USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt

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Die Spuren der Bush-Ära sind im „Land der Freien und Heimat der Tapferen“(1) noch allgegenwärtig. Eine beklemmende Situation entstand, bei der viele Konservative auch nach dem Wahlkampf feindselig waren und blieben und den neu gewählten Präsidenten Obama zu blockieren versuchen.  Es begann schon 2009, als eine unversöhnliche Opposition bei dem milliardenschweren Wirtschaftsrettungsplan geschlossen gegen ihn stimmte. Die Konservativen wollten am liebsten zurück in die Achtziger. (17) Viele Kommentatoren sind sich darin einig, dass durch die Gesellschaft der USA ein tiefer Riss geht. Und der ist bei weitem nicht so undramatisch, dass man es damit abtun könnte, daß ein besonders rechter Flügel einer Partei ein wenig Stimmung macht, um die Wiederwahl Obamas zu verhindern. Es kommt eine Strömung ans Tageslicht, die man die „Erzkonservativen“ oder „Tea-Party“ nennt.

Wer sind diese „Erzkonservativen“

Die Formel „erzkonservativ“, auf die sich Presse und Fernsehen als Formulierung geeinigt haben, vermittelt eine äußerst verharmlosende Beschreibung, die im Wortsinn lediglich bedeuten würde,  „alte Werte“ entschieden erhalten zu wollen. Betrachtet man sich aber die Protagonisten dieses „erzkonservativen“ Flügels und deren Auftreten, wird jedem schnell klar, dass es sich nicht um Konservatismus nach unseren Vorstellungen handeln kann, sondern um eine reaktionäre Bewegung mit faschistoidem Charakter, mit dem ein beträchtlicher Teil der amerikanischen Gesellschaft sich auf Schmusekurs befindet. Eine von ihnen ist die 41-jährige Republikanerin Christine O’Donnell. An ihren Thesen und Forderungen zeigt sich beispielhaft die Stimmung und das Weltbild, das man gemeinsam hat: Sie setzt sich für die Waffenlobby ein und hält Masturbation für Ehebruch, Aids-Bekämpfung für eine Verschwendung von Steuergeldern, macht Stimmung gegen Abtreibung und Homosexuelle. Ihre politischen Thesen legitimiert sie mit Bibelzitaten. (13)

Eine neue, andere McCarthy-Ära ?

Die Sprache, die in den USA von heute innenpolitisch verwendet wird, erinnert an die Zeit des „Kommunistenjägers“ McCarthy in den 50-iger Jahren, in der das FBI unter Edgar J. Hoover illegale und menschenrechtswidrige Aktionen durchführte. Ab 1951 war ein „angemessener Zweifel“ wegen anti-amerikanischer Umtriebe Grund genug, um Angestellte und öffentliche Bedienstete zu entlassen. Zeitzeugen berichten von einem Land, das im Klima der Angst lebte. Heutzutage werden vom „Heimatschutzausschuss“ des Repräsentantenhauses Anhörungen über die „Radikalisierung der US-Muslime“ durchgeführt. Einer der Initiatoren ist Peter King, dessen Wirken man bei EuroNews offen mit den McCarthy-Methoden verglich. (6)

„Tea-Party“ – Wie man Namen historischer Ereignisse mißbraucht

Genauso irreführend wie der Grundbegriff „konservativ“ im Zusammenhang mit den erstarkenden Reaktionären, ist auch die Bezeichnung „Tea-Party“ als „Bewegung“ innerhalb der Konservativen. Die Republikaner, wie sich eine der beiden Großparteien in den USA nennt, leistet sich einen Flügel, der unverhohlen bereits überwunden geglaubte Vorurteile schürt: „Wir wollen den Sozialismus in diesem Land stoppen“, meinen sie mit dem kämpferischen Ton politischer Missionare. Obama habe sich mit Marxisten umgeben, schwadronieren sie weiter. (2) Und dabei wird mit dem Namen „Tea-Party“ der Aufstand einer Freiheitsbewegung gegen den Kolonialismus aufgegriffen, dem Beginn der Abnabelung der nordamerikanischen Kolonien vom britischen „Mutterland“. Die „Boston Tea-Party“ war der Widerstand gegen die britische Kolonialpolitik. Als Indianer verkleidete Bürger warfen im Jahre 1773 Tee-Ladungen der „East-India-Trading-Company“ ins Hafenbecken und läuteten damit die spätere Unabhängigkeitserklärung von 1776 und Selbstbestimmung der ehemaligen britischen Kolonien und Gründung der „Vereinigten Staaten“ ein. (4) Mit all den geschichtlich bedeutsamen Vorgängen von damals hat die heutige Tea-Party natürlich nichts zu tun.  Es ist nur ein Titel, die einer solchen fragwürdigen Haltung einen bedeutsameren Klang mit einem allgemein akzeptierten Inhalt geben soll. Einen Kontext, in dem man sich sonnt, während man keine konkreten Inhalte, Konzepte oder Ziele zu bieten hat. Was die Mitglieder dieser „Bewegung eint“ ist Wut auf die demokratische Führungsspitze im Kongress und Weissen Haus –  nicht zuletzt wie sie die Worte „Freiheit“ und „christlich“ benutzen und in ihrem eigenen Sprachgebrauch und als Legitimation ihrer Positionen zu einem Zerrbild ihrer Bedeutung werden lassen.

Sie machen Stimmung gegen jede Sozialpolitik

Obamas Kampf für eine bessere Gesundheitsversorgung, mehr Hilfen für Bedürftige: Für die „Tea-Party“ alles kommunistische Umtriebe und zu viel Staat. Man wolle den Bürgern ihre Freiheit wegnehmen, lautet die für unsere Begriffe abstruse Formel, mit denen man paradoxerweise viele sozial Schwache hinter sich schart. Die ehemalige Schönheitskönigin Sarah Palin und Ex-Gouverneurin aus Alaska ist eine der führenden und polarisierenden Figuren, dieser weniger intellektuell geprägten Politiker. Armut kennt sie selbst nicht. Ihre Führungseigenschaften werden von einem Ex-Mitarbeiter in der Zeit als Gouverneurin wie folgt beschrieben: „Sarah dazu zu bekommen, auf eine Sitzung oder zu irgendeiner Veranstaltung zu gehen, war ungefähr so schwer, wie Gelee an einen Baum zu nageln“, schreibt Bailey  „Keiner wollte mehr einen Termin für sie ausmachen, weil sie nicht einmal kleinste Verpflichtungen erfüllen mochte und ihre Angestellten sich in letzter Minute ständig Ausreden für sie einfallen lassen mussten.“ (5) Man kann den Schluss ziehen: Sarah Palin war faul, doch optisch als medial wirksames Plakat – durchaus geeignet.  – (Parallelen zum „Schönsten Plakat Deutschlands“, Frau Koch-Mehrin, sind rein zufällig!) Ihr politisches Wissen ist als äußerst lückenhaft zu bezeichnen, Auslandserfahrung besitzt sie keine. Sie will die höchsten politischen Ämter, glaubt aber, der Afghanistan-Feldzug würde wegen Öl geführt. Was sie von Europa weiß, ist nicht bekannt. Vermutlich wenig. Bis 2008 berichtete sie selbst, dass sie bis dahin lediglich Mexiko und Kanada besucht habe. Dennoch fordert sie im Sender Fox-News Präsident Obama auf, dem Iran den Krieg zu erklären. Die Süddeutsche Zeitung nennt sie „Die Platzpatrone“. (18) Aber wehe, sollte sie einmal Militär befehligen dürfen.

„Freie“ Medien – Murdoch & Co

Mit Fox-News erhält diese Strömung seit Jahren stetig TV-Rückenwind. In den USA gibt es Sender nach öffentlich-rechtlichen Konzept wie in Deutschland oder der BBC in England in dieser Form und Verbreitung nicht. Die am stärksten vertretenen Funk- und Fernsehanstalten sind privat, werden von Sponsoren finanziert und sind von diesen wirtschaftlich abhängig. Die unabhängigen, öffentlichen Sender sind chronisch unterfinanziert, prozentual am wenigsten gesehen und gehört. Gleichzeitig traut man den Nachrichten auf den Public Broadcasting Services (PBS)  oder NonComercials am meisten (7), obwohl deren Medienmacht eher als gering einzuschätzen ist. Rupert Murdochs Fox-News-Channel  (FNC) gilt als ein „konservativer“ unter den amerkanischer Nachrichtensendern. Ende 1996 ging er auf Sendung . Mit 1,2 Mio Zuschauer pro Tag ist er der meistgesehene Nachrichtensender der USA. (8) Der Australier Murdoch erwarb sogar die amerkanische Staatsbürgerschaft, um die Bedingungen für das Betreiben eines Fernsehsenders zu erfüllen. Als Chef der FOX-News holte er Roger Alies, ehemaliger Berater der Republikaner und NBC Mitarbeiter – Murdoch und Alies – bestimmt keine Garanten für politische Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit, sondern eher dessen Gegenteil. Dass Fox-News keinen Qualitätsjournalismus nach unseren Maßstäben liefert, sondern viel eher einen Anlass, um über dessen Niedergang zu klagen, war in den USA mehr als einmal Diskussions-Stoff in Talk-Shows. Neuerdings ist die weiter oben genannte Sarah Palin dort Kommentatorin. (9)

Die faschistischen Prediger

Eine neue Qualität kulturübergreifenden, menschenverachtenden Gedankenguts und Radikalisierung bringt Bradlee Dean, der Lieblingsprediger der republikanischen Politikerin Michele Bachmann ins Spiel. Michele Bachmann ist eine entschiedene Abtreibungsgegnerin und lehnt eine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften strikt ab.(11) 2005 brachte sie einen Entwurf eines Verfassungszusatzes zur Verfassung des Staates Minnesota ein, der eine Ehe alleinig als eine Partnerschaft zwischen Mann und Frau festlegt. (12) Frau Bachmann, die für Minnesota im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten sitzt, studierte Anglistik und Politikwissenschaften an der Winona State University und ist erklärtermaßen Fan des „Predigers“  Bradlee Dean. Im Bezug auf christlichen Werte und Gott wirkt dies wie Koketterie. Dieses spezielle Verständnis von “Christentum” wird mit zentralen Thesen des Neuen Testaments, der “Bergpredigt” und dem Wirken Jesu geradezu unvereinbar. Bradlee Dean (“My War” (19)) verstieg sich nicht etwa versehentlich zu folgendem Zitat:

„Muslims are calling for the executions of homosexuals in America. This just shows you they themselves are upholding the laws that are even in the Bible of the Judeo-Christian God, but they seem to be more moral than even the American Christians do, because these people are livid about enforcing their laws. They know homosexuality is an abomination.“  (10)

Sinngemäß übersetzt:

„Moslems verlangen nach Hinrichtungen von Homosexuellen in Amerika. Das zeigt, sie selbst halten die Gesetze hoch, die sogar in der Bibel des Judisch-Christlichen Gottes stehen. Aber sie scheinen mehr Moral zu beweisen als die amerikanischen Christen, weil diese Leute bezüglich des Einhaltens ihrer Gesetze schwach/kraftlos sind. Sie wissen, dass Homosexualität ein Gräuel ist.“

Das ging dem ein oder anderen aufgeschreckten Journalisten doch zu weit. Die Moderatorin Rachel Maddow (16) des Senders MSNBC, den man eher als liberal einschätzen kann, griff dieses Statement auf und wertete dies sinngemäß und  dementsprechend. Das veranlasste den „Prediger“ Dean dazu, die TV-Moderatorin mit einer 50Mio-Dollar-Klage zu überziehen, da sie dieses sinnentstellend und ehrverletzend übertreiben würde, lt. Pressemeldungen vom 27.07.2011. (10a)  Filmbericht dazu (10b)

Dieser Bewegung insgesamt wohnt eine zerstörerische Kraft inne, die integrale, liberale und demokratische Bestandteile der amerikanischen Gesellschaft zum Feindbild erklärt. Der österreichische „Standard“ schreibt dazu treffend: „Sie (Anm: die Tea-Party-Republikaner) sind politische Fanatiker, die Politik nicht als Kunst des Machbarens sehen, sondern als Schlachtfeld für die konsequente Durchsetzung ihrer Ziele. (14) Mit dem Eintreffen eines wirtschaftlichen und politischen Desasters glauben Eric Cantor, Michelle Bachman & Co ihren Einfluss sogar noch erweitern zu können. Eric Cantor ist Mehrheitsführer der Republikaner im Representantenhaus und veröffentlichte ein Buch mit dem Titel: „Young Guns – eine neue Generation konservativer Führer“ (15)

Die Aussagen der Tea-Party-Politiker in hohen Ämtern – die des „Predigers“ Dean als krassestes Beispiel – das politische Umfeld in der solche faschistoiden Aussagen möglich und hoffähig sind, stellen mehr als vereinzelte Alarmsignale dar. Sie sind Zwischenergebnisse einer Entwicklung; der Entwicklung eines ernstzunehmenden, großen Teils einer der einflussreichsten Gesellschaften des westlichen Abendlandes hin zur Sprachentstellung, Kulturferne und zur Menschenverachtung. Keine guten Omen. Alles das geschieht ganz öffentlich und inmitten einer Wirtschaftskrise.

Wir Deutsche haben das Recht zu sagen, wohin das führen kann – nämlich:
In menschliche Abgründe und massenhafte, unbeschreibbare Tragödien.

 

Quellennachweis / weiterführende Texte:

(1) Nationalhymne der USA: „Land of the free and home of the brave..“ (google.com)

(2) US-Wahlkampf: Angst und Hass in der Casino-Stadt (diePresse.com 27.10.2010)
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/605662/USWahlkampf_Angst-und-Hass-in-der-CasinoStadt

(3/4) Weiterführend: http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/englisch/link-month/tea-party-movement/index.html

(5) zur Person Sarah Palin:
http://www.focus.de/politik/ausland/usa/tid-20188/tea-party-ikone-sarah-palin-die-rache-der-grizzly-baerin_aid_563892.html
Zitat Bailey, Quelle:
http://www.focus.de/politik/ausland/usa/tid-21505/sarah-palin-einsichten-eines-frueheren-vertrauten_aid_604117.html

(6) Vgl. Euronews vom 11.3.2011,
http://de.euronews.net/2011/03/11/mccarthy-laesst-gruessen-kongressanhoerung-zu-us-muslimen/

(7) http://www.broadcastingcable.com/article/158913-Survey_Says_Noncom_News_Most_Trusted.php

(8) http://www.tvweek.com/news/2009/03/cnn_ratings_down_fox_msnbc_gro.php

(9) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,671368,00.html

(10a) http://blogs.villagevoice.com/runninscared/2011/07/homophobic_prea.php

(10b) http://www.politico.com/blogs/onmedia/0711/Maddow_sued_for_defamation.html

(11/12) http://de.wikipedia.org/wiki/Michele_Bachmann
https://www.revisor.mn.gov/bin/bldbill.php?bill=H0006.2&session=ls84

(13)Über Christine O`Donnel

http://de.wikipedia.org/wiki/Christine_O%E2%80%99Donnell

http://www.sueddeutsche.de/politik/usa-tea-party-mitternachtspicknick-mit-blut-1.1003375

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,717743,00.html

(14) http://derstandard.at/1310512054040/Blog-KrisenFrey-Die-neuen-Bolschewiken

(15)Young Guns: A New Generation of Conservative Leaders. Von Eric Cantor,Paul Ryan,Kevin McCarthy
http://books.google.ch/books?id=RW6pxRN2JysC&printsec=frontcover&vq=Eric+Cantor&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

(16)              http://maddowblog.msnbc.msn.com/

(17)              http://www.zeit.de/online/2009/06/obama-rettungsplan-kongress

(18)              http://www.sueddeutsche.de/medien/sarah-palin-als-kommentatorin-die-platzpatrone-1.79240

(19)              “My war” http://bradleedean.com/

 

Autor Hans-Udo Sattler

 

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In der Serie über die Erzkonservativen in den USA und die Tea-Party berichtet TV-ORANGE in weiteren Artikeln:

Der Kochtopus, die Teaparty und die Erzkonservativen in den USA
http://tv-orange.de/2011/09/der-kochtopus-die-teaparty-und-die-erzkonservativen-in-den-usa/

USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt,   Erscheinungsdatum 04.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/usa-wie-faschistoides-gedankengut-amerikas-establishment-durchdringt/

TEA-Party in Europa ? Der lange Arm der Koch Industries,    Erscheinungsdatum 31.08.2011
http://tv-orange.de/2011/08/tea-party-in-europa-der-lange-arm-der-koch-industries/

TEA-Party Die US-Präsidentenwahl – Mit Rick Perry oder Co – Zurück in die 50ger?   Erscheinungsdatum 01.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-die-us-prsidentenwahl-mit-rick-perry-oder-co-zurck-in-die-50ger/ 

TEA-PARTY Michele Bachmann über Sklaverei : “Wir sind alle Kunta Kinte”    Erscheinungsdatum 02.09.2011
http://tv-orange.de/2011/09/tea-party-michele-bachmann-ber-sklaverei-wir-sind-alle-kunta-kinte/ 

 

3 comments for “USA – Wie faschistoides Gedankengut Amerikas Establishment durchdringt

  1. Lombardo Falconi
    8. August 2011 at 07:01

    Im Schweizer öffentlich-rechtlichen Fernsehen SF lief im März eine Sendung zum gleichen Thema. Es wird vieles genau wie im Artikel von TV-Orange dargestellt. Man stellt die Frage, wer die Leute bezahlt.

    „Die Tea-Party-Bewegung“

    Sie sind gegen den Klimaschutz, gegen eine staatliche Krankenversicherung und vor allem gegen Obama. In den USA machen die Konservativen mobil gegen ihren Präsidenten, allen voran die wachsende Tea-Party-Bewegung. Sie gibt sich als spontaner Zusammenschluss besorgter Bürgerinnen und Bürger, und ihre Anhänger wehren sich vehement gegen Vorwürfe, sie würden von ein paar Superreichen finanziert. Doch was stimmt? Der australische Filmer Taki Oldham gab sich als interessierter Bürger aus und besuchte Tea-Party-Veranstaltungen in sechs US-Bundesstaaten. Seine Reise quer durch die USA zeigt auf, wie die Tea-Party-Bewegung funktioniert und wer sie orchestriert.

    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=cef91b26-5055-4a69-aaae-2767c4d30d34

  2. 5. August 2011 at 09:10

    Sehr richtig und genau beobachtet, Udo! Die US-Frömmigkeit ist überhaupt weitgehend mehr vom alttestamentlichen Vergeltungsgedanken beherrscht als von neutestamentlicher Nächstenliebe. Tiefere Zusammenhänge enthüllt das hervorragend geschriebene Buch eines profunden US-Kenners:

    Gerhard Padderatz:
    Amerika: Mit Gewalt in den Gottesstaat
    Dr. phil. Gerhard Padderatz hat Theologie, Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert. Nach Tätigkeiten als Dozent für Kirchengeschichte und religiöse Sozialgeschichte sowie als redaktioneller Berater einer internationalen Gruppe protestantischer Verlagshäuser ist er seit 20 Jahren geschäftsführender Gesellschafter einer von ihm gegründeten Unternehmensberatung mit Büros in Frankfurt, Zürich und Detroit. Seit 2001 lebt er in den USA.

    Als scharfer Beobachter vor Ort ist Dr. Padderatz in der Lage, die gegenwärtigen Strömungen in der amerikanischen Politik und Gesellschaft differenziert zu bewerten. Lange Zeit waren die USA weltweit ein Vorbild für Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit. Doch vor 30 Jahren begann im Land ein schicksalhafter Machtkampf. Anhand zahlreicher Zitate, Fakten und Hintergründe zeichnet der Redner ein erschreckendes Bild einer Nation, die geradewegs zurück in den religiösen Faschismus des Mittelalters steuert.

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