Alter Wein in neuen Schlaeuchen

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Hitzig und polemisch ging es zu beim ZDF-Talk.

Kein Wunder, der wortgewandte Profidiskutierer Oskar Lafontaine brachte wieder alle zum Schwitzen. Es ging um die Kommunismus-Debatte, die Gesine Lötzsch mit DKP-Führern und Inge Vieth, Vertreterin des individuellen Terrors der RAF abhalten wollte.

Man mag wohl erahnen, dass Gesine Lötzschens Ansinnen inspiriert war, von den Ausuferungen des Porsche-Fahrers, Almenvillabesitzers und „Linke“ Parteiführer Klaus Ernst – quasi als Gegengewicht. Aber dies war nicht nur politisch ungeschickt und unfähig, nein es zeigte auch die geistige Verwandschaft mit den „realen Sozialisten“, die in der DDR oder UdSSR das Sagen hatten.

Gesine Lötzsch kündigte an: Man diskutiere über den Kommunismus. Das ausgerechnet mit der Führung einer DKP, die blind bis zu letzt für den Stasi-Sozialimus frohlockte. Einem Staat der Staatsfunktionäre, die nichts aber auch gar nichts mehr mit den Idealen Vorstellungen eines Karl Marx zu tun haben. Man diskutiere mit den Befürwortern des individuellen Terrors, die als RAF ein gesellschaftliches Klima schafften, wodurch die Regierung innerstaatliche Gesetze verschärfen konnte. Bewaffnete Ideologen, die die Bevölkerung als taub und dumm bezeichneten, um ihr Klima der Einschüchterung zu rechtfertigen. Beiden Strömungen ist der Gedanke einer „Eliten-Herrschaft“ gemein. Eine Diskussion unter solchen Vertretern kann nur eines hervorbringen: Alter Wein in neuen Schläuchen.

Die Regiesseurin Aelrun Goette brachte es auf den Punkt. Sie wuchs die ersten 20 Jahre ihres Lebens in der DDR auf und stellte fest, Alles was ihr in der DDR widerfahren ist und sie erfahren musste, half ihr in den nächsten 20 Jahren in der Bundesrepublik zu bestehen. Damit charakterisierte sie sehr bildlich ihre persönlichen Erfahrungen in den vermeintlichen deutschen Demokratien in Ost und West+Ost.

Frau Gotte ging aber in der Diskussion noch einen Schritt weiter. Sie warb darum, dass es Zeit ist und eigentlich auch in unserem Lande möglich sein sollte, ohne Feindbilder über Visionen zu diskutieren, wie die gesellschaftlichen Konflikte und die Stagnation in der Politik überwunden werden könnten.

In der Tat, wir brauchen Visionen, wie eine gerechte und wirklich soziale Wirtschaftsweise aussehen kann, angesichts der immer schneller rotierenden Gelddruckerpresse zur Erholung der Banken und der Börsianer.

Wir brauchen Visionen wie Demokratie gelebt werden kann, angesichts einer plumpen Regierungspolitik (siehe Polizeieinsatz bei Stgt21 oder Gorleben) .

Wir brauchen Visionen wie direkte Demokratie zur Sache der Bevölkerung wird, wie die Bevölkerung und nicht irgendwelche Vertreter politisch entscheiden können.

Wir brauchen Visionen, wie militärische Außenpolitik und der geplante Einsatzes einer Bundeswehr-Berufsarmee im Landesinnern und im europäischen Raum ersetzt werden kann durch eine Politik der gleichberechtigten und friedlichen Zusammenarbeit.

Und wir brauchen Visionen über eine Welt von Menschen für Menschen, in der Umwelt, Energie, die gesamte Natur und der Mensch in Einklang leben kann.

Kommentar siehe auch

http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/Hitzige-Kommunismus-Diskussion-bei-Anne-Will-id4174615.html

Weserkurier: Regisseurin Aelrun Goette über ihr Kinderarmuts-Drama „Keine Angst“

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