DER LEBENSGARTEN ALS BEISPIEL FÜR EINE „POST-WACHSTUMS-ÖKONOMIE“

von Margrit Kennedy – Fassung vom 07.09.2010

Ein neuer Begriff weckt neue Hoffnung

Wachstum und immer mehr Wachstum war bis vor wenigen Monaten das Credo
sämtlicher Parteien, Politiker und Ökonomen. Die neoliberale Sicht der Wirtschaft hatte seit dem Beginn der 90er Jahre die Welt erobert. Es schien so, als wenn wirtschaftliches Wachstum die Lösung für alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme darstellte. Mit dem ersten Crash des Geldsystems im Jahr 2008, dem im Jahr 2009 eine Wirtschaftskrise globalen Ausmaßes folgte, begann die Kritik an diesem Credo zu wachsen.

Auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum, an der ich im Juli 2010
teilnahm, ging es um das Thema: „Die Neudefinition von Wachstum“ und den dafür seit kurzem eingeführten Begriff „Post-Wachstums-Ökonomie.“ Die Vorschläge, die gemacht wurden, erinnerten mich so oft an das, was wir im Lebensgarten seit mehr als zwei Jahrzehnten leben, erproben und diskutieren, dass ich mir vornahm, zum 25 jährigen Jubiläum Mitte September 2010 darüber zu schreiben, denn ich glaube, dieses Thema wird uns noch für viele Jahre beschäftigen.

Obwohl die Probleme andauernden quantitativen Wachstums seit langem bekannt sind – das Buch des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ erschien ja bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts – sind doch die praktischen Ansätze, die diese Grenzen respektieren, noch rar. Die auf dieses Buch folgenden Diskussionen über ökologische Lebensentwürfe war für viele der älteren Bewohner/Innen des Lebensgartens – wie auch für mich und meinen Mann – eine Grundlage für ihre Entscheidung hierher zu ziehen, um ein solches Modell zu schaffen. Manches von dem, was wir damals vor hatten, hat sich inzwischen umsetzen lassen. Manches blieb auf der Strecke. Und ich glaube, es lohnt sich zu reflektieren was der weiteren Entwicklung solcher Formen des Zusammenlebens dienlich sein kann. Artikel weiterlesen PostWachstumsÖkonomie

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