Oslo – Somalia – die Lebensuhr der Menschheit tickt

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Die schlimmen Ereignisse der letzten Monate, die allgemeine Verwüstung von Menschlichkeit fordern mich zu einer persönlichen Stellungnahme heraus. Ich möchte nicht bewirken, dass sich Menschen im Morast des Schrecklichen baden. Ich möchte vielmehr, dass die Realität wahrgenommen wird und Ansätze für eine positive Lebenskultur gefunden werden. Wolfgang Theophil

Terroranschlag in Norwegen – einem Land, dessen skandinavische Herzlichkeit dies niemals hätte vermuten lassen. Ein weiterer Beweis dafür, dass Anschläge gegen die menschliche Zivilisation allgegenwärtig und überall möglich sind. Politische Strategen sprechen wieder nur von Vorkehrungen und verstärktem Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Nur kurze Zeit, nachdem aus ihren Mündern die Erkenntnis entwich, dass man mit militärischen Mitteln diese Art des Konfliktes nicht lösen kann und der notwendige Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan angekündigt wurde. Die Ursachen dieses für die Menschheit selbstzerstörerischen Gewaltkonfliktes liegen viel tiefer. Es ist die Konsequenz aus mehreren hundert Jahren grausamer Eroberungen und Vernichtung von Millionen von Menschen. Bei dem Phänomen des individuellen Terrors, ausgeführt oft durch Selbstmordkommandos, ist die Triebkraft die verzweifelte Lage, die nicht lösbar erscheint. Nur ein radikaler Kurswechsel der “modernen Welt” gegenüber den geschundenen Menschen und Völkern, kann Vertrauen entstehen lassen.

Konkret heißt dies, dass die Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima, die Vernichtungskriege gegen Indochina und Länder wie Tschetschenien, die Invasion und Besetzung des Iraks sowie die Behandlung der Menschen in Gaza als Kriegsverbrechen und Verbrechen an der Menschlichkeit eingestanden und verhandelt werden müssen. Nur so kann die “moderne Welt” die Prinzipien der Freiheit und des Friedens überzeugend vertreten.  Nur so kann die “moderne Welt” beweisen, dass sie es ehrlich meint. Der andere Weg der “militärischen Vorkehrungen” ist eine Sackgasse.

Ungeachtet dessen, wer der Verursacher von Terror und Anschlägen ist, muss der globalen Welt zu denken geben, dass die Entwicklung des menschlichen Verstandes und seiner moralischen und geistigen Einstellung für eine Welt des Menschenrechts, dramatisch hinter der Entwicklung destruktiver Vernichtungsmittel und sonstiger Technik zurückgeblieben ist. Dieses Defizit der moralischen und geistigen Bildung muss weltweit durch alle Institutionen mit Vorrang behandelt werden. Nur wenn alle Menschen sich durch gleichberechtigtes und tolerantes Handeln in Wirtschaft, Politik, Religion, Kultur und Kunst begegnen, kann eine sonst unvermeidliche gesamte Katastrophe begegnet werden. Niemals durch militärische Hochrüstung und “Sicherheitsvorkehrungen”.

Ebenso sehen wir unsere Lebensuhr in Afrika ticken. Die Hungerskatastrophen sind Folge der, in erster Linie von der “modernen Welt” geschaffenen, Klimaveränderung. Es nutzt nichts, wenn die Menschen in der “modernen Welt” die Augen schließen, die Sinne berauschen und die Tatsachen verdrängen. Auch die Gefahr einer nicht beherrschbaren Technik besteht permanent. Es sind erst ein paar Wochen seit dem Beginn der Katastrophen in Japan und keiner will mehr daran denken – das berichten ja die Medien auch nicht –, dass seit Beginn des Supergaus mehr als eine Millionen Menschen in Japan verstrahlt sind und jeden Tag neue Strahlenopfer hinzu kommen.

Seit Jahrzehnten wird gegen die „Langeweile in unserer Zivilisation“ Gewaltkultur in den Medien verbreitet. Als Unterhaltung des Gemütes wird absolute Destruktion mit Horrorszenarien, Schrecken und Hoffnungslosigkeit verpackt. Je schlimmer und grausamer, umso mehr Besucherzahlen in den Kinos und Zuschaltquoten im TV. Psychologen und Soziologen warnen schon jahrelang vor den Auswirkungen dieser “Kultur”. Nichts wird getan – nur verharmlost. Die Software-Industrie für Computerspiele fährt Profite ein mit Produkten wie „Ego-shooter, Warefare …“. Diese Produkte sind seelische Einstimmung für Massaker. Es geschieht eine Seelenbildung, wie sie auch Soldaten im Irak dazu treibt, von Helikoptern aus ganz einfache Menschen auf offener Strasse reihenweise auszulöschen.  (siehe http://www.collateralmurder.com/) Die seelische Mißbildung der Gesellschaft wird geduldet und planmäßig betrieben. Alle Kulturschaffenden sind aufgefordert gegen diese „destruktive Kultur“ anzugehen, und die positiven, hoffungsvollen Kräfte in uns Menschen zu wecken.

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Es braucht kein Enddatum des “Maja-Kalenders” oder die Vorhersagen eines Nostradamus – es reicht, wenn wir mit unseren Sinnen einfach wahrnehmen, was ist. Wenn wir uns die Wirklichkeit und den Ernst der Lage ehrlich eingestehen. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Nur so kann eine positive Zukunft für die ganze Menschheit gedacht und gelebt werden.

4 comments for “Oslo – Somalia – die Lebensuhr der Menschheit tickt

  1. Thomas
    24. Juli 2011 at 19:42

    Ernüchternd schlicht bietet dieser Artikel wieder nur die selben Platitüden zu Gewaltkultur im reichen Norden und Terroristen, die wg. Kolonialhistorie zu Terroristen werden. Einfache Lösungen wie diese ziehen bei mir nicht mehr. Die Welt ist zwar schlecht, aber auch komplex. Daher brauchen wir eine Kultur, die uns nicht mit biertischpolitiktauglichen Parolen abspeist. Moralinsaures Gegreine und Betroffenheitsrethorik gibts ja schon beim Wort zum Sonntag zur Genüge. Wie wär’s mal wieder mit ein wenig Publikumsbeschimpfung?

  2. Nikolaus Wenzel
    23. Juli 2011 at 13:42

    Theophil und Sattler schreiben gut und wollen Gutes. Auch die Vorschläge und positiven Ansätze von beiden kann ich nur unterschreiben. Wir sollten wirklich unsere noch vorhandene Macht dafür einsetzen, Gutes und Positives zu bewirken – DOCH m.E. wird das nicht ausreichen – auch wenn wir es TROTZDEM versuchen sollten. Es muss etwas hinzukommen, was man ebenfalls in den negativen System von globalisierender Macht deutlich erkennbar ist, und das ist die suizidale Umkehrkraft, die in Anlehnung an Goethe so beschrieben werden muss: Sie – die Macht über andere Ausübenden – sind eben Teil von jener Kraft, die zwar Böses will, während sie sich als „die Guten“ wähnen, aber dann auch Gutes schafft, indem sie sich selbst erledigen, damit die Menschen, die Völker und die Menschheit wieder frei leben können. Doch auch wir müssen handeln, so dass das das innere Hoffnungsvolle dem äußeren Positiven entgegenkommt.

    Nikolaus Wenzel

  3. Hans-Udo Sattler
    23. Juli 2011 at 12:57

    Was wir in unserer Macht haben und sofort umsetzen könnten, ist zunächst, dass wir zu anderen Menschen im Alltag menschlich sind. Im Straßenverkehr und im täglichen Umgang miteinander kann jeder einzelne damit anfangen, egal welchen ethnischen oder kulturellen Hintergrund man hat. Und wenn es uns auch noch gelingt, unsere eigenen Geschicke in der Gesellschaft und in der Politik selbst zu gestalten und in die Hand zu nehmen, anstelle es abhängigen Politprofis, Banken, globalen Konzernen und Macht-Cliquen zu überlassen, wären wir viele Schritte weiter. Dann würden wir uns auch nicht mehr als Opfer von Cliquen und Vetternwirtschaft fühlen. Das würde dem mündigen Bürger gut zu Gesicht stehen, wenn er seine Rechte, seine Freiheiten dafür nutzen würde, sich in viel größerer Zahl für sich selbst, seine Region, seine Umwelt aktiv einzusetzen. Dann könnten wir mehr exportieren als gute Maschinen: Ein gutes Beispiel.

  4. Wolfgang Theophil
    23. Juli 2011 at 08:00

    Wir (Menschen) werden weitere unvermeidliche Katastrophen erleben. Wir haben die Uhr bereits auf 5 NACH 12 gestellt ! Auch die Folgen der Klimakatastrophe können wir nicht ausschalten wie mit dem Lichtschalter. Es geht darum, perspektivisch eine Grundlage für ein menschenwürdiges Leben im Einklang mit der Natur zu schaffen. Auf dem herkömmlichen Weg endet alles in einer Sackgasse.

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