Akte Berlusconi

TV – Empfehlung Dokumentation auf Arte 1.2.2011 ab 20:15 Uhr

Dokumentation Italien/Deutschland 2010 – Themenabend: Berlusconis Italien

Mehrere Reportagen beleuchten den Werdegang und Status dieses Politikers. Es werden gesellschaftliche Zusammenhänge über die Verbindung zwischen Halbwelt, Logen, Wirtschaft, Medienherrschaft beleuchtet. Das was in der Politik oftmals als “Verschwörungstheorie” leichtfertig abgewiegelt wird, findet hier seine Bestätigung.   

 

Zitat aus ARD: “…  Juristische Auseinandersetzungen und Sexskandale gehören zum sichtbaren Teil des italienischen Spitzenpolitikers Silvio Berlusconi. Vielen gänzlich unbekannt oder von einigen vergessen, ist seine Verbindung zur Geheimloge P2.

Silvio Berlusconi hat Italien verändert. Gleich nach seinem Eintritt in die Politik begann der Medienmogul 1994, sich vor allem um seine Probleme mit der Justiz zu kümmern. In den folgenden 16 Jahren brachte er mehr als 36 Gesetze auf den Weg, die seine Prozesse – unter anderem wegen Korruption, Richterbestechung, Bilanzfälschung oder Missachtung der Kartellgesetze – in die Verjährung führten oder ihm Immunität vor Strafverfolgung sicherten. Neben seinen Sexaffären ist dies der sichtbare Teil seiner politischen Präsenz. Der weniger auffallende oder sogar meist unbekannte Teil ist Berlusconis Verbindung zur Geheimloge P2.

Diese geheime Organisation infiltrierte in den 70er und 80er Jahren politische Parteien, Ministerien, Geheimdienste, die Justiz, Großbanken und Medien, um den Staat im Sinne eines autoritären Regimes zu unterwandern. In ihr war quasi die gesamte extreme Rechte Italiens eingeschrieben, auch Silvio Berlusconi war unter der Mitgliedsnummer 1816 dabei.

Die Affäre galt als längst vergessen, bis Berlusconi seine Angriffe auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen Italiens, die Justiz und die italienische Verfassung startete. Als er schließlich forderte, Italien solle von einer parlamentarischen zu einer präsidialen Republik werden, fühlten sich viele Italiener an die Zeit erinnert, als das Umsturzprogramm der Geheimloge P2 bekanntwurde. Erste Stimmen warnten und fragten: Ist da nicht einer am Werk, das Drehbuch der P2 eines autoritäreren Staates in die Tat umzusetzen?…” weiterlesen auf   http://programm.ard.de/TV/arte/die-akte-berlusconi/eid_287246192639653#top

 

Informationen über Wikipedia:

 

"…Wie gefährlich Geheimbünde sein können, die ein enormes Machtpotential vereinen, zeigt uns ein Blick nach Italien. Es begann 1877:

Giuseppe Mazzoni, Großmeister des Großorients von Italien, gründete in Rom die Propaganda Massonica Loggia. Das Ziel dieser Loge: Die größten Geister des Landes in einer eigenen Bauhütte (Synonym für Freimaurerloge) zu vereinen. Mitglieder wurden bedeutende Politiker, Dichter und Gelehrte:

Aurelio Saffi, Giosue Carducci, Francesco Crispi, Agostino Bertani, Nicola Fabrizi, Giuseppe Zanardelli, Giovanni Bovio, Quirico Filopanti, Giuseppe Ceneri, Oreste Regnoli, Luigi Orlando, Francesco Magni, Gaetano Tacconi, Giacomo Sani, Emilio Cipriani, Pietro Ripari, Eugenio Chiesa u.a. Nur der normale Bürger hatte keinen Zutritt. Giuseppe Mazzonis starb im Jahre 1880.

Die Loge wurde mit gleichem Ziel, der Aquisition von einflussreichen Leuten , 1887 unter dem Namen Propaganda Due (P2) neu gegründet. Sie sollte das maurerische Gegenstück zur römischen Kurienkongregation Propaganda Fide bilden. 1944 ging sie angesichts des Faschismus unter und wurde nach 1944 neu begründet.

1974 war sie schließlich so mächtig und einflussreich, dass auf dem Großlogentag der Freimaurer im Dezember einstimmig ein Auflösungsbeschluss verabschiedet wurde. 1976 wurde dieser endgültig wirksam. Doch dieses geschah nur auf dem Papier – so einfach kann man einen Zirkel derart mächtiger Leute nicht auflösen, es fanden weiterhin regelmäßige Treffen der P2 Brüder statt. Der Großmeister der Loge, Lizio Gelli, sicherte seinen Logenbrüdern die Geheimhaltung ihrer Namen zu.

Lizio Gelli war ein überzeugter Faschist und schon bei den “Schwarzhemden“ Mussolinis aktiv. Er wurde später Verbindungsoffizier der Nazis und SS-Obersturmbannführer. Nach dem Krieg entkam er dem Tod durch Erschießen auf der sogenannten "Rattenlinie" nach Argentinien, welches Ziel vieler Nationalsozialisten und Nazi-Kollaborateure war. Er diente unter dem argentinischen Diktator, Juan Peron, über 10 Jahre als Wirtschaftsberater. Nachdem er nach Italien zurückgekehrt war, knüpfte er Kontakte zur Democratia Christiana sowie zu höchsten kirchlichen Kreisen.

Die P2 kooperiert sehr eng mit italienischen, aber auch mit ausländischen Geheimdiensten. So besaß das Pentagon angeblich eine komplette Liste aller Logenbrüder. Die Loge spielte in strategischen Plänen des amerikanischen Geheimdienstes eine große Rolle als Bollwerk gegen den Kommunismus in der Zeit des Kalten Krieges…"

Weiterlesen auf   http://www.ask1.org/redaktion-25.html

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