West oestlicher Diwan

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Die Gedichtsammlung von Wolfgang von Goethe aus den Jahren 1819 bis 1827 entspringt der tiefen Erfahrung der geistigen und kulturellen Welt aus Orient und Okzident. Sie beschreibt eine tiefe gemeinsame Wurzel eines gemeinsamen Lebensbaumes.

„Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.“

„Und mag die ganze Welt versinken,
Hafis, mit dir, mit dir allein
Will ich wetteifern! Lust und Pein
Sei uns, den Zwillingen, gemein!
Wie du zu lieben und zu trinken,
Das soll mein Stolz, mein Leben sein.“

Die Geschichte der Kreuzzüge, der Versklavung, des Merkantilismus durch Fugger und Francisco Giro sind die Wurzel der Entzweiung dessen, was einmal zusammen gehörte.  Bis zum heutigen Tag wurden die Länder südlich und östlich des Mittelmeeres zum Spielball von Grossmachtpolitik. Frankreich, England, Deutschland führten sich auf wie die “weissen” Herren im Wüstenstaub. Insbesondere die USA und Russland versuchten mittels finanzieller und militärischer „Hilfe“ und Duldung despotischer Regimes eine für ihre Zwecke sinnvolle Stabilität im Mittelmeerraum zu schaffen. Die Stabilität des Öls ! 

Die moderne Bevölkerung aller arabischen Länder durchlebt jetzt ihre Befreiung von despotischen Regierungen, emanzipiert sich von Bevormundung und praktiziert die Aufklärung vom freien Menschen. Die Agonie durch Fremdherrschaft ist durchbrochen.

Unsere “westliche” Welt, die durch die Werte des Kommerzes und Profites zur Agonie der Seele geführt hat, trifft jetzt auf eine Welt, in der moralische Werte und soziales Gefüge noch viel intensiver gelebt werden und dessen Informiertheit und Wissen um die Zusammenhänge von Despotie, Macht und Geld uns im  Westen ebenbürtig ist.

Die „westlichen“ Kräfte verharren mit ihrer Politik weiterhin im Kalkül der Macht. Demokratie ja, aber eine, wie sie im Westen praktiziert wird. Aber die Menschen des Südens und Ostens haben diese Demokratien als Invasionspolitik und Kumpanei mit ihren Despoten erlebt.  Unsere Spielarten von Demokratie erweisen sich im Ausland und auch bei uns selbst als „Stellvertreterdemokratie“ , die das Engagement des einzelnen Individuums einschränkt, ausgrenzt und unterbindet.

Der Aufbruch der Menschen des Orients bietet uns im „Westen“ im Okzident die große Chance, Kultur, Wissenschaft, politisches und Rechtssystem durch gemeinsamen Austausch der Geschichte zu erneuern. Der „Westen“ braucht die Emanzipation genauso wie der Orient, um aus der seelischen Agonie und gesellschaftlichen Starre zu entkommen. Nicht nur Dialog – nein es geht um viel mehr:   um den gemeinsamen Lebensbaum !

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