in Mitteleuropa abgeschafft war und die Gleichberechtigung der Frau ist selbst bei uns noch immer nicht vollständig erreicht. Die Frage nach der Natur und dem Umgang  des Menschentieres mit anderen Tieren bewegt sich im gleichen Rahmen, der für alle Korrekturen der Macht gilt: Den anderen trotz unserer machtvollen Überlegenheit als anders zu achten, ihm das Recht zuzugestehen, in seiner Andersheit glücklich zu leben, ist die Herausforderung auch in der Tierethik. […]

(1) http://www.animalspirit.at/

(2) http://home.wtal.de/tacheles-Solingen/archiv/ausg09/Seite21.html

Wolfgang Theophil

 

1 comment for “Wenn Fleischfresser das Tier nicht als Wesen würdigen

  1. Klaus K. Wagner
    25. August 2011 at 07:19

    110825do082

    Aber Hallo liebe MIT-Leuter und – Innen,
    na klar bin ich der Nachfahre der Ahnen!
    Natürlich bin ich Alles-Fresser!!
    Natürlich, fresse ich auch Fleisch.
    Das das nicht im Kaufmannsladen „wächst“, habe ich spätestens dann gelernt
    als ich fragte, wo denn das Huhn herkäme, was Mutter als Sonntags-Braten zubereitet hatte.

    Ich bekam eine offene und wahre Auskunft.
    „Das ist eines von den Hühnern hinten im Garten.
    Wenn die alt sind und nicht mehr so richtig Eier legen, dann wird ES geschlachtet und wir essen ES dann.“
    So war ES klar, daß wir das essen.

    Aber wie habe ich um „meine“ Maikäfer gekämpft, die ganze Tonne, die gebrüht werden sollten, zum Fraße für die Hühner.

    So langsam begriff – und erst sehr spät ging mir ein Licht auf, daß ich auch „nur“ ein Tier bin,
    was auch gefressen wird – auf vielfältigste Art und Weise, wenn ich nicht aufpasse.

    Also, ich esse gerne Fleisch, Gemüse, Obst, Kräuter etc.
    Nur den Fraß der Lebensmittelindustrie mag ich nitt.
    Und Fleisch von Tieren, die gequält wurden mag ich auch nitt.

    Ihr MIT-Tier, äh, MIT-Leben
    Klaus K. Wagner
    dat KlaKoWag

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