Das Duell in n-tv: der Zynismus der Wikileaksjäger

In der Talkshow „das Duell“ resümierte Heiner Böhmer, dass Wikileaks mit seinen Veröffentlichungen keinerlei Persönlichkeitsrechte verletzt. Das, was in den Dokumenten z.B. über Westerwelle steht, sei ja sowieso bekannt und kein Geheimnis mehr.

Zusammen mit Markus Beckedahl (Organisator re:publica, netzpolitischer Aktivist netzpolitik.org) vertrat Heiner Böhmer die Meinung, dass Wikileaks legal die zugänglichen Information aus der Weltpolitik veröffentlicht. Beide fanden es geradezu als eine Notwendigkeit dass eine Organisation wie Wikileaks Informationen über Verbrechen und „Pannen“ der Politik zugänglich macht. Selbst weite Teile der internationalen Presse stützen sich auf solche Aufdeckungen, wie sie Wikileaks enthüllt.

Ole Schröder, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren (CDU) verstieg sich in seiner Kritik an Wikileaks zu der nicht mehr zu steigernden zynischen Frage, ob nicht bei diesen Wikileaks-Dokumenten Persönlichkeitsrechte von Afghanischen Menschen verletzt werden?
Menschen, die hilflos zusammengeschossen werden wie auch im Irak – sollen nicht gefilmt werden, weil es deren Persönlichkeitsrechte verletze ?

Dieser Zynismus ist nicht mehr steigerungsfähig. Solche Gedankengänge driften meines Empfindens in die Nähe der Zynismus eines Nazi-Richters Freisler, oder der teuflischen Praktiken der Inquisition im Mittelalter.

In der Filmdokumentation „Collateral Murder“ (Wikileaks) kann die ganze Welt sehen, wie einfache Zivilisten, darunter zwei Journalisten von Reuters einfach vom US-Kampfhubschrauber heraus ermordet und liquidiert werden.

Mit solch zynischer Begründung sollen künftig Veröffentlichungen unter Strafe gestellt werden ?
Mord, Verwüstung und menschenverachtender, verlogener Zynismus das ist die eine Seite.
Wikileaks und demokratischer, öffentlicher Zugang zu allen politischen Vorgängen die andere.

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