Mubarak und „Die Mumie kehrt zurück“

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Monatelang erstritten die Ägypter unter Einsatz ihres Lebens die Freiheit von Mubarak und seinem Clan. Das ägyptische Regime besteht aber, wie jedes andere Staatsgefüge, nicht nur aus einer Person, sondern aus gesellschaftlichen Gruppen und Eliten, aus einer regulären Armee, aus klerikalen und weltlichen Strukturen, aus wirtschaftlichen Betreibern und Nutznießern. Das ägyptische Militär betreibt seit Jahrzehnten mit starkem finanziellem Sponsoring der USA selbst Wirtschaftsunternehmen und ist ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Machtblock, der auch nach dem Verschwinden eines Mubarak gerne die Tradition der Bevormundung und Ruhe im Volke, notfalls auch mit direkter Gewalt, fortführt.

So ermöglichte die Zurückhaltung des ägyptischen Militärs, das in großem Maße finanziell durch die USA unterstützt wird, den ägyptischen Weg einer sogenannten „friedlichen Revolution“. Nicht die Konfrontation des Militärs gegen das eigene Volk geschah – wie unter Gaddafi in Libyen  – sondern blutige Angriffe durch Mubarak-Partei loyale Banden und verkleidete Sicherheitsbeamten. Aber auch diese Angriffe forderten weit über 700 ermordete und verschleppte Menschen. Eine zweifelhafte Bilanz, wenn man dies als „friedliche Revolution“ bezeichnen will. Heute sind weiterhin und erneut hunderte von Andersdenkenden und Demokraten in den Gefängnissen dieses Militärs eingesperrt.

Dieses Szenario erscheint wie im historischen Hintergrund des Filmes „die Mumie kehrt zurück“. Ein Tausch der Rollen und ein Fortbestand von gesellschaftlicher, kultureller und politischer Struktur. Hier ein Hinweis auf den historischen Hintergrund des Filmes „Die Mumie kehrt zurück“: „3067 v. Chr. in Theben: Es wird die Geschichte von Mathayus, dem Skorpionkönig erzählt – einem imposanten Kriegsherrn, der auszieht, um die Welt zu erobern. Nach einer siebenjährigen Schlacht wird er besiegt und mit seiner Armee in die heilige Wüste von Ahm Shere vertrieben, wo seine Männer nacheinander sterben. Als letzter Überlebender bietet Mathayus Anubis einen Pakt an: Anubis soll dem König das Leben und den Sieg über seine Feinde schenken und als Gegenleistung seine Seele erhalten. Anubis akzeptiert den Pakt, indem er ihm einen Skorpion schickt, den der König umgehend verzehrt. Daraufhin entsteht um den König herum eine prächtige Oase, die fortan als sein Refugium und Heimat fungiert. Um den Sieg zu erleichtern, gibt ihm Anubis weiterhin das Kommando über seine Armee, der viele Wesen aus der ägyptischen Mythologie angehören. Wie erwartet, ist der König siegreich über all seine Feinde, woraufhin sich Anubis seiner Seele bemächtigt und die Armee zurück in die Wüste schickt, „wo sie schweigsam wartet“. (Quelle: Wikipedia)

Die Person Mubarak wurde an einen für ihn sicheren Ort gebracht, die sonstigen Machtverhältnisse sind nach wie vor unverändert. Es ist immer noch nicht Alles entschieden. Eine Person und sein Clan verschwindet. Niemand sollte sich in die Irre führen lassen, wenn plötzlich ein Mubarak ins Koma verfällt, oder doch wieder lebt, ein anderer für ihn stirbt oder eine künstliche Inszenierung von Tod und Leben stattfindet. Die eigentlichen Machtverhältnisse und die Aufteilung an der gesellschaftlichen Macht – das ist das Entscheidende. Und es ist nur zu hoffen, dass es der Zivilgesellschaft, den einfachen Menschen in Ägypten, gelingen möge, ihre Freiheit für ihr eigenes Leben vollständig zu erlangen und zu sichern.

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